
Deutsche Kriegsschiffe passieren den Suezkanal – Berlin bereitet sich auf möglichen Minenräumeinsatz in der Straße von Hormus vor
Zwei deutsche Marineeinheiten haben am Donnerstag den Suezkanal passiert und mit rund 140 Soldaten vor Dschibuti Stellung bezogen, während die Bundesregierung über ein Bundestagsmandat für einen Minenräumeinsatz in der Straße von Hormus berät.
Die Verlegung der Schiffe
Zwei deutsche Kriegsschiffe, der Minenjagdboot Fulda und der Tender Mosel, passierten am Donnerstagmorgen den Suezkanal, wie das Verteidigungsministerium in Berlin bestätigte. Sie sollen in fünf bis sieben Tagen das Rote Meer durchquert haben und dann im Hafen von Dschibuti anlegen, um sich für einen möglichen Einsatz bereitzustellen. An Bord befinden sich rund 140 Soldaten. Die Schiffe wurden mit autonomen Systemen, Minentauchern und Schutzausrüstung ausgerüstet.
Verteidigungsminister Boris Pistorius bezeichnete die Verlegung als eine „vorausschauende, vorsorgliche Maßnahme“, die es Deutschland ermöglichen soll, „schnell handlungsfähig und vor allem schnell in der Straße von Hormus zu sein“, sofern ein Mandat erteilt wird. Die Schiffe operieren derzeit unter der bestehenden EU-Mission Aspides im Roten Meer und benötigen für diese Durchfahrt noch keine separate Zustimmung des Bundestages.
Es ist eine vorausschauende, vorsorgliche Maßnahme, damit wir schnell handlungsfähig und vor allem schnell in der Straße von Hormus sein können.
Bedingungen für einen Einsatz
Bundeskanzler Friedrich Merz betonte, dass jeder bewaffnete Einsatz „eine klare rechtliche Grundlage“ und „ein Mandat des Deutschen Bundestages“ erfordere. Die Regierung wolle sich die Entscheidung „in Ruhe“ überlegen. Deutsche Regierungsvertreter nannten eine dauerhafte Einstellung aller Feindseligkeiten zwischen den USA und dem Iran, einen völkerrechtlichen Rahmen sowie die Zustimmung des Irans und Omans als Voraussetzungen.
Das erfordert eine klare rechtliche Grundlage, das erfordert ein Mandat des Deutschen Bundestages.
Der strategische Kontext
Iranische Kräfte blockierten die Straße von Hormus kurz nach Beginn des US-amerikanisch-israelischen Krieges gegen den Iran Ende Februar weitgehend. Berichten zufolge wurden mehrere Dutzend Seeminen in der Wasserstraße verlegt. Die Blockade trieb die weltweiten Öl- und LNG-Preise in die Höhe, auch in Deutschland. In der Nacht zum Mittwoch unterzeichneten US-Präsident Donald Trump und der iranische Präsident Massud Peseschkian ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges.
Die Straße soll bis Freitag wieder geöffnet werden, doch die Minenbedrohung für die Handelsschifffahrt bleibt bestehen. Auf dem G7-Gipfel signalisierten Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien ihre Bereitschaft, sich an einer „rein defensiven“ Mission zu beteiligen. Frankreich und Großbritannien haben bereits Schiffe in der Region und sollen die Führung übernehmen; Deutschland gilt aufgrund seiner großen Erfahrung bei der Minenräumung als potenziell wichtiger Beitrag.
Die Nordsee und die Ostsee sind die beiden Meeresgebiete der Welt, in denen es die meisten Überreste von Blindgängern aus den beiden Weltkriegen gibt. Und da dies sozusagen unser Hinterhof ist, haben wir tatsächlich viel Know-how, auch bei der Beseitigung von Blindgängern.
Zeitplan und politischer Prozess
Eine Abstimmung im Bundestag über ein Mandat könnte noch vor der parlamentarischen Sommerpause, möglicherweise schon Anfang Juli, stattfinden. Es wäre nur eine einfache Mehrheit erforderlich, die theoretisch mit den Stimmen der Regierungsparteien Union und SPD erreichbar ist. Auch Außenminister Johann Wadephul knüpfte die deutsche Beteiligung an Bedingungen; die Bundesregierung bereitet einen Entwurf vor.
Pistorius warnte davor, dass die Vorverlegung noch keine Entscheidung sei: „Wir stellen uns vor für einen möglichen Einsatz in der Straße von Hormus.“ Merz betonte, dass „eine ganze Reihe von Voraussetzungen“ noch erfüllt werden müsse. Die Schiffe werden in Dschibuti warten, während diese politischen und rechtlichen Hürden ausgeräumt werden.
- Der US-israelische Krieg gegen den Iran beginnt; der Iran blockiert die Straße von Hormus weitgehend.
- Ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges wird von Trump und Peseschkian unterzeichnet.
- Die deutschen Schiffe Fulda und Mosel passieren den Suezkanal.
- Die Schiffe werden voraussichtlich in Dschibuti anlegen, um sich bereitzustellen (5–7 Tage Transit).
- Mögliche Abstimmung im Bundestag über ein Mandat für den Minenräumeinsatz.


