
Portugiesischer Rettungsdienst schickt entfernte Crew zu tödlichem Herzstillstand; lokales Team war 3 Minuten entfernt
Ein 48-jähriger Mann starb im Dorf Taipas an einem Herzstillstand, nachdem die Notrufzentrale eine Feuerwehr aus Guimarães, 9 Kilometer entfernt, entsandte, anstatt des voll einsatzbereiten örtlichen Korps, das nur wenige Minuten vom Ort des Geschehens entfernt war. INEM hat eine Untersuchung eingeleitet, und Rettungssanitäter bezeichnen den Vorfall als Symptom eines systemischen Versagens.
Was geschah
Der Vorfall ereignete sich am Samstag, den 11. Juli 2026, um 12:52 Uhr im Dorf Taipas, in der Gemeinde Guimarães, Nordportugal. Das Zentrum für dringende Patientenlenkung (CODU) von INEM erhielt einen Anruf, der einen 48-jährigen Mann mit Herzstillstand auf der Avenida dos Combatentes do Ultramar meldete. Obwohl die Freiwillige Feuerwehr Taipas voll einsatzbereit und nur drei bis fünf Minuten von der Adresse entfernt stationiert war, aktivierte CODU die Freiwillige Feuerwehr Guimarães, die etwa neun Kilometer entfernt ist. Die Besatzung aus Guimarães benötigte etwa 14 Minuten, um den Ort zu erreichen. Der Mann wurde noch am Ort für tot erklärt.
Das CODU hat direkt die Feuerwehr von Guimarães alarmiert anstatt unseres eigenen Korps, weil das Einsatzgebiet unseres ist. Wir sind einsatzbereit und hatten die Mittel verfügbar. Wir waren fassungslos, als wir in den sozialen Medien sahen, dass Guimarães auf Anweisung des CODU in unser Einsatzgebiet kam, obwohl unser operativer Teil in Ordnung ist, die Mittel bereitstehen und wir für diesen Einsatz nicht benachrichtigt wurden.
Untersuchung eingeleitet
INEM bestätigte am Sonntag, den 12. Juli, dass es den Einsatz untersuchen werde. In einer Erklärung gegenüber der Nachrichtenagentur Lusa teilte das Institut mit, der Vorfall werde einer internen Analyse unterzogen, um alle angewandten Verfahren und die Umstände zu überprüfen, die die Wahl der Rettungsmittel bestimmten. José Augusto Ferreira, der diensthabende Kommandant der Feuerwehr Taipas, vermutete, dass ein Georeferenzierungsfehler bei der Triage die falsche Einheit entsandt haben könnte. Er wartet auf eine konkrete Erklärung des CODU. Bemerkenswerterweise rief die Polizei erst nach dem Tod des Mannes das Korps von Taipas, um die Leiche zu bergen.
- Anruf bei INEM wegen Herzstillstand eines 48-jährigen Mannes auf der Avenida dos Combatentes do Ultramar, Taipas.
- CODU alarmiert fälschlicherweise die Freiwillige Feuerwehr Guimarães anstelle der örtlichen Feuerwehr Taipas, obwohl beide volle Einsatzbereitschaft hatten.
- Feuerwehr aus Guimarães trifft nach etwa 14-minütiger Fahrt am Ort ein. Der Mann befindet sich im Herzstillstand.
- Der 48-jährige Mann wird für tot erklärt.
- Polizei ruft Feuerwehr Taipas zur Bergung der Leiche.
Bezüglich der Alarmierung der Mittel wird der Vorfall Gegenstand einer internen Analyse sein, um alle angewandten Verfahren und die Umstände zu überprüfen, unter denen die Entscheidung über den Einsatz der Rettungsmittel getroffen wurde.
ANTEM verurteilt systemisches Versagen
Die Nationale Vereinigung der Rettungssanitäter (ANTEM) gab eine Erklärung heraus, in der sie den Vorfall als „ein weiteres besorgniserregendes Zeichen“ für den Zustand des Integrierten Medizinischen Notfallsystems und für die Fähigkeit von INEM, die präklinische Versorgung zu koordinieren, bezeichnete. Der Verband argumentierte, dass die Probleme nicht isoliert seien, sondern eine „strukturelle, operative und organisatorische Verschlechterung widerspiegeln, die die präklinische Notfallversorgung beeinträchtigt hat.“ ANTEM kritisierte die wiederholte Durchführung interner Audits ohne politische und managementbezogene Konsequenzen und machte sowohl die Führung von INEM als auch den Gesundheitsminister verantwortlich. Die angekündigte „Neugründung“ des Instituts habe nicht die erwarteten Veränderungen gebracht. „Eine Reform wird nicht mit Ankündigungen, Reden oder Einzelmaßnahmen gemacht. Sie wird mit technischem Wissen, Planung, Investitionen und einer modernen Vision des Rettungsdienstes gemacht, die sich an internationalen Modellen orientiert“, hieß es.
Eine Reform wird nicht mit Ankündigungen, Reden oder Einzelmaßnahmen gemacht. Sie wird mit technischem Wissen, Planung, Investitionen und einer modernen Vision des Rettungsdienstes gemacht, die sich an internationalen Modellen orientiert.
Reaktionszeitlücke
Daten des örtlichen Kommandanten zeigen, dass die Feuerwehr von Taipas den Mann innerhalb von drei bis fünf Minuten hätte erreichen können. Im Gegensatz dazu musste die von CODU alarmierte Einheit aus Guimarães etwa neun Kilometer und etwa 14 Minuten Fahrzeit zurücklegen. Dieser Unterschied hätte bei einem Herzstillstand, bei dem jede Minute zählt, entscheidend sein können. Der Verband betonte, dass „jeder vermeidbare Fehler Konsequenzen hat“ und dass die Verantwortung nicht auf die Fachkräfte vor Ort abgewälzt werden könne.
- Feuerwehr Taipas (örtlich)
- 4 Minuten
- Feuerwehr Guimarães (entsandt)
- 14 Minuten
Wie es weitergeht
Die interne Untersuchung von INEM läuft, aber es wurde keine Frist für ihre Ergebnisse gesetzt. ANTEM fordert eine strukturelle Reform des präklinischen Systems und lehnt punktuelle Änderungen ab, während der örtliche Kommandant weiterhin eine direkte Erklärung vom CODU sucht. Der Fall verdeutlicht vorerst einen Einsatzfehler, der laut Rettungssanitätern lediglich das neueste Symptom einer tieferen Krise in der portugiesischen Notfallkoordination ist.


