
Deutsche und russische Außenminister treffen sich in New York zu ersten Gesprächen seit der Invasion 2022
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul traf sich hinter verschlossenen Türen mit seinem russischen Amtskollegen Sergey Lavrov am Rande der 81. Sitzung der UN-Generalversammlung in New York, nach gegenseitigen Konsulatschließungen im August.
Ministergespräche in New York wieder aufgenommen
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul traf am Samstag, den 26. September 2026, am Sitz der Vereinten Nationen in New York mit dem russischen Außenminister Sergey Lavrov zusammen. Das direkte Gespräch fand am Rande der 81. Sitzung der UN-Generalversammlung statt. Bei diesem bilateralen Treffen handelte es sich um das erste formelle Zusammentreffen der Außenminister Deutschlands und Russlands seit Beginn der umfassenden russischen Invasion in der Ukraine am 24. Februar 2022. Lawrow, der sein Amt als russischer Außenminister seit mehr als 22 Jahren bekleidet, hatte zuletzt am 18. Januar 2022 persönlich mit einer deutschen Amtskollegin gesprochen, als er Annalena Baerbock kurz vor dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine in Moskau empfing. Der Austausch am Samstag fand vollständig hinter verschlossenen Türen statt, wobei der anhaltende Krieg in der Ukraine das zentrale Gesprächsthema war.
- Sergey Lavrov trifft die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock in Moskau
- Russland beginnt eine umfassende militärische Invasion in der Ukraine
- Explosiver Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig führt zu gegenseitigen Konsulatschließungen
- Lawrov und der deutsche Außenminister Johann Wadephul treffen sich bei der UN-Generalversammlung in New York
Diplomatischer Konflikt und Konsulatschließungen
Dem diplomatischen Treffen war eine deutliche Verschärfung der Spannungen zwischen Berlin und Moskau in den Wochen vor dem UN-Gipfel vorausgegangen. Anfang August 2026 deckten deutsche Behörden eine russische Beteiligung an einem Vorfall auf, bei dem eine mit Sprengstoff beladene Drohne auf den Flughafen Leipzig gerichtet war. Diese Sicherheitserkenntnis veranlasste die deutsche Bundesregierung, Moskau formell feindselige Operationen auf deutschem Boden vorzuwerfen. Nach dem Vorfall in Leipzig gingen beide Regierungen schnell dazu über, die lokalen diplomatischen Beziehungen abzubrechen und ordneten die gegenseitige Schließung von Konsulaten auf ihrem jeweiligen Hoheitsgebiet an. Infolgedessen stellte das Treffen zwischen Wadephul und Lawrow in New York den ersten hochrangigen Regierungskontakt zwischen den beiden Nationen nach diesen Ausweisungen und Büroschließungen dar.
Formatforderungen und russische Reaktion
Nach Angaben von Maria Zakharova, der Sprecherin des russischen Außenministeriums, ging die Initiative für das Treffen auf den direkten Wunsch des deutschen Außenministers zurück. Zakharova merkte an, dass Berlin vor der Zustimmung zu dem Gespräch auf strengen Verfahrensauflagen bestanden habe, darunter die Einschränkung des Medienzugangs zum Konferenzraum und das Verbot von Fragen durch Journalisten. Die deutsche Seite untersagte zudem die Audioaufzeichnung der Eröffnungsbemerkungen und schränkte die Veröffentlichung jeglicher Materialien aus der privaten Sitzung ein. Zakharova äußerte sich in russischen Staatsmedien und sozialen Netzwerken zu der bilateralen Absprache:
Und nun hat ein Vertreter des ‚schönen Gartens‘, der deutsche Beamte Wadephul, um ein Treffen mit dem Außenminister Russlands gebeten. Was meinen Sie? Sein Team forderte eingeschränkten Medienzugang, die Zusicherung, dass keine Fragen gestellt werden, das Verbot von Audioaufnahmen der Eröffnungsstatements und die Einschränkung der Veröffentlichung jeglichen Materials.
Parallel-Diplomatie und Ablehnung der Waffenruhe
Das bilaterale Gespräch mit Wadephul war Teil eines vollen diplomatischen Programms für Lawrow in New York vor seiner offiziellen Rede vor der UN-Generalversammlung am Samstagmorgen. Während seines Aufenthalts am UN-Hauptsitz führte der russische Außenminister auch ein separates persönliches Treffen mit dem US-Außenminister Marco Rubio. In diesen Gesprächen lehnte Lawrow einen amerikanischen Vorschlag zur Einrichtung einer Waffenruhe in der Ukraine ausdrücklich ab und erklärte, das russische Militär werde seine laufende Offensive fortsetzen. Trotz der Weigerung, die Feindseligkeiten einzustellen, und der verfahrenstechnischen Einschränkungen rund um das deutsche Treffen stellten die Diskussionen in New York die direkte hochrangige Verbindung zwischen der deutschen Führung und dem Kreml wieder her.

