Trotz Iran-Krieg und steigender Großhandelspreise: Gastarife für Millionen Deutsche könnten 2026 sinken
Eine Analyse des Vergleichsportals Verivox zeigt, dass Millionen deutscher Haushalte im Jahr 2026 weniger für Gas bezahlen könnten, selbst wenn die Großhandelspreise aufgrund des Iran-Konflikts gestiegen sind, da die Versorger langfristig einkaufen.
Eine neue Analyse des Vergleichsportals Verivox deutet darauf hin, dass viele bestehende Gaskunden in Deutschland im Jahr 2026 von niedrigeren Jahresrechnungen profitieren könnten, abgefedert durch die langfristigen Einkaufsstrategien der Energieversorger, selbst nachdem die Großhandelspreise infolge des Iran-Konflikts in die Höhe geschnellt sind.
Haushaltskosten voraussichtlich rückläufig
Im Grundversorgungsmodell für einen Musterhaushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 20.000 kWh würden die durchschnittlichen Jahreskosten von 2.802 € im Jahr 2025 auf 2.687 € in diesem Jahr sinken, ein Rückgang um 4,1%, so Verivox. Von diesem Rückgang würden rund 3,7 Millionen Haushalte profitieren. Für Haushalte mit dem günstigsten lokalen Sondertarif wird ein Rückgang der Kosten um 3% von 2.292 € auf 2.223 € prognostiziert, was etwa 7,5 Millionen Haushalte betrifft, sofern die Anbieter die Preise in diesem Jahr nicht weiter anpassen.
- Grundversorgung 2025
- 2802 €
- Grundversorgung 2026
- 2687 €
- Sondertarif 2025
- 2292 €
- Sondertarif 2026
- 2223 €
Großhandelspreise steigen aufgrund des Iran-Kriegs
Die Großhandelsmärkte für Gas wurden durch den Iran-Krieg erschüttert, der die Preise von rund 30 € pro Megawattstunde vor dem Konflikt auf einen Höchststand von 66 € trieb, so der Energiewirtschaftsverband BDEW. Bis Freitag waren sie auf rund 41 € zurückgegangen. Der BDEW weist darauf hin, dass steigende oder fallende Großhandelspreise keine unmittelbaren Auswirkungen auf bestehende Haushaltsverträge haben, da Energieversorger ihre Beschaffung langfristig planen und absichern.
- Vor dem Konflikt (Anfang 2026)
- 30 €/MWh
- Höchststand während der Krise
- 66 €/MWh
- Freitag, 26. Juni 2026
- 41 €/MWh
Langfristige Verträge schützen Bestandskunden
Storck fügte hinzu, dass einzelne Anbieter ihre Preise vor Jahresende noch anpassen könnten.Die jüngsten Großhandelspreiserhöhungen infolge des Nahostkonflikts haben viele Haushalte noch nicht erreicht. Die meisten Versorger beschaffen Gas für ihre Bestandskunden langfristig und können so kurzfristige Preisschwankungen abfedern.
Neukunden sehen steigende Preise
Während die bestehenden Tarife weitgehend abgeschirmt bleiben, ist der durchschnittliche Gaspreis für neue Haushaltskunden seit Jahresbeginn um 10,5 Prozent auf rund 12,3 Cent pro Kilowattstunde gestiegen. Der günstigste Sondertarif eines lokalen Anbieters liegt im Durchschnitt bei 11,4 Cent pro kWh, während der günstigste bundesweite Laufzeitvertrag derzeit durchschnittlich etwa 9,3 Cent kostet.
Durch Wechsel sparen
Verbraucherzentralen und die Bundesnetzagentur empfehlen Haushalten, regelmäßig zu prüfen, ob sie durch einen Anbieterwechsel Kosten senken können.
Je mehr Verbraucher die Möglichkeit des Anbieterwechsels nutzen, desto größer ist der Wettbewerb auf dem Markt.

