
USA erstatten deutschen Unternehmen über 790 Millionen Euro Zoll nach Urteil des Obersten Gerichtshofs
Börsennotierte deutsche Konzerne wie DHL und Siemens Healthineers haben nach der Aufhebung von Trump-Notverordnungszöllen durch den Obersten Gerichtshof der USA Hunderte Millionen Euro an Zollrückzahlungen erhalten.
Urteil des Obersten Gerichtshofs und Rückzahlungen an deutsche Unternehmen
Börsennotierte Unternehmen in Deutschland haben nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten über 790 Millionen Euro an Zollrückzahlungen erhalten. Das höchste Gericht der USA entschied Mitte Februar 2026, dass Zölle, die unter einem Notstandsgesetz erhoben wurden, rechtswidrig waren. Die Richter stellten fest, dass Präsident Donald Trump seine gesetzlichen Befugnisse überschritten hatte, als er weitreichende Abgaben auf Dutzende von Handelspartnern weltweit verhängte. Obwohl Trump anschließend Ersatzzölle auf Grundlage anderer Gesetze erließ, zwang die Aufhebung der Notstandsmaßnahmen die US-Behörden, die erhobenen Zölle zu erstatten. Finanzberichte und Unternehmensmitteilungen zeigen, dass deutsche Firmen begonnen haben, diese Zahlungen zu erhalten, wobei weitere Auszahlungen noch vor Jahresende erwartet werden.
Logistik- und Medizinzulieferer erhalten Hunderte Millionen
Der Logistikkonzern DHL sicherte sich die größte Einzelrückzahlung unter den deutschen Unternehmen und kassierte 416 Millionen Euro von den US-Zollbehörden. DHL-Finanzvorständin Melanie Kreis erklärte Anfang August, dass der Dax-Konzern das gesamte rückerstattete Kapital direkt an die betroffenen Frachtkunden weiterleiten werde. Kreis bestätigte zudem, dass DHL in künftigen Berichtsperioden mit weiteren Rückzahlungstranchen rechnet. Im Gesundheitssektor kassierte Siemens Healthineers netto rund 200 Millionen Euro an Zollrückzahlungen, eine Zahl, die Finanzvorstand Jochen Schmitz Ende Juli bestätigte. Weitere spezialisierte deutsche Medizin- und Laborzulieferer erhielten Rückerstattungen, darunter der Laborzulieferer Sartorius mit 26 Millionen Euro und der Medizin- und Sicherheitsausrüster Dräger mit rund 22 Millionen Euro.
- DHL
- 416 Mio. €
- Siemens Healthineers
- 200 Mio. €
- Puma
- 49 Mio. €
- Sartorius
- 26 Mio. €
- Dräger
- 22 Mio. €
- Rational
- 14 Mio. €
Konsummarken und Industriehersteller berechnen Rückflüsse
Der Sportartikelhersteller Puma verbuchte Zollrückzahlungen in Höhe von rund 49 Millionen Euro, während die Rückerstattungen voranschritten. Der inländische Konkurrent Adidas prognostizierte, dass seine gesamten Rückzahlungseingänge zwischen 250 und 300 Millionen Dollar liegen werden, was umgerechnet etwa 214 bis 257 Millionen Euro entspricht. Der Hersteller von Großküchengeräten Rational, ein weltweiter Marktführer bei Großküchen, erhielt 14 Millionen Euro an zurückgezahlten Zöllen. Finanzberichte aus dem deutschen Unternehmenssektor deuten darauf hin, dass die Summe von 790 Millionen Euro einen Zwischenstand darstellt, da die Unternehmensbuchhaltungen weiterhin Rückerstattungsansprüche bei den US-Behörden für Zölle bearbeiten, die unter dem aufgehobenen Notstands-Zollrahmen gezahlt wurden.
US-Zollrückzahlungsvolumen erreicht Dutzende Milliarden
Die Rückzahlungen an deutsche Unternehmen sind Teil einer breiteren Welle von Zollrückerstattungen durch die US-Bundesregierung. Zwischen Oktober 2025 und Ende Juni 2026 erstattete die US-Regierung rund 81,3 Milliarden Dollar an betroffene Importeure, was zu aktuellen Wechselkursen etwa 65,53 Milliarden Euro entspricht. Im gleichen Vergleichszeitraum ein Jahr zuvor beliefen sich die US-Zollrückzahlungen auf knapp 5,3 Milliarden Dollar. Dieser milliardenschwere Anstieg der Auszahlungen spiegelt die administrative Abwicklung von Zöllen wider, die vor der Aufhebung der Notstandsmaßnahmen durch den Obersten Gerichtshof im Februar 2026 erhoben wurden.
- Okt. 2024–Jun. 2025
- 5.3 Mrd. $
- Okt. 2025–Jun. 2026
- 81.3 Mrd. $


