
Deutschland warnt vor 'täglicher hybrider Kriegsführung' nach Fund einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig
Innenminister Alexander Dobrindt warnte, dass Deutschland täglich hybriden Kriegsführungen ausländischer Mächte ausgesetzt sei, nachdem am 4. August eine mit Sprengstoff beladene Drohne am Flughafen Leipzig/Halle in der Nähe einer ukrainischen Antonov-Frachtmaschine gefunden wurde.
Drohne am Flughafen Leipzig gefunden
Am Dienstag, den 4. August, wurde eine mit Sprengstoff beladene Drohne am Flughafen Leipzig/Halle in Ostdeutschland entdeckt, in der Nähe einer ukrainischen Antonov-Frachtmaschine, die mit Munition beladen war, in einem Sperrbereich. Ein Busfahrer, der auf dem Vorfeld unterwegs war, fand das Gerät und neutralisierte es, indem er es trat, ohne zu wissen, dass es Sprengstoff enthielt. Der Flughafen Leipzig dient als strategischer NATO-Logistikknotenpunkt, die Hauptoperationsbasis der Allianz für die Strategic Airlift Interim Solution (SALIS) mit Antonov-Flugzeugen und Europas größtes Luftfracht-Drehkreuz für DHL. Außerdem beherbergt er vorübergehend ukrainische Antonov-Maschinen, um sie vor russischen Angriffen zu schützen.
Innenminister Alexander Dobrindt deutete am Donnerstag an, dass der Vorfall ein Angriff eines staatlichen Akteurs gewesen sein könnte, nannte jedoch kein Land. Einige deutsche Abgeordnete verwiesen auf Russland, das sich seit seiner groß angelegten Invasion im Jahr 2022 im Krieg mit der Ukraine befindet. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte am Mittwoch, dass Russland hinter den täglichen Versuchen stecke, Einfluss in Deutschland zu nehmen, mit dem Ziel, die Demokratie zu untergraben und das Vertrauen in die Politik und Politiker zu zerstören.
Tägliche hybride Kriegsführung
In einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der Bild am Sonntag warnte Dobrindt, dass Deutschland täglich hybriden Kriegsführungsangriffen ausländischer Mächte ausgesetzt sei.
Wir sind nicht im Krieg, aber wir sind täglich das Ziel hybrider Kriegsführung.
Spionage, Sabotage, Cyberangriffe oder verdeckte Operationen ausländischer Mächte, die darauf abzielen, Deutschland zu destabilisieren oder direkten Schaden zuzufügen, sind eine ständige Realität.
Dobrindt nannte keine Länder hinter den angeblichen Angriffen. Dem Kreml wird vorgeworfen, die Septemberwahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zu beeinflussen, Bundesländer in Ostdeutschland, in denen die pro-russische Stimmung stark ist und die rechtsextreme Alternative für Deutschland (AfD) erstmals regionale Macht erreichen könnte.
- Mit Sprengstoff beladene Drohne am Flughafen Leipzig/Halle in der Nähe einer ukrainischen Antonov-Frachtmaschine gefunden
- Zwei Drohnen über Bundeswehr-Stützpunkt in Mechernich, Nordrhein-Westfalen gesichtet
- Russische Botschaft in Berlin weist Leipziger Vorfall als fabrizierte Provokation zurück
- Bundeswehr bestätigt Sichtungen in Mechernich; Drohne explodiert in Bulgarien nahe Trans-Balkan-Gaspipeline
- Innenminister Dobrindt warnt in Bild am Sonntag-Interview vor täglicher hybrider Kriegsführung
Russland weist Vorwürfe zurück
Die russische Botschaft in Berlin wies den Leipziger Vorfall am Freitag als „fabrizierte Provokation“ und ein weiteres Beispiel unbegründeter Anschuldigungen gegen Moskau zurück. In einer Erklärung auf ihrer offiziellen Website äußerte die Botschaft Besorgnis über eine neue Welle anti-russischer Hysterie in Deutschland und erklärte, der Vorfall diene nur den Interessen Kiews und des militaristischen Flügels des europäischen politischen Establishments.
Die Hauptgefahr, die Deutschland heute gegenübersteht, liegt nicht in den angeblichen 'hybriden Angriffen' Moskaus, die es nicht gibt, sondern in den Politikern, die begeistert Szenarien eines bevorstehenden Krieges mit Russland entwerfen.
Der serbische Präsident Aleksandar Vučić sagte in einem deutschen Podcast, dass der hybride Krieg, den Russland gegen europäische Länder führt, im Wesentlichen derselbe sei, den Europa gegen Moskau geführt habe.
Weitere Drohnensichtungen und Bulgarien-Vorfall
Die deutschen Streitkräfte bestätigten am Samstag, dass am Donnerstagabend gegen 22:00 Uhr Ortszeit zwei Drohnen über einem Bundeswehr-Stützpunkt in Mechernich, Nordrhein-Westfalen, etwa 35 km von der belgischen Grenze entfernt, gesichtet wurden. Deutsche Medien berichteten, dass der Stützpunkt Personal beherbergt, das für die Wartung der US-Patriot-Luftabwehrsysteme zuständig ist, die eine Schlüsselrolle bei der Verteidigung der Ukraine gegen russische Luftangriffe spielen.
Separat explodierte am Samstag in Bulgarien eine Drohne in der Nähe der Trans-Balkan-Gaspipeline. Das bulgarische Verteidigungsministerium erklärte, es gebe keinen Grund, einen vorsätzlichen Vorfall zu vermuten. Die Ukraine erklärte, sie arbeite mit den bulgarischen Behörden zusammen, um die Umstände zu klären. Die Drohnenvorfälle in ganz Europa haben erneut Befürchtungen geweckt, dass der russische Krieg in der Ukraine zunehmend benachbarte NATO-Staaten betreffen könnte.
Deutschlands Reaktion
Deutschland plant, seine Kapazitäten zur Drohnenabwehr zu verstärken, berichtete Bild unter Berufung auf Regierungskreise. Dobrindts Ministerium will das Bundes-Anti-Drohnen-Expertenteam von 150 auf 300 verdoppeln und das Netzwerk der Einsatzbasen von vier auf acht erweitern. Ein neues Drohnen-Sicherheitsforschungszentrum soll Ende August auf einem Testflughafen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Sachsen-Anhalt eröffnet werden.
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