
Griechische Polizei zerschlägt neunköpfigen Drogenring auf Mykonos mit türkischem Anführer
Die griechische Drogenbekämpfung nahm auf Mykonos neun Verdächtige fest und deckte eine Tarnfirma mit Kleinbussen, codierte Kommunikation und Pläne zur Nachahmung mexikanischer Kartelltaktiken auf.
Netzwerkstruktur und Transporttarnung
Griechische Strafverfolgungsbeamte der Drogenverfolgungs-Unterdirektion des griechischen FBI zerschlugen ein neunköpfiges Betäubungsmittel-Vertriebssyndikat, das auf der Insel Mykonos operierte. Die Organisation wurde von einem 35-jährigen türkischen Staatsangehörigen geleitet, der die operative Kontrolle über Drogenkäufe, Vertriebslogistik und Preise innehatte. Um den Vertrieb über touristische Einrichtungen zu erleichtern, betrieb die Organisation ein kommerzielles Transferunternehmen, das mit einer Flotte von sieben Kleinbussen ausgestattet war. Die Fahrer des Transportdienstes fungierten als Kuriere und direkte Händler, die aktiv Touristen ansprachen und verschiedene kontrollierte Substanzen lieferten. Grundbuchauszüge belegten, dass der mutmaßliche Anführer zudem ein Gebäude in der Türkei besaß, eine 250 Quadratmeter große Parkanlage in Athen mietete und zwei Immobilien in Attika hielt, um zukünftige Geschäfte zu unterstützen.
Codierte Kommunikation und Verkaufspreise
Abgehörte Telefongespräche, die von den Ermittlern gesammelt wurden, dokumentierten einen umfangreichen Wortschatz codierter Begriffe, mit denen die Syndikatsmitglieder ihre Transaktionen tarnten. Pink Cocaine wurde als „Lahmacun“, „pinke Garnitur“, „bunt“ und „geheimes Rezept“ bezeichnet, während normales Kokain als „Eier“, „Mädchen“, „Einzelpersonen“ oder „Babys“ betitelt wurde. Roh-Cannabis erhielt den Decknamen „Jenny“, MDMA wurde „Dame“ genannt, und die griechischen Polizeibeamten auf der Insel wurden als „hübsche Jungs“ bezeichnet. Die polizeilichen Ermittlungen erfassten zudem eine feste Preisliste für illegale Substanzen, die auf der Insel vertrieben wurden.
- Roh-Cannabis (pro Gramm)
- 20 €
- Ecstasy (pro Tablette)
- 20 €
- MDMA Mindestpreis (pro Gramm)
- 70 €
- MDMA Höchstpreis (pro Gramm)
- 80 €
- Kokain Mindestpreis (pro Gramm)
- 120 €
- Kokain Höchstpreis (pro Gramm)
- 150 €
- Pink Cocaine Mindestpreis (pro Gramm)
- 170 €
- Pink Cocaine Höchstpreis (pro Gramm)
- 200 €
- Cannabis-Vape Mindestpreis (pro Stück)
- 100 €
- Cannabis-Vape Höchstpreis (pro Stück)
- 120 €
Abgefangene Transaktionen und Kartellverweise
Aufgezeichnete Telefonabhörprotokolle zeigten zahlreiche Interaktionen zwischen den Kleinbusfahrern und der Führung über Verkäufe und Produktqualität. In einem aufgezeichneten Gespräch kontaktierte ein Kurier den Rädelsführer wegen amerikanischer Touristen, die Pink Cocaine unter dem Decknamen „Lahmacun mit der pinken Garnitur“ bestellt hatten. Der Anführer legte einen Mindestpreis von 150 Euro fest und schlug einen Eröffnungspreis von 180 Euro vor. Eine weitere Aufnahme hielt fest, wie ein Fahrer sich mit Beschwerden eines unzufriedenen Käufers befasste, der behauptete, die gelieferte Substanz sei defekt gewesen. Daraufhin diskutierten die Verdächtigen, ob die Luftfeuchtigkeit die Charge beschädigt habe oder ob Erhitzen die Qualität wiederherstellen könne. Die Abhörprotokolle zeigten auch Diskussionen über gewaltsame Vergeltung gegen Strafverfolgungsbehörden, wobei Mitglieder Taktiken vorschlugen, die von mexikanischen Kartellen inspiriert waren.
Wir sollten dort mit zwei vollen Kleinbussen voller Leute vorfahren und sie komplett verprügeln. Und wir werden ihnen die pinken Tickets direkt in den Mund stopfen, einfach so, alle.
In späteren Gesprächen diskutierten die Mitglieder darüber, maskierte Schläger anzuheuern, um Körperverletzungen durchzuführen, die so schwerwiegend sein sollten, dass verletzte Polizisten auf Krankenbahre abtransportiert werden müssten.
Gerichtsverfahren und Termine
Nach den Festnahmen durch die spezialisierte Drogeneinheit erhoben die Staatsanwälte förmlich Strafanzeige gegen alle neun inhaftierten Verdächtigen. Die Angeklagten beantragten und erhielten Verfahrensverlängerungen, um ihre rechtliche Verteidigung vorzubereiten, bevor sie vor dem Ermittlungsrichter aussagten. Die Justizbehörden ordneten die Vernehmungen an drei aufeinanderfolgenden Tagen an und wiesen die Verdächtigen an, am Dienstag, Mittwoch bzw. Donnerstag vor Gericht zu erscheinen.
- Die Drogenverfolgungs-Unterdirektion nimmt neun Verdächtige auf Mykonos fest
- Erste Gruppe der Verdächtigen legt förmliche Aussagen ab
- Zweite Gruppe der Verdächtigen legt förmliche Aussagen ab
- Letzte Gruppe der Verdächtigen legt förmliche Aussagen ab


