
Deutschland im Elfmeterschock aus der WM geworfen – Paraguay nach VAR-Aberkennung weiter
Paraguay eliminierte den vierfachen Weltmeister Deutschland im Achtelfinale mit 4:3 nach Elfmeterschießen (1:1 n.V.). Der VAR erkannte ein Kopfballtor von Jonathan Tah in der Verlängerung nicht an; Bundestrainer Julian Nagelsmann sprach von einem „kompletten Skandal“. Die deutsche Presse bezeichnete das Aus als „demütigend“.
Spielverlauf
Deutschland dominierte den Ballbesitz, biss sich jedoch an Paraguays tiefer Abwehr fest. Julio Enciso köpfte die Südamerikaner kurz vor der Pause in Führung – Bestrafung für die mangelnde Durchschlagskraft der Deutschen. Kai Havertz glich kurz nach Wiederanpfiff aus, als er Florian Wirtz' Flanke an Orlando Gill vorbei ins Tor lenkte. Deutschland kombinierte weiter ohne Dringlichkeit; ein geblockter Schuss von Leon Goretzka war vor der Verlängerung die größte Chance auf das zweite Tor.
- Julio Enciso erzielt Tor für Paraguay
- Kai Havertz gleicht für Deutschland aus
- Jonathan Tahs Tor wird vom VAR aberkannt
- Paraguay gewinnt Elfmeterschießen 4:3
VAR-Eklat in der Verlängerung
In der 102. Minute köpfte Jonathan Tah eine Ecke ins Tor – Jubel auf der deutschen Bank. Schiedsrichter Jalal Jayed gab den Treffer nach VAR-Überprüfung jedoch nicht, wobei er ein Foul von Waldemar Anton an Torwart Gill sah. Nagelsmann kochte an der Seitenlinie.
Es ist ein Skandal, dass der Schiedsrichter es nicht gegeben hat. Ich habe keine Ahnung, was er da gesehen hat. Das ist wirklich ein Witz. Es ist nicht nur ein Skandal: Es ist ein kompletter Skandal. Es ist nicht ansatzweise ein Foul.
Die Entscheidung hielt den Spielstand bei 1:1 und erzwang das Elfmeterschießen.
Elfmeterschießen und historischer Tiefpunkt
Erstmals in ihrer Geschichte verlor Deutschland ein WM-Elfmeterschießen. Kai Havertz' ersten Versuch parierte Gill, auch Nick Woltemades vierten Schuss hielt er. Paraguay vergab zwei eigene Elfmeter, doch Tah schoss über das Tor. Jose Canale verwandelte den entscheidenden Strafstoß und besiegelte einen 4:3-Sieg, der eine 50-jährige deutsche Serie von Erfolgen in Elfmeterschießen bei großen Turnieren beendete – zuletzt im EM-Finale 1976.
Das ist meine zweite WM und jedes Mal ist es zu nichts geworden. Ich kann mich nur entschuldigen. Irgendwas hat immer gefehlt.
Nagelsmann unter Druck, lehnt Rücktritt ab
Die deutschen Medien zeigten keine Gnade. Die Bild betitelte das Aus als „neuen Albtraum“ und gab Nagelsmann die schlechteste Note; die Leistung sei „katastrophal, langsam, langweilig und lethargisch“ gewesen. Der Trainer übernahm Verantwortung, erklärte aber, nicht zurücktreten zu wollen.
Wenn mich jemand nicht will, muss er es mir sagen. Ich will weitermachen. Ich bin kein Mensch, der wegläuft.
Der Deutsche Fußball-Bund wird voraussichtlich über seine Zukunft beraten – nach einem Turnier, in dem die Mannschaft nie Rhythmus fand außer beim 7:1-Kantersieg gegen WM-Neuling Curaçao.
Paraguay wartet auf Frankreich
Paraguay, das in der Qualifikation Argentinien und Brasilien besiegt hatte, trifft im Achtelfinale auf den Sieger des Spiels Frankreich gegen Schweden. Torwart Orlando Gill, Held mit zwei gehaltenen Elfmetern, widmete den Sieg der Nation; Präsident Santiago Peña rief umgehend einen Nationalfeiertag aus. Julio Enciso gab sich kämpferisch.
Wir haben vor niemandem Angst, auch nicht vor den französischen Stars.
Wir haben einen Champion eliminiert. Ich widme das allen Paraguayern.

