
Sachsen führt deutsches Bildungsranking an – Bericht verzeichnet steigende Qualifikationsdefizite
Der 2026 Bildungsmonitor platzierte Sachsen und Bayern am Montag an die Spitze der 16 deutschen Bundesländer, identifizierte jedoch einen bundesweiten Rückgang der Grundfertigkeiten und eine Rate von 18,8 % Erwachsenen ohne Berufsabschluss.
Länderranking und Spitzenreiter
Sachsen behauptete den ersten Platz im 2026 Bildungsmonitor, gefolgt von Bayern, Hamburg und Baden-Württemberg. Das Saarland stieg auf den fünften Platz unter den 16 deutschen Bundesländern auf und profitierte von überdurchschnittlich vielen Informatikabsolventen und der höchsten Pro-Kopf-Quote an dual Studierenden. Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Bremen belegten die unteren Plätze des Gesamtrankings. Durchgeführt vom Institut der deutschen Wirtschaft im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, bewertet die jährliche Studie seit 2004 die Bildungssysteme der Länder anhand von 98 Indikatoren in 13 Handlungsfeldern. Sachsen erzielte hohe Punktzahlen für die flächendeckende Ganztagsbetreuung in Schulen und Kindergärten sowie für gut qualifizierte Kita-Fachkräfte. Bayern belegte den ersten Platz bei der beruflichen Ausbildungskapazität und verzeichnete mit 5,9 % im Jahr 2024 die niedrigste Schulabbrecherquote Deutschlands, verglichen mit dem Bundesdurchschnitt von 7,8 %.
Nationale Kompetenzdefizite und soziale Mobilität
Die bundesweite Bewertung berichtete von einer anhaltenden Kluft zwischen formalen Abschlüssen und tatsächlichen schulischen Kompetenzen in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften. Während der Anteil der Bildungsaufsteiger im Alter von 35 bis 44 Jahren, die das Bildungsniveau ihrer Eltern übertrafen, von 23 % im Jahr 2004 auf 29,1 % im Jahr 2024 stieg, nahm auch der Anteil der Abstiegsmobilität von 3,7 % auf 7,6 % zu. Darüber hinaus hat derzeit 18,8 % der jungen Erwachsenen keinen Berufsabschluss. Thorsten Alsleben, Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, bezeichnete die Gesamtentwicklung der Schülerkompetenzen als wachsende Sorge.
Die Schwierigkeit ist, dass das Bildungsniveau in Deutschland allgemein sinkt.
- Aufstiegsmobilität 2004
- 23 %
- Aufstiegsmobilität 2024
- 29.1 %
- Abstiegsmobilität 2004
- 3.7 %
- Abstiegsmobilität 2024
- 7.6 %
Regionale Unterschiede und berufliche Lücken
Die Leistungen variierten stark zwischen den einzelnen Ländern in Bezug auf Infrastruktur, Ausgaben und Abschlussquoten. In Nordrhein-Westfalen fiel die Qualität der Grundschulen auf den 15. Platz, nachdem die Neuntklässler unterdurchschnittliche Ergebnisse in Mathematik und Naturwissenschaften erzielt hatten. Nordrhein-Westfalen gab 8.100 Euro pro Grundschüler aus und lag damit unter dem Bundesdurchschnitt von 9.000 Euro, trotz einer kürzlichen Erhöhung um 1.800 Euro pro Kind. In der Berufsbildung schlossen 2024 nur 62,6 % der Abgänger von Fachschulen und Berufskollegs in Nordrhein-Westfalen erfolgreich ab, verglichen mit dem nationalen Richtwert von 80,4 %. Jochen Ott, Fraktionsvorsitzender der SPD in Nordrhein-Westfalen, forderte eine Straffung der Lehrpläne und die Einbindung außerschulischer Lernorte.
- Nordrhein-Westfalen
- 62.6 %
- Deutschland Durchschnitt
- 80.4 %
Bildung bleibt die Achillesferse unseres Landes. Unter der schwarz-grünen Koalition hat sich nichts verbessert.
Kita-Infrastruktur und Frühfördermaßnahmen
Die Verfügbarkeit von Ganztagsplätzen bleibt eine ungelöste Hürde für mehrere Spitzen- und Mittelfeldländer. In Bayern besuchen nur etwa ein Drittel der Kindergartenkinder ein Ganztagsangebot, während es in Deutschland insgesamt fast die Hälfte ist. Schleswig-Holstein fiel vom achten auf den neunten Platz zurück, nachdem es seinen bisherigen Leistungsvorsprung in Mathematik und Naturwissenschaften verloren hatte; der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss erreichte dort rund 10 %. Um frühzeitige Defizite in den deutschen Sprachkenntnissen und im Sozialverhalten zu beheben, die von der Bildungsgewerkschaft GEW festgestellt wurden, begann Schleswig-Holstein damit, Kinder mit viereinhalb Jahren auf ihre Entwicklung vor der Einschulung zu überprüfen. Bildungsministerin Dorit Stenke bestätigte Pläne, gezielte Ressourcen an Schulen in schwierigen Lagen zu lenken, sowie den bundesweiten stufenweisen Ausbau des Rechtsanspruchs auf einen Ganztagsplatz in der Grundschule, der am 1. August 2026 begann.
Jedes Kind verdient die Chance, seine Fähigkeiten zu entwickeln und seinen eigenen Weg zu gehen, unabhängig von Herkunft oder dem Geldbeutel der Eltern. Deshalb investieren wir konsequent in Bildung.

