- 19. Oktober, abendsMerz und Nvidia-Chef Jensen Huang eröffnen den Gipfel und kündigen eine Zusammenarbeit bei industrieller KI an
- 20. Oktober, morgensMerz sagt, die Initiative Made for Germany plane bis 2028 mehr als 800 Milliarden Euro in Deutschland
- 20. OktoberHauptkonferenz mit rund 200 Vorstandschefs an der Wirtschaftshochschule ESMT, bei der Merz rund 230 Milliarden Euro an Zusagen nennt
Zusagen und das Format des Gipfels
Die Bundesregierung veranstaltete ihren ersten Invest-in-Germany-Gipfel in Berlin. Er begann am Montagabend, 19. Oktober, in einem stillgelegten Kraftwerk und wurde am Dienstag in einer privaten Wirtschaftshochschule fortgesetzt. Bundeskanzler Friedrich Merz sagte vor den Teilnehmern, die Investoren, die er getroffen und mit denen er gesprochen habe, hätten sich zu rund 230 Milliarden Euro für Deutschland verpflichtet. Die Regierung machte keine Angaben dazu, wie viele dieser Zusagen mit dem Gipfel selbst zusammenhingen oder ohnehin gemacht worden wären. Nach Regierungsangaben nahmen rund 200 internationale und deutsche Vorstandschefs teil.
Das Bundeswirtschaftsministerium nannte eine engere Zahl von 228,6 Milliarden Euro, die sich nur auf die größten Investitionsprojekte in Deutschland im Jahr 2026 bezieht. Von dieser Summe stammten 95,5 Milliarden Euro von ausländischen Unternehmen. Die Berechnung umfasste mehr als 70 Projekte mit einem Volumen von jeweils über 100 Millionen Euro; die Daten wurden auf dem Gipfel vorgestellt.
- Summe der größten Projekte 2026
- 228.6 Mrd. Euro
- Davon von ausländischen Unternehmen
- 95.5 Mrd. Euro
Daten aus dem Artikeltext
Unternehmenszusagen und der Auftakt
Amazon kündigte rund 16 Milliarden Euro für Deutschland an, was Merz als herausragendes Beispiel nannte. In einer eigenen Erklärung teilte das Unternehmen mit, seit 2010 mehr als 100 Milliarden Euro in Deutschland investiert zu haben und im Jahr 2027 weitere 16 Milliarden Euro zu planen. Das Geld soll unter anderem in den Ausbau von Rechenzentren für die Cloud-Sparte AWS und in die Modernisierung von Logistikstandorten fließen; zudem eröffnet Amazon ein zweites Forschungszentrum für Robotik und künstliche Intelligenz in Berlin. Das Unternehmen gibt an, mehr als 40.000 unbefristete Arbeitsplätze im Land geschaffen zu haben.
Merz nannte bei der Aufzählung der Beitragenden außerdem Nvidia, die Schwarz-Gruppe, RWE, Blackstone, Microsoft und Sanofi. Nvidia-Chef Jensen Huang eröffnete die Veranstaltung am Montagabend gemeinsam mit Merz, und beide kündigten eine Zusammenarbeit bei industrieller KI an. Larry Fink von BlackRock und David Solomon von Goldman Sachs gehörten am Dienstag zu den Gästen.
Botschaft der Regierung und Reformversprechen
Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil von der SPD brachte die Botschaft der Regierung auf den Punkt.
„In Deutschland passiert etwas. Ich würde sogar ganz klar sagen: Deutschland ist zurück.“
Merz sagte, die Regierung werde die Veranstaltung wiederholen, und er und Klingbeil hätten den Investoren versprochen, den Reformkurs fortzusetzen. Er bezeichnete die Konferenz als sehr erfolgreich.
„Wir sind entschlossen, Deutschland einen großen Schub zu geben.“
Merz sagte, die Reformen würden Bürokratie abbauen und Genehmigungen beschleunigen; er nannte dies eines der ehrgeizigsten Reform- und Modernisierungsprogramme seit Jahrzehnten. Geplant seien zudem Reformen der Sozialsysteme, um die Sozialausgaben zu stabilisieren, sowie mehr Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt, wobei die vorliegenden Auszüge dazu keine Einzelheiten nennen. Merz dankte den Investoren und versprach eine Gegenleistung.
„Wir wollen und wir werden diesem Vertrauen gerecht werden.“
Merz sagte außerdem, die Initiative Made for Germany plane, bis 2028 mehr als 800 Milliarden Euro in Deutschland zu investieren; diese Zahl hatte die Initiative erstmals Ende September genannt.
Wirtschaftlicher Hintergrund und Investorenzurückhaltung
Die deutsche Wirtschaft stagniert, und die Wachstumsprognose der Regierung für 2026 liegt bei 1,3 Prozent und stützt sich vor allem auf öffentliche Investitionen. Die Koalition aus Union und SPD, seit eineinhalb Jahren im Amt, setzt auf Steuerentlastungen und weniger Regulierung, während Wirtschaftsverbände angesichts hoher Energiepreise, US-Zölle und stärkerer chinesischer Konkurrenz, besonders im Automobilbau, schnellere Reformen fordern. Merz, geschwächt durch schwere Wahlniederlagen, Streit innerhalb der Regierung und geringe Beliebtheit, muss zeigen, dass Deutschland weiterhin attraktiv ist. Choose France, der von Emmanuel Macron veranstaltete Gipfel, brachte im Juni einen Rekord von 93 Milliarden Euro an Ankündigungen; die deutsche Wirtschaft ist etwa 1,5-mal so groß wie die französische. Berichte deuteten darauf hin, dass Investoren weiterhin zögern, und Ökonomen warnten vor einem zusätzlichen Risiko, wobei die geprüften Auszüge nicht sagen, worin es besteht.
- Invest-in-Germany-Gipfel
- 230 Mrd. Euro
- Choose France (Rekord im Juni)
- 93 Mrd. Euro
Daten aus dem Artikeltext