
Deutschland schließt russisches Konsulat in Bonn nach Drohnenangriff auf Flughafen Leipzig
Berlin hat einen Sprengstoff-Drohnenvorfall Anfang August am Flughafen Leipzig Moskau zugeschrieben und die Schließung des russischen Konsulats in Bonn sowie die Kündigung des Mietvertrags für das Russische Haus in Berlin angeordnet.
Zuschreibung und diplomatische Schließungen
Die deutsche Bundesregierung hat am 1. September 2026 einen Sprengstoff-Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig offiziell Russland zugeschrieben und als Reaktion diplomatische Schließungen und Sanktionen angekündigt. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt erklärte, Moskau sei direkt verantwortlich für das, was er als hybriden Angriff bezeichnete, der Anfang August mit einer mit Sprengstoff beladenen Drohne durchgeführt wurde. Der Flughafen Leipzig dient als Einsatzbasis für die ukrainische Frachtfluggesellschaft Antonov Airlines und fungiert als kritischer Logistikknotenpunkt für die Bundeswehr, NATO-Transportoperationen und Militärhilfe für die Ukraine.
Als Reaktion auf die Sicherheitserkenntnisse kündigte Bundesaußenminister Johann Wadephul an, dass das russische Generalkonsulat in Bonn am 18. September 2026 geschlossen und der Betriebsmietvertrag für das Russische Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin gekündigt wird. Wadephul bestätigte, dass Deutschland zudem strengere Grenz- und Einreisekontrollen für russische Staatsbürger einführt. Darüber hinaus plant die Bundesregierung, formelle Vorschläge zur Aufnahme weiterer russischer Personen in die EU-Sanktionsliste einzureichen.
- Ein mit Sprengstoff beladener Drohnenvorfall ereignet sich am Flughafen Leipzig.
- Bundeskanzler Friedrich Merz kündigt an, dass die Ermittlungen kurz vor dem Abschluss stehen.
- Deutschland schreibt den Angriff Russland zu und kündigt diplomatische Schließungen an.
- Das russische Generalkonsulat in Bonn soll seinen Betrieb einstellen.
Westliche Verbündete koordinieren Reaktion
Die offizielle Ankündigung folgte einer Erklärung von Bundeskanzler Friedrich Merz vom 30. August 2026, in der er bestätigte, dass die Ermittlungen zum Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig kurz vor dem Abschluss stünden und Berlin in enger Abstimmung mit der Europäischen Union und der NATO reagieren werde. Merz führte am Dienstagmorgen getrennte Gespräche mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und NATO-Generalsekretär Mark Rutte. Beide institutionellen Führungspersönlichkeiten bekundeten ihre uneingeschränkte Solidarität mit Deutschland und befürworteten die von Berlin ergriffenen entschlossenen Maßnahmen.
Die Botschaft ist klar: Hybride Angriffe werden nicht ohne eine eindeutige Antwort bleiben. Wir sind geeint in unserer Entschlossenheit, der russischen Aggression entgegenzutreten. Wir werden alle abschrecken, die versuchen, unsere Freiheit und Sicherheit zu untergraben.
Von der Leyen warnte, dass Moskau versuche, Misstrauen und Angst in den europäischen Gesellschaften zu verbreiten, und fügte hinzu, dass die Europäische Union angesichts immer intensiverer Handlungen geeint bleiben und so lange wie nötig an der Seite der Ukraine stehen werde. Sie vereinbarte für Mittwoch Gespräche über den Vorfall in Leipzig mit Rutte in Brüssel, während die EU-Außenminister bei einem informellen Treffen in Wicklow, Irland, gemeinsame diplomatische Reaktionen prüfen werden. Rutte lobte die deutsche Reaktion und betonte, dass die NATO die Verteidigungsfähigkeiten stärken werde, um alle Verbündeten gegen böswillige Operationen zu schützen.
Die Beweise sind eindeutig. Und ich begrüße die von Deutschland als Reaktion angekündigten Maßnahmen.
Moskau bestreitet Beteiligung und kündigt Vergeltung an
Die russische Regierung wies die Vorwürfe am Dienstag zurück und bezeichnete die Anschuldigungen eines hybriden Angriffs als einen unbelegten Vorwand, der darauf abziele, die diplomatischen Beziehungen zu schädigen. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Zakharova, erklärte über die russische Staatsagentur TASS, Deutschland habe keine Beweise vorgelegt, die Moskau mit der Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig in Verbindung bringen. Zakharova argumentierte, dass das Russische Haus in Berlin und das Konsulat in Bonn schon lange Ziel von Bedenken der deutschen Behörden gewesen seien, die ihrer Behauptung nach einen Vorwand erfunden hätten, um sie zu schließen.
Berlin hat die Beziehungen zu Moskau unter einem völlig unglaubwürdigen und erzwungenen Vorwand verschlechtert.
Zakharova behauptete, Berlin habe sein Ansehen durch die Beteiligung am Ukraine-Konflikt und angebliche Terroranschläge beeinträchtigt, und warnte, dass Moskau auf jede von Deutschland ergriffene anti-russische Maßnahme reagieren werde. Russische Diplomaten bestätigten, dass Vergeltungsmaßnahmen gegen Berlin folgen werden, während sich die Frist zur Schließung der Bonner diplomatischen Vertretung am 18. September 2026 nähert.


