
Russische Drohnen treffen Personenzug und Tanklager nahe polnischer Grenze nach diplomatischem Transit
Russische Drohnen trafen die Lokomotive eines Warschauer Personenzuges und ein Tanklager in Jahodyn, wenige Minuten nachdem ein Diplomatenzug mit Boris Johnson den Grenzbahnhof verlassen hatte.
Angriffe an der Grenze
Russische Drohnen trafen am Sonntag, den 13. September 2026, mehrere Ziele innerhalb von zwei Kilometern zur ukrainischen Grenze mit Polen. Ein Angriff traf direkt die Lokomotive eines von Kiew nach Warschau fahrenden Personenzuges in der Oblast Wolyn im Nordwesten der Ukraine. Der polnische Premierminister stellte fest, dass ein Einschlag 800 Meter von der Grenze entfernt erfolgte, während polnische Bahn- und Regierungsbeamte den Treffer der Lokomotive auf zwei Kilometer von der Grenze bezifferten. Eine weitere russische Drohne landete nach Angaben des polnischen Innenministers Marcin Kierwiński nahe dem Grenzübergang Dorohusk-Jahodyn. In der Grenzstadt Jahodyn traf ein dritter Angriff eine gewerbliche Tankstelle. Karolina Gałecka, Sprecherin des polnischen Innenministeriums, schilderte die Schäden an der Tankstelle.
Die unbemannte Drohne traf eine Tankstelle in der Stadt Jahodyn, 2 km von der polnischen Grenze entfernt.
Westliche Würdenträger in der Nähe des Einschlagsortes
Der ukrainische Staatsbahnbetreiber Ukrsalisnyzja meldete, dass kurz vor dem Angriff ein Diplomatenzug in Jahodyn stationiert war. Der Zug beförderte den ehemaligen britischen Premierminister Boris Johnson sowie Sicherheitsberater mehrerer EU-Mitgliedstaaten. Der ehemalige CIA-Direktor David Petraeus befand sich zur genauen Zeit des Angriffs in einem weiteren Zug im Bahnhof Jahodyn. Ukrsalisnyzja berichtete, dass der Diplomatenzug aufgrund von Frühwarnungen früher als geplant abfuhr.
Es ist durchaus möglich, dass das Ziel der russischen Drohne auch der Diplomatenzug war.
Evakuierung und Infrastrukturschäden
Ein Bahnkoordinator entdeckte die anfliegende Drohne mit Düsenantrieb, was 15 Minuten vor dem Einschlag eine Not-Evakuierungsanordnung auslöste. Alle 206 Passagiere des Zuges Kiew-Warschau flüchteten auf die Bahnsteige, bevor die Drohne die Lokomotive traf, sodass keine Passagiere verletzt wurden. Der polnische Bahnbetreiber PKP Intercity erklärte, der Personenzug werde voraussichtlich mit einer Verspätung von über sechs Stunden seine Fahrt nach Warschau fortsetzen. An der nahegelegenen Tankstelle in Jahodyn setzte der Einschlag zwei Lastwagen in Brand. Russische Angriffe trafen auch Bahnanlagen in der Oblast Winnyzja in der zentralwestlichen Ukraine und töteten mindestens zwei Menschen in Kramatorsk im Osten des Landes.
- Ein Diplomatenzug mit Boris Johnson und EU-Sicherheitsberatern hält am Bahnhof Jahodyn
- Ein Bahnkoordinator entdeckt eine anfliegende Drohne mit Düsenantrieb und ordnet Evakuierung an
- Eine russische Drohne trifft die Lokomotive des Kiew-Warschau-Zuges mit 206 evakuierten Passagieren
- Drohnen treffen eine Tankstelle in Jahodyn und landen nahe dem Grenzübergang Dorohusk-Jahodyn
- Polen verurteilt die Angriffe nahe seiner Grenze als Terrorakt
Diplomatische Reaktionen und militärische Behauptungen
Ukrsalisnyzja bezeichnete die Angriffe als systemischen Angriff auf das Bahnsystem und versetzte Überwachungszentren und Bahnmitarbeiter landesweit in erhöhte Alarmbereitschaft. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete den Angriff nahe der polnischen Grenze als vorsätzlich. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte Angriffe auf die Bahninfrastruktur in der Westukraine und behauptete, die Strecken seien für den Transport europäischer Militärgüter genutzt worden. Während eines Besuchs in Kiew am Sonntag verurteilte der polnische Außenminister Radosław Sikorski die Angriffe gemeinsam mit seinem ukrainischen Amtskollegen.
Der russische Terror klopft nicht nur an die Tür, er ist bereits im Haus.
Der ukrainische Außenminister rief die internationalen Verbündeten zu schärferen Sanktionen und erweiterter Militärhilfe auf. Der Bahnkorridor zwischen Kiew und Polen dient als primärer Landweg für ausländische Würdenträger in die Ukraine, nachdem er zuvor im Mai 2025 den französischen Präsidenten Emmanuel Macron sowie in der Woche vor dem Angriff Steve Witkoff und Jared Kushner befördert hatte. Polen verurteilte den Angriff am Sonntagabend offiziell als Terrorakt.


