Verkehr · Riga und New York

AirBaltic beantragt Chapter-11-Insolvenz in New York mit 350 Mio. Euro Restrukturierungskredit

Die lettische Flaggenfluggesellschaft airBaltic hat am Montag in New York eine gerichtlich überwachte Restrukturierung eingeleitet und sich dabei eine Finanzierung in Höhe von 350 Millionen Euro als Debtor-in-Possession gesichert, während steigende Treibstoffkosten die europäische Regionalluftfahrt belasten.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von RFI, Reuters, SWI swissinfo.ch und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er

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Kurz gefasst

Riga, New York · Lettland, Vereinigte Staaten
Wie es dazu kam
  1. August 2026Das Management senkt das Flottenziel von 100 auf 36 Flugzeuge bis Ende 2026.
  2. 14.09.AirBaltic beantragt Chapter-11-Insolvenzschutz in New York.
  3. Juni 2027Voraussichtlicher Termin für den Abschluss des gerichtlich überwachten Restrukturierungsverfahrens.

Chapter-11-Antrag und DIP-Finanzierung

Die lettische Flaggenfluggesellschaft airBaltic hat am 14. September 2026 in New York den Antrag auf Chapter-11-Insolvenzschutz gestellt. Der freiwillige Antrag leitet eine gerichtlich überwachte Schuldenrestrukturierung ein, die das Unternehmen bis Juni 2027 abschließen will. Um die Liquidität zu erhalten und den Betrieb während des Verfahrens aufrechtzuerhalten, hat sich die Fluggesellschaft eine Zusage über 350 Millionen Euro (405 Millionen Dollar) in Form einer Debtor-in-Possession-Finanzierung zu einem Zinssatz von 12 % gesichert. Zur Finanzierungsgruppe gehören Strategic Value Partners, Barclays, Hayfin Capital Management, Morgan Stanley und Oaktree Capital Management. Die planmäßigen Passagierflüge, Buchungen und der Kundenservice für mehr als 70 Ziele werden während des gesamten Rechtsverfahrens ohne Unterbrechung fortgeführt.

Flottenreduzierung und Personalrestrukturierung

Der Restrukturierungsplan erfordert Anpassungen bei der Flottenkapazität und den Personalbeständen. AirBaltic betreibt eine reine Airbus A220-300-Flotte mit 54 Flugzeugen und bedient regionale Drehkreuze in Riga, Vilnius und Tallinn sowie fünf deutsche Flughäfen, darunter Frankfurt und München. Im August senkte das Management das langfristige Flottenziel von 100 Flugzeugen auf 36 Maschinen bis Ende 2026, mit einem Ziel von etwa 40 Flugzeugen bis 2031. CEO Erno Hilden, der zuvor als Finanzvorstand bei Scandinavian Airlines während deren eigener Restrukturierung tätig war, erklärte, dass Kapazitätskürzungen Anpassungen bei der Belegschaft erfordern würden.

„Wir führen derzeit die Konsultationen mit den Gewerkschaften durch.“

Erno Hilden

Hilden fügte hinzu, dass sich die Restrukturierung stark auf die Änderung der Wet-Lease-Sparte der Fluggesellschaft konzentrieren werde, die Flugzeuge und Besatzungen für externe Partner bereitstellt.

AirBaltic Airbus A220 Flottengröße und ZieleFlugzeuge
Aktuelle Flotte
54 Flugzeuge
Ziel Ende 2026
36 Flugzeuge
Bisheriges langfristiges Ziel
100 Flugzeuge

Daten aus dem Artikeltext

Kerosinkosten und wachsender Schuldendruck

Die Fluggesellschaft geriet in Liquiditätsschwierigkeiten, nachdem sich die Kerosinpreise infolge des Ausbruchs des Iran-Kriegs Ende Februar verdoppelt hatten. Da airBaltic seine Kerosinbedarfe nicht abgesichert hatte, führte die Schließung der Straße von Hormus zu einem raschen Anstieg der Betriebskosten. Im März setzte die Fluggesellschaft Direktflüge nach Dubai bis Oktober aus und schlug die Aufnahme von bis zu 257 Millionen Euro an vorrangigen Schulden vor, was die Renditen ihrer 380 Millionen Euro Anleihen mit Fälligkeit 2029 in die Höhe trieb. Im Jahr 2025 beförderte die Fluggesellschaft 5,2 Millionen Passagiere und steigerte den Umsatz um 4,2 % auf 779,3 Millionen Euro, erwirtschaftete aber einen Nettoverlust von 44,3 Millionen Euro. Der Luftfahrtanalyst John Strickland wies auf die spezifischen Risiken hin, denen regionale Betreiber im aktuellen Markt ausgesetzt sind.

„Kleinere, Nischenanbieter sind (am meisten) gefährdet.“

John Strickland, Luftfahrtanalyst

Anteilseigner und Geschäftspartnerschaften

Der lettische Staat hält einen Mehrheitsanteil von 88,37 % an airBaltic, während die deutsche Lufthansa 2025 einen Anteil von 10 % erworben hat. Die Fluggesellschaft wurde im August 1995 als Joint Venture zwischen Lettland und SAS gegründet, bevor der skandinavische Carrier 2009 ausstieg. Zu den wichtigsten Gläubigern zählt der Triebwerkslieferant Pratt & Whitney mit Forderungen in Höhe von 66,5 Millionen Dollar, während der lettische Staat 20 Millionen Dollar hält. Der lettische Ministerpräsident Andris Kulbergs befürwortete den New Yorker Antrag am Montag als strukturierten Weg zur Bewältigung der Verbindlichkeiten.

„Ich halte diese Lösung für einen der besten Wege, um die Überlebensfähigkeit von airBaltic zu sichern, da sie die notwendigen Instrumente und die Zeit bietet, den entwickelten Restrukturierungsplan umzusetzen.“

Andris Kulbergs, Premierminister von Lettland

Swiss, ein langjähriger Wet-Lease-Kunde von airBaltic, erklärte, dass man die Entwicklungen beobachte, während man den bestehenden Flugbetrieb aufrechterhalte.

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