Indonesisches Wortassoziationsspiel 'Dito!' gewinnt Spiel des Jahres 2026, Reiner Knizia vollendet Triple
Das kompetitive Wortassoziationsspiel von Martin Ang ist der erste indonesische Titel, der die weltweit renommierteste Brettspielauszeichnung erhält. Reiner Knizia wurde mit 'Rebirth' der erste Spieleautor, der alle drei Jurypreise gewann.
Preisverleihung am Sonntag
Die Gewinner des Spiel des Jahres 2026 wurden am 12. Juli in Berlin bekannt gegeben. Die Auszeichnungen, die von einer Jury aus deutschsprachigen Kritikern verliehen werden, werden seit 1979 für den Hauptpreis vergeben, der Kinderpreis kam 2001 hinzu und das Kennerspiel wurde 2011 für komplexere Titel eingeführt. Die diesjährigen Nominierten wurden von Juror Christoph Schlewinski als „sehr kreativ und sprühend vor Ideen“ beschrieben, ein Kommentar, der den Ton für eine Zeremonie voller Premieren vorgab.
Hauptpreis geht nach Indonesien
„Dito!“, ein kompetitives Wortassoziationsspiel des indonesischen Designers Martin Ang, gewann das Spiel des Jahres 2026. Veröffentlicht von Game Factory, ist es das erste Spiel aus Indonesien, das jemals für den Preis nominiert wurde, und nun das erste, das gewinnt. Das Spiel setzte sich gegen „Cozy Stickerville“ (Unexpected Games) und „Morty Sorty Magic Shop“ (Schmidt Spiele) durch. Die Gewinner erhalten das Recht, einen roten Meeple auf der Schachtel abzudrucken, ein Symbol, das bekanntermaßen die Verkaufszahlen vervielfacht. Ang, sichtlich bewegt, richtete ein kurzes Statement an den Saal.
Leute, wir haben gewonnen.
Knizias historisches Triple
In der Kategorie Kennerspiel gewann „Rebirth“ von Reiner Knizia den Preis. Das Spiel, veröffentlicht von Frosted Games und Mighty Boards, lässt die Spieler Schottland nach einer Apokalypse wieder aufbauen. Knizia ist nun der erste Autor, der alle drei Jurypreise gewonnen hat: Spiel des Jahres mit „Keltis“ (2008), Kinderspiel des Jahres mit „Wer war’s?“ (ebenfalls 2008) und nun den Kennerspielpreis. Mit über 600 veröffentlichten Spielen ist der in München ansässige Designer einer der produktivsten Schöpfer der Branche. Knizia beschrieb seine Philosophie schlicht.
Mein Ziel ist es immer, den Einstieg einfach zu halten, aber den Spieler lange zu fesseln.
„Rebirth“ setzte sich gegen „Boss Fighters QR“ von Michael Palm und Lukas Zach (Pegasus Spiele) und „Moon Colony Bloodbath“ von Donald X. Vaccarino (Alea) durch.
Kinderpreis entstanden aus dem Wunsch eines Sohnes
„Die Insel der Mookies“ von Florian Sirieix gewann das Kinderspiel des Jahres. Das bei Kosmos erschienene Spiel dreht sich um das Sammeln magischer Kreaturen und das Zuordnen von Symbolen. Sirieix erklärte, dass sein Sohn ihn bat, vor der Schule ein Fünf-Minuten-Spiel mit ihm zu spielen. Da er keines hatte, erfand er es selbst.
Mein Sohn bat mich, vor der Schule ein Fünf-Minuten-Spiel mit ihm zu spielen. Ich hatte keines, also habe ich selbst eines gemacht.
Die weiteren nominierten Titel waren „Buh Party“ (Loki), ko-entworfen von Sirieix mit Benoit Turpin, und „Verflixt verzaubert“ von Thomas Dagenais-Lespérance (Game Factory).
Ein globaler Moment für Brettspiele
Der Sieg eines indonesischen Titels markiert eine Abkehr von der traditionell deutschen und europäischen Dominanz des Preises. Angs Debütspiel, das auf schnellen Wortverbindungen basiert, reiht sich nun in eine Linie ein, die Catan und Carcassonne umfasst. Die Branche wird beobachten, ob der „rote-Meeple“-Effekt „Dito!“ zu ähnlichem kommerziellen Erfolg verhilft.


