
Russische Drohnen treffen Zug Kiew–Warschau und Grenzposten nahe Polen
Eine russische Drohne traf einen Personenzug mit 206 Menschen von Kiew nach Warschau, während eine andere einen Lastwagen 800 Meter von Polen entfernt traf, was zu einer vorübergehenden Grenzschließung führte.
Angriffe auf grenznahe Verkehrswege
Eine russische Drohne traf am Sonntag, den 13. September, die Lokomotive eines Personenzugs von Kiew nach Warschau. Der Angriff ereignete sich in der westukrainischen Region Wolyn, etwa zwei Kilometer von der polnischen Grenze entfernt. Der polnische Betreiber PKP Intercity und die ukrainische Staatsbahn Ukrzaliznytsia bestätigten, dass sich zum Zeitpunkt des Einschlags 206 Passagiere an Bord befanden. Eine spezielle Eisenbahn-Überwachungseinheit hatte die anfliegende Drohnengefahr zuvor erkannt und die Besatzung alarmiert, sodass diese Sicherheitsvorkehrungen treffen konnte. Sowohl ukrainische als auch polnische Behörden meldeten keine Verletzten unter den Fahrgästen oder dem Bahnpersonal.
Wir überwachen ständig Luftbedrohungen, halten den Zugverkehr aufrecht und ergreifen maximale Sicherheitsmaßnahmen für die Fahrgäste und das Bahnpersonal.
Kurz nach dem Angriff auf die Bahn traf eine weitere russische Drohne einen Lastwagen nahe dem Grenzübergang zwischen Dorohusk auf polnischer Seite und Jahodyn auf ukrainischer Seite. Ein Sprecher der polnischen Grenzschutzbehörde sagte Reuters, der Einschlag habe etwa 800 Meter von polnischem Territorium entfernt stattgefunden. Die polnischen Behörden setzten den Betrieb am Grenzkontrollpunkt Dorohusk-Jahodyn nach der Explosion vorübergehend aus und nahmen ihn später am Tag wieder auf.
- Lastwagenangriff Dorohusk-Jahodyn
- 800 m
- Lokomotivangriff Wolyn
- 2000 m
Warnungen im Schienennetz und Betriebsstörungen
Ukrainische Beamte warfen Moskau vor, systematische Angriffe auf die nationale Eisenbahninfrastruktur durchzuführen. Nach den Angriffen am Wochenende versetzte Ukrzaliznytsia ihre zentrale Überwachungsstation und die gesamte Belegschaft in höchste Alarmbereitschaft. Die Bahn warnte die Fahrgäste vor möglichen Notfallevakuierungen, weitreichenden Zugverspätungen und Fahrplanänderungen in der zentralen Region Dnipro. Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyy erklärte, die russischen Streitkräfte hätten den Personenzug absichtlich angegriffen.
Zum zweiten Mal in Folge greift der Feind die Eisenbahn an. Heute traf der Feind in der Region Wolyn, zwei Kilometer von der polnischen Grenze entfernt, die Lokomotive eines Personenzugs.
Die Ukraine ist stark auf Überlandfrachtkorridore und Grenzübergänge nach Polen, Rumänien und Moldau angewiesen, um den Handelsverkehr aufrechtzuerhalten und westliche Ausrüstungslieferungen zu erhalten. In den letzten Wochen haben russische Streitkräfte mit zunehmender Häufigkeit Transitverbindungen zu verbündeten Nationen angegriffen.
Militärische Rechtfertigungen und regionaler Luftrausalarm
Das russische Verteidigungsministerium bestätigte Angriffe auf die Verkehrsinfrastruktur in der Westukraine und erklärte, die angegriffenen Anlagen seien für den Transport von Militärlieferungen aus europäischen Ländern genutzt worden. Die Nähe der Angriffe zum NATO-Gebiet löste auch in anderen Teilen des Baltikums Notfallmaßnahmen aus.
- Russische Drohne trifft Lokomotive des Kiew-Warschau-Zugs mit 206 Fahrgästen zwei Kilometer von der polnischen Grenze.
- Drohne trifft Lastwagen 800 Meter von polnischem Gebiet entfernt und schließt vorübergehend den Grenzposten.
- Litauen stoppt Flüge für 38 Minuten, bis NATO-Jet bestätigt, dass Radarkontakt Vögel waren.
- Stadtbeamte aus Nischnekamsk melden mindestens zwei Tote bei Drohnenangriffen auf Industrieanlagen.
In Litauen schlossen die Luftfahrtbehörden vorübergehend den internationalen Flughafen Vilnius, nachdem das Radar ein nicht identifiziertes Luftobjekt entdeckt hatte. Die nationale Krisenmanagementzentrale hob den Luftalarm nach 38 Minuten auf und öffnete den Flughafen wieder, als ein NATO-Kampfjet Sichtkontakt herstellte und bestätigte, dass es sich bei dem Radarsignal um einen Vogelschwarm und nicht um eine Drohne handelte. Die Behörde stellte fest, dass Radarsignale von Vogelschwärmen und unbemannten Luftfahrzeugen zunächst identisch aussehen können.
Weitere Angriffe in Industrie- und Kernkraftzonen
Grenzüberschreitende und tief im Hinterland liegende militärische Angriffe setzten sich auch in anderen Sektoren fort. Im von Russland besetzten Gebiet der südöstlichen ukrainischen Region Saporischschja beschuldigte der Chef des staatlichen Kernenergieunternehmens Rosatom ukrainische Streitkräfte, Tanklaster nahe dem Kernkraftwerk Saporischschja angegriffen zu haben.
Der Bürgermeister der russischen Stadt Nischnekamsk meldete unterdessen, dass ukrainische Drohnen zivile und industrielle Einrichtungen getroffen hätten, wobei mindestens zwei Menschen getötet und mehrere weitere verletzt worden seien. Die ukrainischen Behörden äußerten sich zunächst nicht zu den Opfern in Nischnekamsk, bestätigten jedoch einen Angriff auf eine Ölraffinerie in Südrussland.


