
Italienischer Rentner in Egio wegen Doppelmordes angeklagt – Gerichtsmedizinische Ergebnisse stehen noch aus; Verteidigung beteuert Unschuld
Ein 65-jähriger Italiener befindet sich in Patras in Untersuchungshaft, angeklagt wegen vorsätzlicher Tötung seiner 54-jährigen Lebensgefährtin und ihres 26-jährigen Sohnes im Dorf Longos, Ägialeia. Er bestreitet jede Beteiligung, während die Polizei auf entscheidende forensische Laborergebnisse wartet, die heute erwartet werden.
Der Tatort
Eine 54-jährige Frau und ihr 26-jähriger Sohn wurden am Dienstagmorgen tot in ihrem Haus in Longos, Egio, aufgefunden. Die Frau wies 27 Messerstiche auf, ihr Sohn wurde sieben Mal erstochen und hatte zudem eine Schusswunde von einem Luftgewehr, wie der Gerichtsmediziner laut ANT1 mitteilte. Die Leiche der Frau wurde in der Nähe des Eingangs zum Schlafzimmer ihres Sohnes entdeckt, was die Ermittler zu der Annahme veranlasst, dass sie versuchte einzugreifen und mit dem Angreifer kämpfte. Der 65-jährige italienische Lebensgefährte der Frau wurde festgenommen und wird im Polizeipräsidium von Patras festgehalten.
Die Aussage des Tatverdächtigen
Der Tatverdächtige behauptet, in der Mordnacht im Wohnzimmer geschlafen zu haben und nichts gehört zu haben, nicht einmal den Schuss. Er sagt, er habe die Leichen gegen 11 Uhr am Dienstag entdeckt und dann einen befreundeten Nachbarn angerufen, der daraufhin die Polizei alarmierte. Sein Anwalt Vasileios Noulezas erklärte gegenüber NewsIT, das Paar habe ein friedliches, harmonisches Verhältnis gehabt und der Tatverdächtige habe die Frau und ihren Sohn finanziell unterstützt. Der Anwalt sagte auch, die Frau habe in letzter Zeit unter psychischen Problemen gelitten und einen Psychiater aufgesucht.Ich bin unschuldig. Ich liebe meine Frau und meinen Sohn sehr.
Die Ermittlungsergebnisse
Die Polizei fand keine Anzeichen für einen gewaltsamen Eintritt ins Haus, und Überwachungskameras eines Nachbargrundstücks zeichneten keine verdächtigen Bewegungen auf, was die Behörden zu dem Schluss führte, dass der Täter bereits im Haus war. Eine frisch gewaschene Unterhose des Tatverdächtigen wurde hängend im Hof gefunden, ebenso wie ein Handtuch mit vermutlichen Blutflecken. Beamte bemerkten zudem einen starken Alkoholgeruch am Tatort. Der Tatverdächtige soll Kratzer an den Händen gehabt haben, und unter den Fingernägeln der 54-jährigen Frau wurde biologisches Material gefunden, das noch auf die DNA-Analyse wartet.
Widersprüche und Anklage
Laut Polizeisprecherin Konstantia Dimoglidou besteht der Tatverdächtige "auf seiner ursprünglichen Position. Dass er im Wesentlichen aufgewacht sei und die beiden Leichen im Haus gesehen habe, ohne wahrgenommen zu haben, was vorausgegangen war." Allerdings soll er sich während eines langen Verhörs widersprochen und unterschiedliche Versionen seiner Bewegungen und seines letzten Kontakts mit den Opfern gegeben haben. Auch eine erhebliche Zeitspanne zwischen der geschätzten Tatzeit und der Alarmierung der Behörden wird untersucht. Der Tatverdächtige wurde formell wegen vorsätzlicher Tötung im Zustand geistiger Ruhe, begangen in Serie, sowie wegen Verstoßes gegen Waffen- und Munitionsgesetze angeklagt. Er soll am Freitagmorgen dem Untersuchungsrichter und Staatsanwalt vorgeführt werden.
Mögliche Motive
Während das Motiv offiziell unklar bleibt, prüfen die Ermittler mehrere Szenarien. SKAI berichtet, dass das Paar in letzter Zeit finanzielle und persönliche Probleme hatte. Die Frau hatte ein Grundstück in Egio verkauft und den gesamten Erlös ihrem Sohn gegeben, der in Deutschland studierte. Der Tatverdächtige soll darauf reagiert haben und in Frage gestellt haben, warum er nichts vom Verkauf erhalten solle, nachdem er Geld in das Haus investiert habe. Berichte deuten auch darauf hin, dass die Frau die Beziehung beenden wollte und ihr Sohn nach Griechenland gekommen sei, um sie unter dem Vorwand einer medizinischen Behandlung einer Herzerkrankung dauerhaft nach Deutschland zurückzubringen.
Verteidigungsstrategie und forensische Wartezeit
Die Anwältin des Tatverdächtigen, Maria Iatropoulou, hat erklärt, dass die Fallakte unvollständig sei, da die Ergebnisse der Schmauchspurentests an den Händen des Tatverdächtigen und die DNA-Analysen noch ausstünden. Sie betonte, dass nicht bewiesen sei, wem die Mordwaffe gehört. Der Tatverdächtige hat beantragt, dass die italienische Botschaft informiert wird und er seine Familie in Italien kontaktieren darf, da die Behörden sein Mobiltelefon beschlagnahmt haben. Forensische Laborergebnisse, einschließlich Tests des beschlagnahmten Messers, des Luftgewehrs und der befleckten Kleidung, werden heute erwartet.Wenn wir eine Tötung und zwar zwei zuschreiben, muss die Fallakte substantiiert sein und alle Beweise enthalten, die die Schuld des mutmaßlichen Täters belegen.
- Geschätzte Tatzeit: 26-jähriger Sohn in seinem Zimmer getötet, Mutter greift ein und wird tödlich erstochen.
- Tatverdächtiger behauptet, aufgewacht zu sein und die beiden Leichen entdeckt zu haben.
- Tatverdächtiger ruft einen befreundeten Nachbarn an, der eintrifft und die Polizei alarmiert.
- 65-jähriger italienischer Lebensgefährte festgenommen und wegen vorsätzlicher Tötung und Waffendelikten angeklagt.
- Forensische Laborergebnisse zu Schmauchspuren, DNA und Blutflecken werden erwartet.
- Tatverdächtiger soll dem Untersuchungsrichter und Staatsanwalt in Patras vorgeführt werden.


