
Ukrainische Drohnen töten zwei in Rostow am Don, verletzen 12 in Belgorod; russische Angriffe treffen Saporischschja und Sumy
Nächtliche ukrainische Drohnenangriffe auf Rostow am Don und Belgorod in Russland forderten mindestens zwei Tote und 17 Verletzte, während russische Luftangriffe auf Saporischschja und Sumy nach Angaben lokaler Behörden einen Toten und sieben Verletzte hinterließen.
Nächtliche Drohnenangriffe auf russische Grenzstädte
Ukrainische Streitkräfte haben in der Nacht von Sonntag auf Montag eine Reihe von Drohnenangriffen auf die südwestrussischen Städte Rostow am Don und Belgorod gestartet. In Rostow am Don, einem wichtigen Exporthub am Asowschen Meer, trafen Trümmer unbemannter Luftfahrzeuge ein Wohnhaus, töteten ein Ehepaar und verletzten fünf weitere Personen, von denen zwei in kritischem Zustand waren. Regionalgouverneur Juri Sljusar übermittelte die Informationen via Telegram und fügte hinzu, dass Drohnenfragmente Brände in Lagerhäusern auslösten und Fenster in mehreren Wohnblocks zertrümmerten. Der Bürgermeister von Rostow am Don, Alexander Skrjabin, bestätigte die Schäden am Wohnhaus. Die russische Staatsnachrichtenagentur Tass berichtete unter Berufung auf den Gouverneur, dass ein Teenager unter den Schwerverletzten sei. In Belgorod, nahe der ukrainischen Grenze gelegen, wurden mindestens 12 Menschen verletzt, darunter zwei Kinder. Die örtlichen Behörden erklärten, ein Wohnhaus sei in Brand geraten und mehr als 15 Fahrzeuge seien bei dem Angriff zerstört worden. Die Drohnenangriffe auf russisches Territorium erfolgten Stunden, nachdem russische Streitkräfte Sumy und Saporischschja bombardiert hatten.
Russische Luftangriffe auf ukrainische Städte
Auf der anderen Seite der Frontlinie griffen russische Streitkräfte mehrere ukrainische Städte an. In Saporischschja töteten eine gelenkte Fliegerbombe und ein Drohnenangriff eine Person und verletzten zwei weitere, so Regionalgouverneur Iwan Fedorow. Ein separater Bericht von News 24/7 zitierte jedoch einen Beamten, der angab, dass in derselben Stadt zwei Männer getötet und 13 weitere verletzt worden seien. Saporischschja wird seit Monaten fast täglich bombardiert. In Sumy warfen russische Militärflugzeuge am späten Sonntagabend Bomben ab und verletzten fünf Menschen, wie Gouverneur Oleh Chryhorow mitteilte. Zwei weitere Zivilisten wurden am Sonntag in Tschernihiw getötet, berichteten ukrainische Behörden, während das russische Verteidigungsministerium eine breitere Operation gegen ukrainische Häfen und die Schifffahrt ankündigte.
Untergang der Golden Leo vor Odessa
Am späten Sonntag teilten die ukrainischen Hafenbehörden mit, dass der unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrende Massengutfrachter Golden Leo nahe dem Hafen von Odessa gesunken sei. Das Schiff war in der Vorwoche bei einem Angriff getroffen worden. Neun Besatzungsmitglieder kamen ums Leben, acht wurden gerettet. Der Untergang reiht sich in eine Serie von Vorfällen auf See im Schwarzen Meer seit der Invasion ein.
- Golden Leo sinkt vor Odessa, nachdem es letzte Woche getroffen wurde; 9 Besatzungsmitglieder getötet.
- Russische Flugzeuge bombardieren Sumy, fünf Verletzte.
- Ukrainische Drohnen treffen Rostow am Don (2 Tote, 5 Verletzte) und Belgorod (12 Verletzte); russische Angriffe auf Saporischschja töten 1-2 und verletzen bis zu 13.
Russische Behauptungen über Angriffe auf Hafeninfrastruktur
Das russische Verteidigungsministerium erklärte in einer Reihe von Telegram-Beiträgen, seine Streitkräfte hätten das Containerterminal in Tschornomorsk nahe Odessa angegriffen und behaupteten, die Anlage sei für die Abfertigung von Militärfracht genutzt worden. Ein Schiff, das für den Transport von Militärgütern ausgelegt sei, sei südlich von Odessa getroffen worden, so das Ministerium. Zwei weitere Massengutfrachter seien ebenfalls getroffen worden, hieß es in einem weiteren Beitrag, allerdings ohne Angaben zu Zeitpunkt oder Ort.
Unbestätigte Behauptungen und Dementis
Sowohl Russland als auch die Ukraine beteuern, im Konflikt, der mit der russischen Vollinvasion im Februar 2022 begann, keine Zivilisten anzugreifen. Die von lokalen Beamten gemeldeten Opferzahlen konnten nicht unabhängig überprüft werden, wie Reuters anmerkte. Diplomatische Bemühungen zur Beendigung der Kämpfe haben bisher keinen Durchbruch erzielt, und grenzüberschreitende Angriffe fordern weiterhin auf beiden Seiten Todesopfer. Die nächtlichen Gefechte setzten das Muster von Angriffen großer Reichweite fort, das den Konflikt seit 2022 prägt.

