
DFB einigt sich mit Jürgen Klopp auf Schlüsselpunkte für Bundestrainer-Posten, Vertrag bis 2030 wartet auf Red-Bull-Deal
DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Vizepräsident Hans-Joachim Watzke führten am Freitag in New York über vierstündige Gespräche mit dem ehemaligen Liverpool-Trainer und einigten sich auf zentrale Vertragspunkte. Ein Vertrag bis 2030 hängt von der Freigabe durch Red Bull ab, wo Klopp seit 2025 als Global Head of Soccer tätig ist.
New Yorker Treffen besiegelt Schlüsselpunkte
DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Vizepräsident Hans-Joachim Watzke reisten eigens nach New York, um Jürgen Klopp am Freitag zu treffen. Das Gespräch fand im TWA Hotel am John-F.-Kennedy-International-Airport statt und dauerte mehr als vier Stunden, wie die Bild berichtete. Auch Klopps Berater Marc Kosicke nahm teil. Eine am Samstagnachmittag deutscher Zeit veröffentlichte DFB-Erklärung bestätigte, dass beide Seiten eine gemeinsame Basis gefunden hätten.
In diesem konstruktiven Austausch wurde eine Einigung über die wesentlichen Punkte eines möglichen Vertrags erzielt.
Die Gespräche sollen in der kommenden Woche fortgesetzt werden. Sowohl der Verband als auch Klopp zeigten sich zuversichtlich, dass ein endgültiger Vertrag abgeschlossen werden kann, betonten jedoch, dass eine Ernennung die Klärung seiner bestehenden Verpflichtungen voraussetzt.
Red-Bull-Ausstieg bleibt Bedingung
Klopp ist seit Januar 2025 als Head of Global Soccer bei der Red-Bull-Gruppe tätig und beaufsichtigt ein Multi-Club-Netzwerk in Österreich, Deutschland, Brasilien, den USA und Japan. Sein aktueller Vertrag läuft bis 2029 und enthält nach Angaben deutscher Medien keine Ausstiegsklausel. Red-Bull-CEO Oliver Mintzlaff wird in den kommenden Tagen nach New York reisen, um über eine Freigabe Klopps für den Bundestrainer-Posten zu verhandeln.
Beide Seiten sind zuversichtlich, dass die Verhandlungen, vorbehaltlich einer Einigung mit Klopps derzeitigem Arbeitgeber Red Bull, erfolgreich abgeschlossen werden können.
Berichten aus Deutschland zufolge wird Red Bull den Wechsel voraussichtlich nicht blockieren, und Klopp könnte nach seinem Ausscheiden aus der Führungsrolle eine Botschafterfunktion für die Marke behalten.
Vertragsdetails und Trainerstab
Der in Aussicht genommene Vertrag würde Klopp bis zur Weltmeisterschaft 2030 an Deutschland binden. Sein Jahresgehalt soll leicht über den 7 Millionen Euro liegen, die sein Vorgänger Julian Nagelsmann bezog. Klopp plant, zwei langjährige Assistenten mitzubringen: Peter Krawietz, der bereits bei Borussia Dortmund und Liverpool mit ihm arbeitete, und Pepijn Lijnders, der nach einer kurzen Pause ebenfalls zum Liverpool-Stab gehörte. Der endgültige Vertrag muss von einer gemeinsamen Sitzung des DFB-Aufsichtsrats und der Gesellschafterversammlung genehmigt werden.
Der 59-jährige Klopp hat seit seinem Abschied von Liverpool im Jahr 2024 keine Trainerrolle mehr übernommen. Mit Liverpool gewann er 2019 die Champions League und 2020 die Premier League, zuvor holte er mit Dortmund zwei Meistertitel und den DFB-Pokal.
Wiederaufbau nach frühen Ausfällen
Deutschland ist seit dem WM-Titel 2014 nicht mehr über das Achtelfinale eines großen Turniers hinausgekommen. Unter Joachim Löw schied die Mannschaft 2018 in der Vorrunde aus. Hansi Flick erlebte bei der WM 2022 ein weiteres Vorrunden-Aus. Julian Nagelsmann, der nach diesem Turnier übernahm, führte Deutschland bei der WM 2026 ins Achtelfinale, wo man nach einem 0:0 gegen Paraguay im Elfmeterschießen verlor. Auch bei den letzten beiden Europameisterschaften 2020 und 2024 verpasste Deutschland das Halbfinale.
Wie es weitergeht
Die Verhandlungen zwischen DFB-Vertretern und Klopps Lager werden nächste Woche fortgesetzt. Oliver Mintzlaffs Ankunft in New York ist zentral: Eine erfolgreiche Einigung mit Red Bull würde den Weg für Klopps Vertragsunterschrift freimachen. Der DFB plant, einen endgültigen Vertrag bald darauf seinen Gremien vorzulegen. Sollte der Deal zustande kommen, würde Klopp eine Mannschaft übernehmen, die seit 2016 kein K.o.-Spiel bei einem großen Turnier gewonnen hat, mit dem WM-Zyklus 2030 als langfristigem Auftrag.

