
Deutschland plant 12-Milliarden-Euro-Programm für weitreichende Raketen zur Abschreckung Russlands
Interne Dokumente des Verteidigungsministeriums skizzieren einen vierteiligen Beschaffungsplan für Marschflugkörper, Drohnen und Hyperschallwaffen, nachdem die USA ihre geplante Tomahawk-Stationierung in Deutschland abgesagt haben.
Vorschlag für weitreichende Angriffsfähigkeiten
Interne Dokumente des deutschen Verteidigungsministeriums zeigen Pläne, fast 12 Milliarden Euro für ein weitreichendes Angriffsarsenal bereitzustellen. Die geplanten Fähigkeiten umfassen kostengünstige Marschflugkörper, Tomahawk-Marschflugkörper, ballistische Waffen, Drohnen und Hyperschallsysteme. Diese Waffen würden es den deutschen Streitkräften ermöglichen, Ziele Hunderte oder Tausende Kilometer hinter einer feindlichen Frontlinie zu treffen. Zu den in der Verteidigungsplanung aufgeführten potenziellen Zielen gehören Militärflugplätze, Kommandozentralen, Raketenwerfer und Versorgungsdepots. Die Verteidigungsplanungsdokumente bezeichnen die Beschaffung als eine der höchsten Prioritäten für Deutschland und die NATO, um konventionelle Abschreckungsfähigkeiten gegenüber Russland aufzubauen.
Vierstufige Beschaffungsstruktur
Das Verteidigungsministerium hat das Beschaffungsprogramm in vier separate Komponenten unterteilt, um unmittelbare Einsatzbedürfnisse mit langfristiger technologischer Entwicklung in Einklang zu bringen. Die schnellste Komponente zielt darauf ab, ab 2027 kostengünstige Marschflugkörper in den aktiven Dienst einzuführen. Im Juni 2026 evaluierten Verteidigungsbeamte Raketensysteme des amerikanisch-israelischen Start-ups Covenant Industries sowie Optionen von Unternehmen mit Verbindungen zur Ukraine, auf der Suche nach Waffen, die in großen Stückzahlen gekauft und schnell eingesetzt werden können. Für größere Entfernungen umfasst der Plan Tomahawk-Marschflugkörper mit einer Einsatzreichweite von über 1.500 Kilometern. Die anspruchsvollsten Systeme des Programms werden gemeinsam mit dem Vereinigten Königreich entwickelt, mit einer Einsatzbereitschaft ab Mitte der 2030er Jahre. Das Programm gewann an Dringlichkeit, nachdem die USA ihre geplante Stationierung eines Tomahawk-Raketenregiments in Deutschland abgesagt hatten, wodurch die europäischen NATO-Mitglieder ohne eine gleichwertige Fähigkeit zurückblieben.
- Verteidigungsministerium evaluiert kostengünstige Marschflugkörper von Covenant Industries und ukrainischen Lieferanten
- Mit Sprengstoff beladene Drohne am Flughafen Leipzig entdeckt
- Polizei entdeckt verstecktes Waffenlager in der Nähe von Berlin
- Zieldatum für die erste Auslieferung kostengünstiger Marschflugkörper an die deutschen Streitkräfte
- Geplante Einsatzbereitschaft für gemeinsam mit dem Vereinigten Königreich entwickelte fortschrittliche Raketensysteme
Einsatzdoktrin und ukrainische Parallelen
Die in den Planungsdokumenten skizzierte übergeordnete Doktrin zielt darauf ab, tief in die rückwärtigen Gebiete eines Gegners zu schlagen, während die konventionellen Angriffsoptionen strikt unterhalb der nuklearen Schwelle bleiben. Die deutschen Militärplaner stützten sich auf Taktiken, die von ukrainischen Streitkräften demonstriert wurden, die Angriffe gegen Militärstützpunkte, Logistikknotenpunkte und Infrastruktur tief im russischen Territorium durchgeführt haben. Durch die Aufstellung eines unabhängigen Arsenals konventioneller Präzisionsangriffswaffen will Berlin gegnerische militärische Bewegungen abschrecken, ohne sich vollständig auf externe alliierte Stationierungen zu verlassen. Interne Planungsdokumente betonen, dass die Aufrechterhaltung von Tiefschlagfähigkeiten konventionelle Optionen während potenzieller hochintensiver Konflikte bietet.
Parlamentarische Prüfung und innere Sicherheit
Die finanziellen Schätzungen wurden in den Haushaltsentwurfsprozess der Bundesregierung eingebracht, das Parlament hat die Mittel jedoch noch nicht bewilligt. Das Verteidigungsministerium lehnte es ab, vor der parlamentarischen Prüfung offizielle Zahlen für einzelne Projekte zu nennen. Ein Ministeriumssprecher bestätigte das für die Initiative geltende Verfassungsverfahren.
Die von Ihnen angesprochenen Maßnahmen unterliegen grundsätzlich der Zustimmung des Bundestages.
Der Raketenplan fällt mit innenpolitischen Sicherheitsbedenken zusammen, die auf zwei Vorfälle innerhalb von zwei Wochen zurückgehen. Am Dienstag, den 4. August 2026, fanden Behörden eine mit Sprengstoff beladene Drohne am Flughafen Leipzig, und am Freitag, den 21. August 2026, entdeckte die Polizei ein verstecktes Waffenlager in der Nähe von Berlin, das nach Ermittlerangaben mit dem russischen Geheimdienst in Verbindung stehen könnte. Innenminister Alexander Dobrindt äußerte sich zu einer möglichen Beteiligung ausländischer staatlicher Akteure an der Entdeckung des Waffenlagers.
Sollten wir auch die Beteiligung ausländischer Mächte in dieser Angelegenheit ausschließen? Nein.


