
Bürgermeisterin von Dijon Nathalie Koenders lehnt Patrick-Bruel-Konzert wegen Anklagen wegen sexualisierter Gewalt ab
Dijons Bürgermeisterin Nathalie Koenders forderte Patrick Bruel auf, sein für den 23. Oktober in der Stadt geplantes Konzert abzusagen, da der Sänger mit vier Anklagen wegen sexualisierter Gewalt konfrontiert ist und eine Herbsttournee mit 35 Terminen plant.
Widerstand der Bürgermeisterin gegen die Herbsttournee
Dijons Bürgermeisterin Nathalie Koenders äußerte am Sonntag, dem 23. August 2026, öffentlich ihren Widerstand gegen einen Auftritt Patrick Bruels in der Stadt, der für den 23. Oktober geplant ist. In einer auf Facebook veröffentlichten Erklärung räumte die sozialistische Bürgermeisterin, die Dijon seit 2024 führt, ein, dass die Stadtverwaltung nicht die rechtliche Befugnis habe, die Buchung einseitig zu stornieren. Sie erklärte, dass sie seinen geplanten Auftritt völlig missbillige, und argumentierte, der 67-jährige Sänger solle freiwillig zurücktreten, während die strafrechtlichen Ermittlungen liefen. Koenders erklärte, zahlreiche Frauen hätten sich öffentlich geäußert oder formelle Beschwerden gegen Bruel wegen sexualisierter Gewalt eingereicht, und betonte, dass ihre Aussagen die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und der Justiz verdienten.
Angesichts der Zahl der Beschwerden und der Schwere der berichteten Tatsachen erscheint mir seine Anwesenheit auf der Bühne heute unangemessen. Er sollte Verantwortung und Anstand zeigen und davon absehen, aufzutreten, bis die Justiz entschieden hat.
Laufende gerichtliche Ermittlungen
Bruel ist in vier separaten Gerichtsverfahren wegen Vorwürfen sexualisierter Gewalt formell angeklagt (mis en examen). Die französischen Untersuchungsrichter haben den Sänger in vier weiteren Fallakten zudem in den Zwischenstatus des assistierten Zeugen (témoin assisté) versetzt. Die rechtliche Überprüfung weitete sich am Mittwoch, dem 19. August, aus, als die Anwältin Myriam Guedj-Benayoun die Einreichung einer neuen Strafanzeige gegen Bruel wegen versuchter Vergewaltigung bekannt gab. Ende Juli hatte ein Gericht Bruels Antrag auf Lockerung der Auflagen seiner gerichtlichen Überwachung stattgegeben, was ihm Reisen außerhalb Frankreichs erlaubte. Die Staatsanwaltschaft legte kurz nach der Entscheidung Berufung gegen diese Lockerung der Reisebeschränkungen ein.
- Formelle Anklagen (mis en examen)
- 4 Fälle
- Assistierte Zeugenverfahren (témoin assisté)
- 4 Fälle
Tourneeplanung und feministische Proteste
Bruel plant eine Herbstkonzerttournee mit 35 Terminen zum 35-jährigen Jubiläum seines Albums "Alors regarde". Die Tournee soll vom 2. Oktober bis zum 21. November laufen und Auftritte in großen französischen Veranstaltungsorten vorsehen, darunter das Zénith de Paris. Bruel hatte zuvor alle geplanten Konzerttermine zwischen Ende Mai und September abgesagt, nachdem die öffentlichen Anschuldigungen und feministischen Proteste vor einem Pariser Theater, in dem er spielte, stark zugenommen hatten. Das Promimagazin Voici berichtete am Freitag, dem 21. August, dass der Sänger trotz erneuter Aufrufe zur öffentlichen Mobilisierung feministischer Aktivistengruppen weiterhin an seinen Herbstkonzertterminen festhalten wolle.
- Bruel sagt geplante Konzerte bis September nach Anschuldigungen und Theaterprotesten in Paris ab.
- Richter lockern Bruels gerichtliche Überwachung, um Auslandsreisen zu erlauben; Staatsanwaltschaft legt Berufung ein.
- Anwältin Myriam Guedj-Benayoun reicht neue Anzeige wegen versuchter Vergewaltigung gegen Bruel ein.
- Chartres Bürgermeister Ladislas Vergne lehnt Austragung des Eröffnungstermins der Herbsttournee in seiner Stadt ab.
- Magazin Voici berichtet, Bruel wolle alle 35 Termine seines Herbstdienstplans beibehalten.
- Dijons Bürgermeisterin Nathalie Koenders gibt eine Erklärung ab, in der sie sich gegen Bruels für den 23. Oktober geplantes Konzert ausspricht.
- Geplanter Starttermin von Bruels 35-tägiger Herbsttournee zum Jubiläum von "Alors regarde".
- Geplanter letzter Konzerttermin der französischen Herbsttournee.
Kommunale Reaktionen in ganz Frankreich
Koenders ist eine von rund 15 französischen Bürgermeistern verschiedener politischer Parteien, die Bruels geplante Auftritte in ihren jeweiligen Städten öffentlich abgelehnt haben. Ihre Ankündigung folgt auf Äußerungen des Bürgermeisters von Chartres, Ladislas Vergne, der am Donnerstag, dem 20. August, erklärte, ein Auftritt Bruels in Chartres komme unter den gegebenen Umständen nicht in Frage. Chartres ist als Gastgeberstadt für das Eröffnungskonzert der Tournee am 2. Oktober aufgeführt. Das französische Verwaltungsrecht sieht vor, dass ein Bürgermeister oder ein Departementspräfekt eine Kulturveranstaltung per Dekret nur verbieten kann, wenn eine unmittelbare Gefahr für die öffentliche Ordnung nachgewiesen werden kann. Die lokalen Behörden haben daher nur begrenzte direkte Möglichkeiten, private Buchungen zu stornieren.


