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Konflikte·vor 2 Std.

Deutschland entsendet zwei Kriegsschiffe in Richtung Straße von Hormus – Berlin bereitet sich auf möglichen Minenräumeinsatz vor

Verteidigungsminister Boris Pistorius bestätigte, dass das Minenjagdboot Fulda und das Tenderboot Mosel am Donnerstag den Sueskanal passiert haben. Sie beziehen nun eine Position vor Dschibuti, während die rechtlichen und diplomatischen Voraussetzungen für einen Einsatz noch nicht erfüllt sind.

Der Einsatz

Zwei Schiffe der Deutschen Marine – das Minenjagdboot „Fulda" und der Versorgungstender „Mosel" – haben am Donnerstag den Sueskanal durchquert und fahren nun südwärts durch das Rote Meer in Richtung Dschibuti, wie das Verteidigungsministerium in Berlin bestätigte. Die Schiffe tragen rund 140 Soldaten an Bord und wurden mit autonomen Unterwassersystemen, Minentauchern und Vessel-Protection-Teams verstärkt. Die Fahrt wird fünf bis sieben Tage dauern, um den Zwischenstopp im ostafrikanischen Hafen zu erreichen.

Wir wollen, wenn es gefordert wird und Realität wird, in der Lage sein, schnell zu handeln und vor allem schnell in der Straße von Hormus zu sein.

Die beiden Schiffe operieren unter dem Mandat der bestehenden EU-Mission Aspides, das ihren Transit und die Vorverlegung abdeckt, ohne dass eine separate Abstimmung im Bundestag erforderlich ist. Pistorius bezeichnete den Schritt als eine „Vorsichtsmaßnahme mit Voraussicht", um sicherzustellen, dass Deutschland schnell reagieren kann, falls ein formeller Minenräumeinsatz genehmigt wird.

Die Minenbedrohung

Experten gehen davon aus, dass Iran kurz nach Beginn der Feindseligkeiten mit den Vereinigten Staaten mehrere Dutzend Seeminen in der Straße von Hormus ausgelegt hat, obwohl Teheran einen solchen Einsatz nie bestätigt hat. US-Präsident Donald Trump hat erklärt, dass einige Minen bereits geborgen wurden. Die Fulda, ein 1998 in Dienst gestelltes Boot der Frankenthal-Klasse, verfügt über eine Druckkammer für Taucher und setzt sowohl autonome als auch ferngesteuerte Unterwasserdrohnen ein, die Sprengstoff orten und neutralisieren können. Oberflächendrohnen, die Motorengeräusche und magnetische Signaturen simulieren, können auch Grundminen auslösen.

Wir sind auf jeden Fall bereit. Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, sind wir vorbereitet.

Die Mosel, ein Tender der Elbe-Klasse, liefert Treibstoff, Frischwasser, Ersatzteile, Proviant und Munition und kann auf ihrem Deck Transporthubschrauber aufnehmen. Das britische Versorgungsschiff Lime Bay begleitet die deutschen Schiffe in dem multinationalen Verband.

Rechtliche und diplomatische Hürden

Drei Bedingungen müssen erfüllt sein, bevor deutsche Streitkräfte Minenräumoperationen in der Straße durchführen können: ein Bundestagsmandat (das die Regierung vor der parlamentarischen Sommerpause anstrebt), eine dauerhafte Einstellung der Feindseligkeiten zwischen Iran und den Vereinigten Staaten und ein klarer internationaler Rechtsrahmen. Pistorius betonte zudem, dass sowohl Iran als auch Oman der Minenräumung in ihren Hoheitsgewässern zustimmen müssen.

Vieles hängt nun davon ab, wie die Verhandlungen zwischen Iran und den USA in den nächsten 60 Tagen verlaufen.

Der Minister begrüßte die Fortschritte in den Gesprächen und die Vereinbarung, die Kampfhandlungen sofort einzustellen. Für die derzeitige Vorverlegung ist kein Bundestagsmandat erforderlich, da sie im Rahmen des deutschen Beitrags zur Aspides-Mission erfolgt.

Weg zu einem möglichen deutschen Minenräumeinsatz in der Straße von Hormus
  1. Fulda und Mosel passieren den Sueskanal auf dem Weg nach Dschibuti; Pistorius gibt den Schritt bei der NATO-Verteidigungsministertagung in Brüssel bekannt.
  2. Die Schiffe sollen nach 5–7 Tagen Transit das Rote Meer erreichen und in Dschibuti anlegen.
  3. Die deutsche Regierung strebt ein Bundestagsmandat vor der parlamentarischen Sommerpause an.
  4. Ende des 60-Tage-Fensters, das Pistorius für die Iran-USA-Verhandlungen genannt hat, um zu entscheiden, ob die Bedingungen für eine Minenräumung erfüllt sind.

Der strategische Kontext

Rund 20 % des weltweiten Öltransits passieren die Straße von Hormus, und die deutsche Regierung hat ihre Bereitschaft signalisiert, einen „substanziellen und sichtbaren Beitrag" zu einer internationalen Koalition zum Schutz der Schifffahrtsfreiheit dort zu leisten. Der Einsatz ist das konkreteste europäische Marineengagement für die Wasserstraße seit der Eskalation des USA-Iran-Konflikts, wobei Berlin sich positioniert, um sobald die diplomatischen und parlamentarischen Bedingungen erfüllt sind, gemeinsam mit den Verbündeten zu handeln.

Dschibuti · Sueskanal · Brüssel

8 Quellen

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