
Deutschland scheitert im Achtelfinale der WM nach Elfmeterschießen an Paraguay
Deutschland verlor mit 3:4 im Elfmeterschießen gegen Paraguay und beendete seine WM-Kampagne 2026 bereits in der ersten K.-o.-Runde. Es war das dritte Turnier in Folge, in dem der vierfache Weltmeister das Viertelfinale verpasste.
Ein bekanntes frühes Aus
Deutschlands WM-Reise 2026 endete im Achtelfinale nach einem 1:1 und einer 3:4-Elfmeterpleite gegen Paraguay in Foxborough, Massachusetts. Die Mannschaft war bereits in der Gruppenphase ins Straucheln geraten, verlor gegen Ecuador und kam nur knapp weiter. Zum dritten Mal in Folge verpassten die Deutschen das Viertelfinale: 2018 und 2022 waren sie in der Vorrunde ausgeschieden, nun im ersten K.-o.-Spiel. Trainer Julian Nagelsmann hatte den Pokal als Ziel ausgegeben, doch sein Team wirkte während des gesamten Turniers unzusammenhängend.
So verlief das Spiel
Julio Enciso brachte Paraguay in der 42. Minute per Kopfball in Führung und überraschte die deutsche Abwehr. Kai Havertz glich zu Beginn der zweiten Halbzeit aus, als er eine Flanke von Florian Wirtz einköpfte. Deutschland drängte auf den Siegtreffer, doch ein Tor von Jonathan Tah in der Verlängerung wurde nach VAR-Überprüfung wegen eines Fouls am Torhüter aberkannt. Die Partie ging ins Elfmeterschießen, in dem Deutschland drei Versuche vergab, während Tah den entscheidenden Schuss über die Latte setzte. Paraguay verwandelte vier Strafstöße, Jose Canale erzielte den entscheidenden Elfmeter und schoss seine Mannschaft eine Runde weiter.
- Julio Enciso erzielt die Führung für Paraguay (1:0, 42. Minute)
- Kai Havertz gleicht für Deutschland aus (54. Minute)
- Jonathan Tahs Tor in der Verlängerung wird vom VAR aberkannt
- Paraguay gewinnt 4:3 im Elfmeterschießen und zieht ins Viertelfinale ein
Nagelsmann unter Druck
Unmittelbar nach dem Spiel erklärte Nagelsmann, dass er weitermachen wolle. „Ich bin nicht der Typ, der wegläuft“, sagte er und fügte hinzu, dass er die Mannschaft für die EM 2028 und die Nations League vorbereiten werde, wenn der DFB ihn behalten wolle. Sportdirektor Rudi Völler stärkte dem 38-Jährigen den Rücken und bezeichnete ihn als Kämpfer, der wieder aufstehen werde. Allerdings mehren sich die Spekulationen, dass Jürgen Klopp, der bereits als TV-Experte arbeitet, ein Kandidat für die Nachfolge sein könnte. Kapitän Joshua Kimmich entschuldigte sich, gelobte aber, weiterzukämpfen: „Ich werde immer die Kraft für einen Neuanfang haben. Ich werde niemals aufgeben.“
Ich möchte weitermachen. Im Fußball hat man nicht alles unter Kontrolle. Wenn der DFB möchte, dass ich bleibe, bereite ich das Team gerne auf die EM 2028 und die Nations League vor.
Neuers letzter Auftritt
Manuel Neuer, der für diese WM nach seinem vorherigen Rücktritt ins Nationalteam zurückgekehrt war, bestritt sein letztes Länderspiel. Er egalisierte eine unerwünschte Bestmarke, indem er in seinem zehnten WM-Einsatz in Folge ein Gegentor kassierte – eine Serie, die bis 2014 zurückreicht. Der 40-Jährige parierte im Elfmeterschießen, konnte die Niederlage aber nicht verhindern. Anschließend bestätigte er seinen endgültigen Rücktritt aus der Nationalmannschaft.
Paraguays emotionale Feier
Für Paraguay, das auf Platz 41 der FIFA-Weltrangliste steht, war dies eine der größten Nächte in der Fußballgeschichte des Landes. Torschütze Julio Enciso, der in der 57. Minute verletzt vom Feld ging, widmete den Sieg seinem verstorbenen Großvater. „Ich habe Paraguay neben ihm gesehen“, sagte Enciso unter Tränen. „Ich habe einen Kuss in den Himmel geschickt. Ich bin sicher, er ist stolz auf mich.“ Trainer Gustavo Alfaro, der einen extrem defensiven Spielplan ausgearbeitet hatte, sah seine Mannschaft eine Welle nach der anderen des deutschen Drucks absorbieren. Paraguay trifft im Viertelfinale entweder auf Frankreich oder Schweden.
Das war definitiv der beste Tag meines Lebens. Es war ein Geschenk Gottes.
Eine Nacht der Sensationen
Deutschland war nicht der einzige europäische Schwergewichtler, der stürzte. In Monterrey verlor auch die Niederlande ein Elfmeterschießen gegen Marokko nach einem 1:1, wobei Issa Diop in der Nachspielzeit ausglich. Das doppelte Aus zweier WM-Halbfinalisten von 2022 unterstrich die Unberechenbarkeit des Turniers 2026.


