
Erdbeben der Stärke 7,1 erschüttert Japans Kumamoto; Explosion in Einkaufszentrum: Dutzende eingeschlossen, ein Toter, über 90 Verletzte
Ein schweres Erdbeben erschütterte am Dienstagnachmittag Südwestjapan, ließ einen Teil eines Einkaufszentrums einstürzen und löste eine Gasexplosion aus, bei der 20–30 Arbeiter eingeschlossen wurden. Ein Fabrikschornstein stürzte ebenfalls ein und begrub elf Menschen, während eine Person durch ein einstürzendes Haus getötet wurde.
Das Beben und die unmittelbaren Schäden
Ein Erdbeben der Stärke 7,1 traf die Präfektur Kumamoto auf der Insel Kyushu am 28. Juli um 16:27 Uhr Ortszeit, so die japanische Meteorologiebehörde. Der US Geological Survey korrigierte die Stärke später auf 6,8 nach unten. Das Epizentrum lag nahe der Küstenstadt Utou, etwa 50 Kilometer von der Stadt Kumamoto entfernt, und die geringe Tiefe von 10 Kilometern verstärkte die Erschütterungen. Das Beben erreichte Shindo 7, die höchste Stufe der japanischen Erdbebenskala. Starke Nachbeben hielten den ganzen Abend an.
Uns wurde bereits mitgeteilt, dass es Verletzte gibt. In einigen Gebieten gab es Stromausfälle und Brände, während Straßen und Brücken beschädigt wurden und Gebäude einstürzten.
Explosion im Einkaufszentrum
Rund eine Stunde nach dem Beben erschütterte eine gewaltige Explosion die Aeon Mall in der Stadt Kashima. Aufnahmen zeigen eine dichte weiße Rauchwolke, die das Einkaufszentrum einhüllte, die gesamte Fassade abriss und Stahlträger auf den Parkplatz schleuderte. Die Explosion ließ einen Teil des zweiten Stocks einstürzen, sodass 20 bis 30 Mitarbeiter vermisst wurden, so NHK. Polizeiquellen gegenüber lokalen Medien erklärten, dass „mehrere“ Menschen vermutlich tot seien. Vier Verletzte wurden geborgen und ins Krankenhaus eingeliefert, zehn weitere blieben zunächst vermisst.
Es war gewaltig. Eine große Rauchwolke stieg auf, und weil der Wind in diese Richtung wehte, war es, als würde Vulkanasche auf uns herabregnen.
Der Mall-Betreiber Aeon erklärte, Kunden und Mitarbeiter seien sofort nach dem ersten Beben evakuiert worden; die genaue Ursache der Explosion werde noch untersucht. Beamte prüfen ein mögliches Gasleck.
- Erdbeben der Stärke 7,1 erschüttert die Region um Utou, Präfektur Kumamoto
- Explosion in der Aeon Mall in Kashima, zweiter Stock stürzt ein
- Tsunami-Warnung für Ariake- und Yatsushiro-Meer aufgehoben
- Rettungsarbeiten laufen; Evakuierungsbefehl für über 260.000 Menschen
Fabrikeinsturz und weitere Opfer
In einem Werk der Nippon Paper Industries in Yatsushiro stürzte das Beben einen Schornstein um und beschädigte das Hauptgebäude, wodurch elf Arbeiter unter Trümmern eingeschlossen wurden. Rettungskräfte orteten später zwei von ihnen ohne Lebenszeichen; der Zustand der anderen neun war unbekannt. In der Stadt Kumamoto starb ein Bewohner, als sein Haus einstürzte, bestätigte die Polizei. Bis zum Abend wurden mindestens 90 Verletzte in zwei nahegelegene Krankenhäuser gebracht, viele mit Verbrennungen und Knochenbrüchen. Weitere 50 wurden in einem Krankenhaus in der Stadt Hikawa behandelt.
- Bestätigte Tote
- 1 Personen
- Verletzte (mindestens)
- 90 Personen
- Vermisste (Mall + Fabrik)
- 30 Personen
Evakuierungen und Infrastruktur
Mehr als 260.000 Einwohner der Präfekturen Kumamoto und des benachbarten Nagasaki wurden zur Evakuierung aufgefordert. Rund 48.000 Haushalte waren ohne Strom, berichtete Kyushu Electric Power. Der gesamte Schienenverkehr auf Kyushu wurde eingestellt, der internationale Flughafen in Kumamoto geschlossen und Abschnitte der Kyushu-Autobahn aufgerissen. Teile der Außenmauer der historischen Burg Kumamoto stürzten ein. Eine Tsunami-Warnung für das Ariake- und das Yatsushiro-Meer wurde innerhalb von zwei Stunden aufgehoben. Das Kernkraftwerk Sendai zeigte keine Schäden oder Sicherheitsprobleme, bestätigte die IAEO.
Reaktion von Regierung und Unternehmen
Premierministerin Sanae Takaichi sagte Reportern, die Behörden seien noch dabei, das Ausmaß der Zerstörung zu bewerten, und forderte die Menschen auf, sich in Sicherheit zu bringen. Hunderte Soldaten wurden zur Unterstützung der Rettungsteams entsandt. Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC) evakuierte sein örtliches Werk und aktivierte Notfallprotokolle zur Inspektion der Anlagen. Die Aeon Mall, die rund 200 Geschäfte beherbergt, blieb abgesperrt, während die Such- und Rettungsarbeiten in die Nacht hinein andauerten.
Ich spürte einen ersten Ruck und dann ein sehr starkes Zittern. Mein Laptop glitt auf dem Schreibtisch hin und her. Es hörte einfach nicht auf zu beben.

