Zehn besenderte deutsche Störche sterben auf dem Zug, Webcam-Liebling Rocky in Spanien vermisst
Zehn von 150 Weißstörchen, die in Rheinland-Pfalz mit Sendern versehen wurden, sind gestorben. Stromschlag an Strommasten wurde als häufigste Todesursache auf ihrem Weg nach Süden identifiziert.
Verluste während des frühen Herbstzugs
Weißstörche, die aus Rheinland-Pfalz in ihre Überwinterungsgebiete ziehen, haben nach einem von extremer Hitze geprägten Sommer frühe Verluste erlitten. Von 150 Störchen, die vom Storchenzentrum Bornheim mit Senderringen versehen wurden, sind zehn gestorben. Wolfgang Fiedler, Leiter der Vogelwarte Radolfzell am Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie, identifizierte die Strominfrastruktur als Hauptgefahr für die ziehende Population.
Viele starben durch Stromschlag, was weiterhin die häufigste Todesursache für Störche ist.
Die Sterblichkeitszahlen folgen auf eine Brutsaison, die auch anderen Vogelarten in der Region Schwierigkeiten bereitete, darunter Mauersegler, die von der Organisation Mauerseglerhilfe überwacht werden.
- Mit Senderringen versehen
- 150 Vögel
- Bestätigt tot
- 10 Vögel
Verschwinden des Webcam-Storchs Rocky
Die öffentliche Aufmerksamkeit in der Region konzentriert sich auf Rocky, einen jungen Storch aus der Stadt Freinsheim, dessen Aufzucht Tausende Online-Zuschauer über eine spezielle Nestkamera verfolgten. Rocky begann seinen Zug nach Süden vor mehreren Wochen, die Tracking-Daten wurden von Unterstützern über die Animal Tracker-App überwacht. Sein Sender sendete am 20. August sein letztes Signal aus der spanischen Provinz Saragossa am Ebro, etwa 1.200 Kilometer von seinem Nest in Freinsheim entfernt. Fiedler vermutete, dass Rocky auf der Suche nach einem Schlafplatz auf einen Strommast gelandet sein könnte, was einen tödlichen Stromschlag verursachte, der sowohl den Vogel als auch das angebrachte Gerät zerstörte.
Die Chancen sind nicht mehr sehr hoch, dass der Vogel einfach in einer toten Zone sitzt und plötzlich wieder auftaucht.
Technische Zweifel an Senderprototypen
Die Betreiber der Freinsheimer Webcam haben die Hoffnung nicht aufgegeben, dass der vermisste Storch noch lebt, trotz fehlender Tracking-Updates. Marie Louise Wiesenbach, die die Nestkamera und ihre Social-Media-Berichterstattung auf Instagram zusammen mit ihrem Ehemann Florian Graus betreibt, wies darauf hin, dass die bei den örtlichen Vögeln verwendeten Sender Prototypen sind. Zwei weitere Störche aus der Nachbargemeinde Erpolzheim, Fortuna und Schorschi genannt, stellten ebenfalls am 22. bzw. 24. August die Übertragung von Telemetriesignalen ein. Wiesenbach bemerkte die zeitliche Nähe der drei Verschwinden als möglichen Hinweis auf Geräteversagen statt gleichzeitiger Todesfälle.
Wir hoffen, dass Rocky es trotzdem schafft und es nur ein technisches Problem war.
- Letztes Signal von Rocky in der Provinz Saragossa am Ebro empfangen
- Letzte Telemetrieübertragung von Fortuna aus Erpolzheim aufgezeichnet
- Letztes Signal von Schorschi aus Erpolzheim gesendet
Zugkorridore durch Europa und Afrika
Die Mehrheit der überlebenden Jungstörche aus dem Besenderungsprogramm ist nach Spanien und Marokko vorgedrungen, während andere weiter nach Süden in Richtung Senegal ziehen. Ornithologen stehen vor langen Kommunikationsausfällen, da die Vögel abgelegene Regionen mit schlechtem Mobilfunkempfang durchqueren.
Dort erhalten wir praktisch keine Daten und müssen warten, bis die Vögel wieder Gebiete mit besserer Netzabdeckung erreichen.
Die Forscher überwachen weiterhin atypische Flugrouten, die in anderen Teilen des Netzwerks aufgezeichnet wurden, mit Zugdaten aus der Slowakei und Syrien. Bestimmte Individuen haben unerwartete Routen registriert, darunter ein besenderter Storch mit der Bezeichnung Clarinette 12356 AJE91 vom Standort Zeiskamer Mühle.


