
Irland verschärft E-Scooter-Regeln: Verkauf an unter 18-Jährige verboten, Helmpflicht und Führerschein, aber kein vollständiges Verbot
Die Regierung kündigte an, dass der Verkauf an unter 18-Jährige ab August verboten wird und alle Fahrer Helme und Warnwesten tragen, einen Führerschein besitzen und sich an 20 km/h halten müssen.
Die Entscheidung
Die irische Regierung hat sich gegen ein vollständiges Verbot von E-Scootern entschieden und stattdessen ein Paket strenger Vorschriften angekündigt. Der Verkauf der Geräte an Personen unter 18 Jahren wird ab August verboten, was die bestehende Altersgrenze von 16 Jahren erweitert. Alle Fahrer müssen Helme und Warnwesten tragen, einen Führerschein besitzen und eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h einhalten. E-Scooter müssen zudem registriert werden. Taoiseach Micheál Martin hatte letzte Woche noch angedeutet, dass er zu einem vollständigen Verbot tendiere, änderte seine Position jedoch, nachdem er Argumente für Pendler gehört hatte.
Ein vollständiges Verbot bleibt auf dem Tisch.
- Verkaufsverbot für E-Scooter an unter 18-Jährige tritt in Kraft.
- Gesetzgebung zur Einstufung von E-Scootern als mechanisch angetriebene Fahrzeuge, die einen Führerschein und eine Registrierung erfordern.
Das Pendler-Argument
Tánaiste Simon Harris soll die Argumente für Pendler angeführt haben, unterstützt von anderen Ministern. Viele Bus- und Bahnreisende nutzen zusammenklappbare Scooter für die erste oder letzte Meile ihrer Reise und tun dies verantwortungsvoll auf Stadtstraßen, so das Argument. Ein Verbot hätte viele dieser Nutzer in Autos getrieben und die Staus während der Hauptverkehrszeiten verschlimmert. Diese Überlegung überzeugte den Taoiseach letztlich, Regulierung statt Verbot zu verfolgen.
Zweifel an der Durchsetzung
Schon während die neuen Regeln verkündet wurden, wurden ernste Fragen aufgeworfen, ob sie durchgesetzt werden können. Ein diensthabender Kriminalbeamter schrieb im Irish Times, dass Kollegen wegen gefährlicher Fahrweise verfolgt werden, nachdem sie Verdächtige auf E-Scootern und Scramblern verfolgt hatten. Garda-Kommissar Justin Kelly teilte dem Oireachtas-Justizausschuss kürzlich mit, dass 10 Garda-Mitglieder vor Gericht stehen wegen angeblicher gefährlicher oder fahrlässiger Fahrweise bei Diensthandlungen, bei denen keine Verletzungen der Öffentlichkeit oder ihrer selbst auftraten. Sinn-Féin-Vorsitzende Mary Lou McDonald sagte, die Maßnahmen seien ohne angemessene Ressourcen bedeutungslos.
Ein Verbot ist ja schön und gut, aber es bedeutet nichts, wenn es nicht durchgesetzt wird, und alle Beweise in unseren Gemeinschaften zeigen, dass die Gesetze und Vorschriften nicht durchgesetzt werden.
Der Verkehrssprecher der Labour Party, Ciarán Ahern, fügte hinzu, dass die Gardaí oft durch die aktuellen Vorschriften behindert werden, während ein Meinungsartikel von Ciarán Cannon im Irish Examiner argumentierte, dass Irland bereits einen umfassenden Rechtsrahmen für E-Scooter habe, dieser aber nicht umgesetzt werde. Der Abgeordnete von People Before Profit, Paul Murphy, stellte fest, dass schätzungsweise einer von 25 Erwachsenen mindestens einmal im Monat mit einem E-Scooter fährt, und bezeichnete ihn als ein erschwingliches und nachhaltiges Verkehrsmittel, das nicht überstürzt verboten werden sollte.
Politische Reaktionen
Die Grünen begrüßten die Maßnahmen vorsichtig, aber Parteichef Roderic O'Gorman warnte, dass der Zeitplan für die Einführung der Regeln die Gesundheit von Kindern gefährde, und bestand darauf, dass es auch illegal werden müsse, einen E-Scooter für ein Kind zu kaufen. Die Partei begrüßte das Fehlen eines vollständigen Verbots, warnte jedoch davor, dass die Lizenzierung und Registrierung nicht zu einer Hintertür für eine vollständige Einschränkung werden dürfe. People Before Profit forderte eine strengere Durchsetzung des bestehenden Verbots für unter 16-Jährige und strengere Kontrollen von Geräten, die modifiziert wurden, um Geschwindigkeitsbegrenzungen zu überschreiten.
Was als nächstes passiert
Das Verkaufsverbot für unter 18-Jährige tritt im August in Kraft. Später in diesem Jahr wird eine Gesetzgebung eingeführt, die E-Scooter als mechanisch angetriebene Fahrzeuge einstuft, wodurch ein Führerschein und eine Registrierung für alle Nutzer obligatorisch werden. Die Regierung hat klargestellt, dass ein vollständiges Verbot eine weiterhin mögliche Option bleibt, wenn sich das Verhalten auf den Straßen im Herbst und Winter nicht bessert.


