
Verdacht auf Ebola in Cagliari: Patient isoliert, Testergebnisse erwartet, während Ausbruch im Kongo wächst
Die italienischen Gesundheitsbehörden haben in Cagliari Notfallprotokolle aktiviert, nachdem eine kürzlich aus dem Ausland zurückgekehrte Person Symptome zeigte, die mit Ebola vereinbar sind, während der Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda 43 Todesfälle und 263 bestätigte Fälle erreicht hat.
Notfallmaßnahmen auf Sardinien
Am Abend des 30. Mai wurden in Cagliari Gesundheitsprotokolle für einen mutmaßlichen Ebola-Fall ausgelöst. Eine Person, die kürzlich aus dem Ausland zurückgekehrt war und mit dem Virus vereinbare Symptome zeigte, wurde von medizinischem Personal in Schutzanzügen und Masken aus ihrer Wohnung geholt. Polizei, Feuerwehr und Ortspolizei unterstützten den Rettungsdienst 118 vor Ort. Der Patient wurde ins Krankenhaus Santissima Trinità gebracht und unter strenger Isolation in die Abteilung für Infektionskrankheiten eingewiesen.
Das Risiko bleibt in Italien sehr gering.
Das Gesundheitsministerium bestätigte, dass es mit den lokalen Gesundheitsbehörden auf Sardinien und dem Spallanzani-Institut in Rom in Kontakt stehe, wohin die Ebola-Testprobe per Hubschrauber zur Analyse gebracht wurde. Die Ergebnisse werden für den Abend des 31. Mai erwartet. Vorsorglich wurde die Via Manno im historischen Zentrum von Cagliari von der Polizei abgesperrt, wobei unklar bleibt, ob es sich um die Wohnung des Patienten oder die eines möglichen direkten Kontakts handelt.
Der größere Ausbruch in Zentralafrika
Jean Kaseya, Direktor der Afrikanischen Zentren für Seuchenkontrolle und -prävention, erklärte, dass der Ebola-Ausbruch, der den Norden der DRK verwüstet und auf Uganda übergreift, bis zum 30. Mai 43 Todesfälle und 263 bestätigte Fälle verursacht hat. Mehr als 1.100 Verdachtsfälle werden derzeit überwacht. Kaseya warnte in einem Leitartikel der Financial Times, dass die Krise zu einem entscheidenden Test für die betroffenen Länder, seine Behörde und die Afrikanische Union geworden sei, denn „das Risiko einer regionalen Ausbreitung ist bereits Realität.“
Das Risiko einer regionalen Ausbreitung ist bereits Realität.
Die kongolesische Provinz Ituri bleibt das Epizentrum und konzentriert nach UN-Schätzungen 88 % der bestätigten Fälle. Uganda hat neun bestätigte Fälle gemeldet, darunter einen Todesfall. Die anhaltenden Kämpfe zwischen Armee und Milizen im Norden und Nordosten des Landes haben zu ständigen Bevölkerungsbewegungen über durchlässige Grenzen hinweg geführt, was die Gesundheitssysteme überlastet. Für diesen Virusstamm gibt es derzeit keinen zugelassenen Impfstoff oder eine spezifische Behandlung.
Internationale Reaktion und WHO-Präsenz
WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus hält sich an diesem Wochenende in Bunia, der Hauptstadt der Provinz Ituri, auf, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen und mit nationalen Gesundheitsbehörden, darunter Gesundheitsminister Roger Kamba, zu treffen. Kamba sagte auf einer Pressekonferenz am 30. Mai, er erwarte, „den Ausbruch innerhalb von vier bis sechs Monaten zu besiegen oder einzudämmen.“
Vier bis sechs Monate, um den Ausbruch zu besiegen oder einzudämmen.
Parallelalarm in Brasilien
Die Besorgnis hat sich auch auf Brasilien ausgeweitet, wo die Gesundheitsbehörden im Bundesstaat São Paulo einen weiteren Verdachtsfall untersuchen. Ein Mann, der aus der Demokratischen Republik Kongo zurückgekehrt war, wurde mit fieberhaften Symptomen in das Emílio-Ribas-Institut für Infektiologie eingeliefert und unter vorsorglicher Isolation untergebracht, bis die Testergebnisse vorliegen. Die in Cagliari laufenden klinischen Untersuchungen werden nun die Art des Verdachtsfalls klären und jedes Risiko für die Bevölkerung ausschließen.
- Afrika-CDC meldet 43 Todesfälle und 263 bestätigte Ebola-Fälle in der DRK und Uganda.
- Notfallprotokolle in Cagliari aktiviert; Patient von medizinischem Personal in Schutzanzügen aus der Wohnung geholt.
- Patient im Krankenhaus Santissima Trinità isoliert; Testprobe an das Spallanzani-Institut in Rom geschickt.
- WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus besucht Bunia, Provinz Ituri, um den Ausbruch zu bewerten.
- Brasilianische Behörden isolieren einen aus der DRK zurückgekehrten Mann im Emílio-Ribas-Institut in São Paulo.


