
Acht tunesische Spieler bei der WM positiv auf Clenbuterol getestet – kontaminiertes Fleisch vermutet
Acht tunesische Fußballspieler wurden während der Weltmeisterschaft 2026 positiv auf die verbotene Substanz Clenbuterol getestet. Die Ermittler vermuten eine versehentliche Kontamination durch Fleisch, das im Teamquartier im mexikanischen Monterrey verzehrt wurde.
Doping-Enthüllung
Acht Spieler der tunesischen Nationalmannschaft wurden während der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 positiv auf Clenbuterol getestet, eine von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) verbotene Substanz. Die positiven Ergebnisse wurden erstmals am 3. Juli von der Daily Mail gemeldet und später von anderen Medien, darunter The Times, bestätigt. Die Tests wurden etwa zwei Wochen vor Tunesiens letztem Gruppenspiel gegen die Niederlande am 26. Juni durchgeführt, während die Mannschaft sich noch in ihrem Quartier in Monterrey, Mexiko, aufhielt. Die Spieler wurden nicht suspendiert, da die nachgewiesenen Werte unter der Schwelle lagen und wahrscheinlich auf eine versehentliche Einnahme zurückzuführen sind. Die Namen der Spieler wurden nicht veröffentlicht.
Clenbuterol und Kontamination
Clenbuterol ist ein Bronchodilatator zur Behandlung von Atemwegserkrankungen wie Asthma, ist aber auch für seine leistungssteigernden Wirkungen bekannt, darunter die Reduzierung von Körperfett bei gleichzeitigem Erhalt der Muskelmasse. Die WADA hat es aufgrund dieser Eigenschaften als verbotene Substanz eingestuft. Die Ermittler glauben, dass die positiven Tests auf den Verzehr von kontaminiertem Fleisch im Mannschaftsquartier in Monterrey zurückzuführen sind. In Mexiko wird Clenbuterol manchmal illegal in der Viehwirtschaft eingesetzt, um das Wachstum zu beschleunigen, was zu einer Kontamination des Fleisches führt. Die Substanz kann im Fleisch verbleiben und unwissentlich aufgenommen werden.
Frühere Präzedenzfälle in Mexiko
Dies ist nicht das erste Mal, dass mexikanisches Fleisch Dopingalarme ausgelöst hat. Während des CONCACAF Gold Cup 2011 wurden fünf mexikanische Spieler positiv auf Clenbuterol getestet und vom Turnier ausgeschlossen, später jedoch nach einer Untersuchung, die eine Kontamination bestätigte, freigesprochen. Ebenso wurden bei der FIFA-U-17-Weltmeisterschaft 2011 in Mexiko 109 Spieler verschiedener Nationalmannschaften positiv getestet, und die WADA entschied, keine Sanktionen zu verhängen, da die Substanz aus Lebensmitteln stammte. Diese Präzedenzfälle machen Sanktionen gegen die tunesischen Spieler unwahrscheinlich, sofern die Kontaminationstheorie Bestand hat.
Tunesiens turbulentes Turnier
Tunesiens Weltmeisterschaft endete bereits vor den Doping-Nachrichten enttäuschend. Die Mannschaft verlor alle drei Gruppenspiele, kassierte 12 Gegentore und erzielte nur 2 Tore in einer Gruppe mit den Niederlanden, Japan und Schweden. Nach einer deutlichen Niederlage gegen Schweden im Eröffnungsspiel ersetzte der tunesische Verband den Trainer während des Turniers durch Hervé Renard, aber die Ergebnisse verbesserten sich nicht. Die Dopingtests wurden während der Gruppenphase durchgeführt, als die Mannschaft noch im Rennen war. Einige der beteiligten Spieler sind nach italienischen Berichten bei Vereinen in England aktiv.
Wie es weitergeht
Die Untersuchung läuft noch, aber erste Hinweise deuten auf eine versehentliche Kontamination und nicht auf absichtliches Doping hin. Falls diese Schlussfolgerung Bestand hat, ist zu erwarten, dass die Spieler keine Sperren erhalten. Der tunesische Fußballverband hat noch keine offizielle Stellungnahme abgegeben. Der Fall verdeutlicht das anhaltende Risiko einer Clenbuterol-Kontamination in mexikanischem Fleisch und deren Auswirkungen auf den internationalen Sport.


