Deutschland dreht 0:2-Rückstand und besiegt Bulgarien 3:2 bei der EuroVolley 2026
Deutschland holte in Sofia einen 0:2-Rückstand auf, schaltete die Co-Gastgeber Bulgarien aus und erreichte das Viertelfinale der Europameisterschaft gegen Titelverteidiger Polen.
Fünf-Satz-Wende in Sofia
Deutschland holte einen Zwei-Satz-Rückstand auf und besiegte Bulgarien am Samstag im Achtelfinale der Männer-Europameisterschaft 2026 mit 3:2 (21:25, 21:25, 25:19, 25:23, 15:12). Vor heimischem Publikum in Sofia dominierte die bulgarische Mannschaft früh und schloss die ersten beiden Sätze mit jeweils 25:21 ab. Deutschland stellte sein Spiel im dritten Satz um, nutzte die zunehmenden Fehler der Bulgaren und fand den Rhythmus, um 25:19 und 25:23 zu gewinnen. Im entscheidenden fünften Satz kontrollierte Deutschland die Schlusspunkte und gewann den Tiebreak mit 15:12. Das Ergebnis war eine Revanche für Deutschlands Niederlage gegen Bulgarien bei der Weltmeisterschaft im Vorjahr, als Deutschland sein Auftaktspiel 0:3 verlor, nachdem es im ersten Satz 11 Satzbälle bei 38:40 nicht verwandeln konnte.
- Satz 1
- 21 Punkte
- Satz 2
- 21 Punkte
- Satz 3
- 25 Punkte
- Satz 4
- 25 Punkte
- Satz 5
- 15 Punkte
Taktische Anpassungen und Fehlerquoten
Deutschland gelang das Comeback ohne zwei Stammspieler, da Zuspieler Johannes Tille und Außenangreifer Moritz Karlitzek verletzungsbedingt ausfielen. Die deutsche Mannschaft steigerte nach dem zweiten Satz ihre Aufschlagpräzision, was die Angriffsausführung der Bulgaren störte. In den letzten beiden Sätzen leistete sich Bulgarien 20 unerzwungene Fehler, während Deutschland in diesem Zeitraum nur acht Punkte durch Fehler abgab. Aleks Grozdanow bemerkte, dass Deutschland unter seinem neuen Cheftrainer wie eine verwandelte Mannschaft agierte und die Atmosphäre, die von tausenden bulgarischen Fans erzeugt wurde, erfolgreich meisterte.
Der bulgarische Mittelblocker Aleks Grozdanow führte die Aufschlagleistung des Gegners als Grund für die veränderten Spielverhältnisse an:
Nach dem zweiten Satz war ihr Aufschlag großartig und sie brachten uns aus dem Rhythmus. Von diesem Moment an tauchten auch andere Probleme auf, aber vor allem lag es daran. Deutschland ist jetzt eine völlig andere Mannschaft, sie haben einen neuen Trainer. Ich denke, wir waren taktisch gut vorbereitet, aber am Ende hat etwas nicht geklappt. Glückwunsch an sie, dass sie dem Druck standgehalten und ins Spiel zurückgefunden haben.
Bulgarisches Team reagiert auf das Aus
Die Niederlage bedeutete das Aus für Co-Gastgeber Bulgarien, den amtierenden Vizeweltmeister unter Cheftrainer Gianlorenzo Blengini. Vor der K.o.-Runde hatte Teamleader Aleksandyr Nikołow einen Platz unter den ersten beiden in der Vorrundengruppe angestrebt, um einen frühen Weg im Turnierbaum in Richtung Polen zu vermeiden, doch Bulgarien ging als Drittplatzierter ins Achtelfinale. Nach dem Spiel äußerte sich Nikołow zu den Gründen für die Niederlage und dankte den heimischen Fans, die nach dem letzten Punkt in der Halle geblieben waren.
Deutschland hat den Sieg verdient. Wir haben viele Fehler gemacht, nicht nur beim Aufschlag, sondern in jedem Element. Ich danke den Fans sehr für ihre Unterstützung. Selbst am Ende des Spiels, nach einer so großen Enttäuschung, hat niemand die Halle verlassen. Ich glaube nicht, dass es an körperlicher Erschöpfung lag. Uns fehlte ein wenig Aggressivität. Wir haben gut angefangen und uns hat ein wenig Aggressivität gefehlt, um das Spiel zu beenden. Das ist alles.
Der bulgarische Außenangreifer Asparuch Asparuchow bestritt, dass die Mannschaft nach dem Aufbau einer Zwei-Satz-Führung nachlässig geworden sei, und erklärte, die Spieler hätten die Schwierigkeit des Spiels verstanden, bevor ihre Ausführung in den späteren Sätzen nicht mehr funktionierte.
Turnierverlauf bis zum Viertelfinale
Der Sieg bringt Deutschland am Dienstag, den 22. September, in Sofia ins Viertelfinale gegen Titelverteidiger Polen. Polen hatte sich bereits am Samstag durch einen 3:0-Sieg gegen Lettland unter Cheftrainer Nikola Grbić für das Viertelfinale qualifiziert. Der Turnierplan sieht vor, dass der Sieger des Viertelfinals am Dienstag in Sofia nach Mailand zu den Medaillenrunden reist. Die Halbfinals sind für den 25. September in Mailand angesetzt, gefolgt vom Spiel um Bronze und dem Finale am 26. September.
- Deutschland besiegt Bulgarien 3:2 und Polen schlägt Lettland 3:0 im Achtelfinale
- Polen trifft im Viertelfinale in Sofia auf Deutschland
- Halbfinals finden in Mailand statt
- Spiel um Bronze und Finale finden in Mailand statt


