
Deutschland verteidigt Hockey-Weltmeistertitel der Herren mit 1:0-Finalsieg gegen Spanien
Michel Struthoff erzielte in der 44. Minute in Wavre, Belgien, das einzige Tor, als Deutschland mit Pakistans Rekord von vier Hockey-Weltmeistertiteln der Herren gleichzog.
Entscheidender Treffer in Wavre
Deutschland verteidigte am Sonntag seinen Titel im Feldhockey-Weltcup der Herren, indem es Spanien im Finale in Wavre, Belgien, mit 1:0 besiegte. Der entscheidende Moment kam in der 44. Minute, genau eine Minute vor Ende des dritten Viertels, vor fast 10.000 Zuschauern in der Belfius Hockey Arena. Stürmer Michel Struthoff bekam einen Pass von Paul-Philipp Kaufmann, umkurvte den spanischen Torhüter Luis Calzado und schob den Ball ins Netz, um die torlose Pattsituation zu durchbrechen. Die deutsche Mannschaft unter der Leitung von Cheftrainer André Henning verteidigte anschließend ihre knappe Führung über das gesamte vierte Viertel. Spanien drängte in den letzten fünfzehn Minuten nach vorne, konnte aber die organisierte Defensivstruktur Deutschlands nicht durchdringen.
- Luis Calzado pariert frühe Strafecke von Benedikt Schwarzhaupt
- Konter-Schuss von Justus Weigand verfehlt das spanische Tor
- Spanischer Kapitän Marc Miralles setzt eine Strafecke knapp vorbei
- Michel Struthoff erzielt das Führungstor nach Umkurven des spanischen Torhüters
- Deutschland vollendet 1:0-Nullnummer gegen Spanien und sichert sich den WM-Titel
Defensive Disziplin und vergebene Chancen
Das Spiel begann mit sofortigem Druck der deutschen Seite im ersten Viertel. Verteidiger Benedikt Schwarzhaupt zwang Calzado in der zweiten Minute zu einer frühen Parade nach einer Strafecke. Sieben Minuten später bekam Justus Weigand nach einem Konter einen Pass von Hannes Müller, konnte die Gelegenheit aber nicht aufs Tor bringen. Spanien übernahm in der zweiten Hälfte allmählich die Kontrolle, erarbeitete sich drei Strafecken und drang zehnmal in den deutschen Kreis ein. In der 40. Minute setzte der spanische Kapitän Marc Miralles eine Strafecke knapp am deutschen Tor vorbei. Der deutsche Torhüter Jean-Paul Danneberg bewahrte die weiße Weste, indem er im gesamten Spiel vier spanische Strafecken abwehrte.
Turnierverlauf und Wiedergutmachung
Der Sieg revanchierte sich für Deutschlands einzige Niederlage im Turnier, die neun Tage zuvor stattfand, als Spanien sie in der zweiten Gruppenphase mit 2:1 besiegte. Deutschland ging mit neun Spielern aus dem Kader von 2023 ins Turnier und hatte zuvor auch Co-Gastgeber Belgien mit 1:0 besiegt. Im Halbfinale am Freitag setzte sich Deutschland mit 2:1 gegen Argentinien durch, während Spanien durch einen Sieg gegen Olympiasieger Niederlande ins Finale einzog. Argentinien sicherte sich am Sonntagnachmittag mit einem 2:1-Sieg gegen die Niederlande den dritten Platz, während Co-Gastgeber Belgien am Freitag nach einem Sieg im Penaltyschießen gegen Indien den siebten Platz belegte. Der spanische Verteidiger Marc Reyné und Cheftrainer Max Caldas erlebten Spaniens dritte Finalniederlage bei einer Weltmeisterschaft, nachdem sie zuvor 1971 und 1998 Silber geholt hatten.
Titelrekorde und Reaktionen nach dem Spiel
Deutschlands Triumph markiert den vierten WM-Titel der Herren, nach den Titeln 2002, 2006 und 2023. Der Sieg bringt Deutschland mit Pakistan auf eine Stufe mit der erfolgreichsten Nation in der Turniergeschichte. Deutschland ist zudem die erste Herren-Nationalmannschaft, die einen WM-Titel zweimal erfolgreich verteidigt hat. Nach dem Spiel reflektierte Henning über die Reise des Teams durch das Turnier.
Es war eine Traumreise. Es fühlt sich für mich eher wie fünf Wochen an als zwei. Das Team beeindruckt mich so sehr.
Auch der deutsche Stürmer Justus Weigand äußerte sich nach der Medaillenzeremonie.
Zweimal in Folge Weltmeister zu werden, hätte ich mir nie träumen lassen.
- Germany
- 4 Titel
- Pakistan
- 4 Titel
Struthoff beschrieb die körperliche Belastung des dreiwöchigen Turniers, bevor er mit seinen Teamkollegen das 1:0-Ergebnis feierte. Spanien beendete seinen Feldzug in Belgien und den Niederlanden mit einer Silbermedaille, der ersten WM-Podiumsplatzierung seit dem Gewinn der Bronzemedaille in Mönchengladbach 2006.

