
Ukrainische Drohne trifft zivilen Bus in Donezk, sieben Tote, während Kiew massiven Angriff auf russische Energieziele startet
Eine ukrainische Drohne hat einen Reisebus auf der Strecke Moskau-Simferopol in der russisch kontrollierten Region Donezk getroffen, wobei nach Angaben der von Moskau eingesetzten lokalen Verwaltung mindestens sieben Zivilisten getötet und 11 verletzt wurden.
Der Busangriff in Jenakijewe
Eine ukrainische Drohne traf in den frühen Morgenstunden des Mittwochs, 3. Juni, einen Reisebus auf der Strecke Moskau-Simferopol nahe Jenakijewe im russisch besetzten Teil der ukrainischen Region Donezk. Denis Puschilin, der von Moskau eingesetzte Leiter der Region, teilte auf Telegram mit, dass sieben Zivilisten getötet und 11 weitere verletzt wurden, darunter ein Kind. Der Bus hielt Berichten zufolge an, um Fahrgäste aufzunehmen, als er getroffen wurde. Das russische Ermittlungskomitee leitete nach Angaben von Sprecherin Swetlana Petrenko ein Strafverfahren nach dem Paragrafen „Terroranschlag“ ein.
Ukrainische Faschisten haben in den frühen Morgenstunden einen weiteren Akt beispielloser und unmenschlicher Aggression begangen. Eine Kampfdrohne griff einen Bus auf der Strecke Moskau-Simferopol in Jenakijewe an.
Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, bezeichnete den Angriff als Teil einer ukrainischen „Menschenjagd“ auf Zivilisten, während Sonderbotschafter Rodion Miroschnik Kiew vorwarf, westliche militärische und finanzielle Unterstützung zu nutzen, „um zivile Verkehrsverbindungen zu lähmen und unerträgliche Lebensbedingungen zu schaffen“. Die Ukraine, die stets betont, nur militärische und industrielle Ziele anzugreifen, äußerte sich zunächst nicht. Eine unabhängige Überprüfung des Vorfalls war nicht möglich.
Kiews nächtlicher Drohnenhagel
Gleichzeitig startete die Ukraine einen ihrer größten Langstreckendrohnenangriffe auf russisches Territorium. Das russische Verteidigungsministerium meldete, dass in der Nacht 354 ukrainische Starrflügeldrohnen über 15 Regionen abgefangen und zerstört wurden, darunter Moskau, Belgorod, Kursk, Smolensk und Leningrad sowie die annektierte Krim und das Asowsche Meer. Der Gouverneur von Leningrad, Alexander Drosdenko, erklärte, allein in seiner Region seien rund 50 Drohnen abgeschossen worden.
- Russland startet 656 Drohnen und Raketen gegen die Ukraine; mindestens 23 Tote, über 130 Verletzte
- Ukraine startet 354 Drohnen gegen 15 russische Regionen, die Krim und das Asowsche Meer
- Ukrainische Drohne trifft Bus auf der Strecke Moskau-Simferopol in Jenakijewe; 7 Tote, 11 Verletzte
- Drohnen treffen Ölterminal in Sankt Petersburg, Marinestützpunkt Kronstadt und Waffenfabrik in Tambow
- Flughafen Pulkowo in Sankt Petersburg schränkt vorübergehend Flüge ein; Brände am Ölterminal gemeldet
Angriffe auf Sankt Petersburg und Energieinfrastruktur
Ukrainische Drohnen erreichten Sankt Petersburg, rund 1.200 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, und trafen Infrastruktur in mehreren Bezirken. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, ukrainische Streitkräfte hätten strategische Ziele getroffen, darunter einen Ölterminal in Sankt Petersburg, der „für militärische Zwecke“ genutzt werde, militärische Einrichtungen auf dem Marinestützpunkt Kronstadt und eine Waffenfabrik in der Region Tambow. Der Ölterminal ist Teil des Großen Hafens von Sankt Petersburg am Finnischen Meerbusen, einer der größten Treibstofflager- und Exportanlagen Russlands mit einem geschätzten Umschlagvolumen von 12,5 Millionen Tonnen pro Jahr. Über der Infrastruktur war schwarzer Rauch zu sehen, und Anwohner veröffentlichten Fotos und Videos von Explosionen und Bränden. Der Flughafen Pulkowo schränkte vorübergehend den Flugverkehr ein.
Ukrainische Streitkräfte haben mehrere strategische Ziele getroffen, darunter einen Ölterminal in Sankt Petersburg, militärische Einrichtungen auf dem Marinestützpunkt Kronstadt und eine Waffenfabrik in der Region Tambow.
Der breitere Eskalationskontext
Die Drohnenangriffe erfolgten einen Tag nach Russlands massivem Raketen- und Drohnenhagel auf die Ukraine am 2. Juni, bei dem mindestens 23 Menschen getötet und mehr als 130 verletzt wurden. Sechzehn dieser Todesfälle ereigneten sich in der Stadt Dnipro. Die ukrainische Luftwaffe berichtete, Moskau habe in der Nacht zum Dienstag 656 Drohnen gestartet, von denen 54 Drohnen und 33 Raketen die Luftabwehr durchdrangen. Russland erklärte, dieser Angriff sei Vergeltung für einen tödlichen ukrainischen Angriff auf ein Wohnheim in der russisch kontrollierten Region Luhansk vor zwei Wochen gewesen, den Kiew bestreitet.
Auf ukrainischer Seite tötete ein russischer Drohnenangriff eine 86-jährige Frau in der Region Cherson, wie der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Jaroslaw Schanko, mitteilte. Die Angriffe auf Sankt Petersburg fielen mit der Eröffnung des Internationalen Wirtschaftsforums zusammen, einer jährlichen Konferenz von Wirtschaftsführern und Regierungsvertretern, die von Präsident Wladimir Putin ausgerichtet wird.
- Russischer Angriff (2. Juni) – getötet
- 23 Personen
- Russischer Angriff (2. Juni) – verletzt
- 130 Personen
- Busangriff (3. Juni) – getötet
- 7 Personen
- Busangriff (3. Juni) – verletzt
- 11 Personen
- Drohnenangriff Cherson (3. Juni) – getötet
- 1 Personen


