
Ein Toter und 16 Verletzte nach Rammangriff auf Berliner Pride; Verdächtiger aus islamistischen Kreisen identifiziert
Hunderttausende feierten am Samstagabend den Christopher Street Day in Berlin, als ein weißer Transporter in die Besucher im Tiergarten fuhr, einen Menschen tötete und sechzehn verletzte. Die Polizei fahndet nach einem 21-jährigen Mann aus islamistischen Kreisen.
Angriff auf die Feier
Am Samstagabend gegen 22:00 Uhr fuhr ein weißer Transporter in die Menschenmenge der Hunderttausenden, die an der Christopher Street Day Pride Parade im Tiergarten in der Nähe des Brandenburger Tors teilnahmen. Das Fahrzeug kam nach einem Zusammenstoß mit einem Baum zum Stehen. Zeugen sagten der Zeitung Bild, der Fahrer sei anschließend zu Fuß geflüchtet. Die Polizei berichtete, mehrere Opfer hätten Stichwunden, und ermittelt, ob der Angreifer nach dem Verlassen des Fahrzeugs auf Menschen eingestochen hat.
Opfer und Notfallmaßnahmen
Eine Person wurde getötet und sechzehn weitere verletzt, mehrere Opfer schwebten in Lebensgefahr. Die Rettungskräfte reagierten in großem Umfang. Die Festivalorganisatoren brachen die Veranstaltung abrupt ab und zeigten auf großen Bildschirmen das Wort 'Evakuierung', um die Besucher aufzufordern, den Bereich ruhig zu verlassen. Sirenen erfüllten die Luft, als Tausende sich vom Schauplatz entfernten.
- Weißer Transporter fährt in Pride-Menge im Tiergarten nahe Brandenburger Tor
- Fahrzeug trifft Baum; Fahrer flieht zu Fuß
- Polizei ordnet Evakuierung des Festivals an; Bildschirme zeigen 'Evakuierung'
- Polizei nennt Abdul B., 21, als Verdächtigen; Haus durchsucht, keine Festnahmen
- Verdächtiger trotz großer Suchaktion weiterhin auf der Flucht
Verdächtiger: Abdul B.
Die Polizei identifizierte schnell einen Verdächtigen: Abdul B., einen 21-jährigen Mann aus islamistischen Kreisen, wie die Zeitung Tagesspiegel berichtete. Er war im Mai 2026 aus der Jugendhaft entlassen worden. Die Behörden durchsuchten ein Haus in der Nähe des Zusammenstoßes, nahmen jedoch keine Festnahmen vor, und der Verdächtige wurde trotz einer Großfahndung nicht aufgespürt. Er ist weiterhin auf der Flucht.
Politische und öffentliche Reaktionen
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner bezeichnete den Vorfall als Angriff auf die offene Gesellschaft der Stadt.
Nach einem friedlichen und bunten Christopher Street Day wurde die Zusammenkunft für ein tolerantes und friedliches Berlin brutal angegriffen.
Unter den Teilnehmern war der Schock spürbar. Michael Destiny, ein DJ, der als Ordner bei der Veranstaltung fungierte, sagte, der Tag sei schön und friedlich gewesen vor der Tragödie.
Nicht nur das Wetter war schön, es war ein schöner, friedlicher Tag. Deshalb sind wir alle so schockiert, dass so etwas Tragisches passiert ist.
Julian Miethig, ein weiterer Teilnehmer, stellte fest, dass die Feindseligkeit gegenüber LGBTQ+-Menschen zugenommen habe, angefacht durch den Aufstieg der rechtsextremen AfD.
Wir bemerken, dass der Hass aus dem Internet auf die Straße gekommen ist. Wir werden beschimpft, bedroht, angespuckt.
Eine Serie islamistischer Angriffe
Der Rammangriff folgt auf eine Serie von Dschihadistenangriffen in Deutschland in den letzten Jahren: ein Messerangriff auf ein Stadtfest in Solingen (2024), ein Autounfall auf einem Magdeburger Weihnachtsmarkt (2024) und ein Fahrzeugrammangriff auf eine Münchner Demonstration (2025). Das Bundeskriminalamt (BKA) hat wiederholt vor einer hohen Anschlagsgefahr gewarnt, insbesondere aus islamistischen Kreisen. Der Berliner Angriff, auch wenn er Fragen zum genauen Motiv offen lässt, weckt diese Ängste erneut.


