Dürre reduziert Grasschnitt in Rheinland-Pfalz und zehrt Futterreserven der Betriebe auf
Anhaltende Trockenheit in Rheinland-Pfalz hat die Landwirte auf zwei Grasschnitte begrenzt und die Maiserträge halbiert, was Viehbetriebe zwingt, stark auf die Reserven der Vorjahre zurückzugreifen.
Reduzierte Grasschnitte und verbrannte Weiden
In Habscheid-Hallert im Eifelkreis Bitburg-Prüm stehen Milchviehbetriebe aufgrund wochenlanger Trockenheit vor schweren Futterdefiziten. Stefan Fiedler, ein 53-jähriger Landwirt, der auch stellvertretender Vorsitzender des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau ist, bewirtschaftet 120 Hektar Grünland. Unter normalen Wetterbedingungen hätten die regionalen Betriebe bis Ende August vier Grasschnitte absolviert. Aufgrund der anhaltenden Dürre waren auf seiner Fläche bisher nur zwei Schnitte möglich. Fiedler erklärte, dass der trockene Boden das Graswachstum auf dem gesamten Grundstück zum Stillstand gebracht habe, obwohl er hofft, dass im Oktober noch ein zusätzlicher Schnitt möglich sein könnte.
Natürlich blutet uns das Herz, wenn wir die gelben Felder sehen, denn dort sollte eigentlich das Futter für unsere Tiere wachsen.
- Erwartung bei normalem Wetter
- 4 Schnitte
- Tatsächliche Schnitte 2026
- 2 Schnitte
Geringe Maiserträge und hoher Viehbestandsverbrauch
Die Trockenperiode hat auch die Futtermaisernten, einen wesentlichen Bestandteil der Tierernährung, stark beeinträchtigt. Fiedler erwartet, dass sein Betrieb kaum die Hälfte der Maismenge der Vorjahre ernten wird. Hohe Temperaturen und ausbleibende Niederschläge verhinderten, dass viele Maispflanzen Kolben ausbildeten, während überlebende Pflanzen nur zu einem Drittel oder der Hälfte der normalen Kornkapazität gefüllte Ähren hervorbrachten. Die Deckung des Nährstoffbedarfs bleibt anspruchsvoll, da jede Milchkuh täglich etwa 50 Kilogramm Futter verbraucht. Fiedler bewirtschaftet einen Gesamtbestand von mehr als 400 Tieren, darunter etwa 200 Milchkühe.
- Gesamtviehbestand
- 400 Tiere
- Milchkühe
- 200 Tiere
Landesweite Futterdefizite von Bauernverbänden gemeldet
Landwirtschaftliche Organisationen bestätigen, dass Futterknappheit in ganz Rheinland-Pfalz weit verbreitet ist. Herbert Netter, Sprecher des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau in Koblenz, erklärte, dass die Betriebe im gesamten Gebiet nicht genügend Tierfutter anbauen konnten und bei zwei Grasschnitten stecken geblieben sind. Die meisten Betriebe haben bereits stark auf die aus dem Vorjahr eingesparten Futterreserven zurückgegriffen. In den südlichen Landesteilen begann das Defizit bereits früher im Sommer. Jana Beck, Sprecherin des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd in Mainz, berichtete, dass die Weiden nach den ersten beiden Schnitten versengt waren, was ein Nachwachsen verhinderte. Betriebe mit Weidehaltung waren bereits im Juni und Juli gezwungen, zusätzliche eingelagerte Vorräte zu verfüttern.
Erschöpfte Reserven und langfristige Anpassung der Betriebe
Um die täglichen Futterrationen aufrechtzuerhalten, haben die Tierhalter auf Silage zurückgegriffen, die in den letzten beiden ertragreichen Saisons angelegt wurde. Fiedler hat Grassilage und Maissilage in großen Kammern eingelagert, rechnet aber damit, dass diese Reserven nur noch zwei Monate reichen, bevor er die kleinere Ernte 2026 verfüttern muss. Landwirtschaftliche Betriebe ohne Überschussbestände verbrauchen bereits ihre geplanten Wintervorräte. Fiedler warnte, dass bei einer Rückkehr der Trockenheit im nächsten Frühjahr Betriebe mit erschöpften Reserven vor akuten Schwierigkeiten stehen und Tiere durch Verkauf oder Schlachtung abstocken müssten. Um sich auf längere Trockenphasen einzustellen, säen die Landwirte widerstandsfähigere Arten wie Rohrschwingel in ihre Grünlandnarben ein.
Der nächste Frühling ist sehr entscheidend.


