
Rechtsaußen De la Espriella führt in Kolumbiens Stichwahl mit hauchdünnem Vorsprung – Cepeda kündigt Anfechtung an
Vorläufige Ergebnisse der Präsidentschaftsstichwahl vom Sonntag geben Abelardo de la Espriella einen knappen Vorsprung vor dem linksgerichteten Senator Iván Cepeda, mit einem Abstand von rund 250.000 Stimmen bei über 26 Millionen abgegebenen Stimmen. Cepeda hat seine Niederlage nicht eingeräumt und plant, das Ergebnis aus 33.000 Wahllokalen anzufechten.
Vorläufige Ergebnisse
Die kolumbianische Wahlbehörde veröffentlichte am Sonntagabend eine Schnellauszählung, die dem rechtsgerichteten Kandidaten Abelardo de la Espriella 49,7 Prozent der Stimmen gab, gegenüber 48,7 Prozent für Iván Cepeda. Der Unterschied beträgt nach Angaben niederländischer Medien etwa 246.000 bis 250.000 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei über 26 Millionen Wählern in dem 54-Millionen-Einwohner-Land. De la Espriella, ein 47-jähriger ehemaliger Anwalt und Geschäftsmann mit dem Spitznamen „El Tigre“, feierte in den sozialen Medien.
Danke, Kolumbien.
In der ersten Runde am 31. Mai hatte sich De la Espriella als überraschender Spitzenkandidat hervorgetan, aber kein Kandidat erreichte die absolute Mehrheit, was die Stichwahl am Sonntag erzwang. Die offizielle Bestätigung durch den nationalen Wahlrat wird in den kommenden Tagen erwartet.
- Abelardo de la Espriella
- 49.7 %
- Iván Cepeda
- 48.7 %
Wahlversprechen
De la Espriella warb mit einem law-and-order-Sicherheitsprogramm, versprach, die Friedensgespräche mit bewaffneten Rebellengruppen zu beenden und eine von den USA und Israel unterstützte Kampagne von Luftangriffen gegen Drogenkartelle und Guerillas zu starten. Er gelobte, zehn Mega-Gefängnisse nach dem Vorbild des salvadorianischen Präsidenten Nayib Bukele zu bauen und Kolumbiens Grenzen für Migranten zu schließen.
Ich werde der Luftwaffe befehlen, jeden Drogenflug abzuschießen und jedes Drogenboot zu versenken.
Cepeda, ein 63-jähriger Senator, versprach, den dialogorientierten Ansatz des scheidenden linken Präsidenten Gustavo Petro fortzusetzen und neue Ölprojekte auszusetzen. Die Wahl war tief gespalten: De la Espriella erhielt Unterstützung aus städtischen Zentren und den wohlhabenderen Andenhochlanden, während Cepeda in ländlichen, küstennahen und amazonischen Regionen besser abschnitt.
- Erste Runde: De la Espriella geht als überraschender Spitzenkandidat hervor, kein Kandidat erreicht absolute Mehrheit.
- Stichwahl abgehalten; vorläufige Schnellauszählung gibt De la Espriella knappen Vorsprung.
- Cepeda kündigt an, das Ergebnis aus 33.000 Wahllokalen anzufechten.
- Wahlrat erwartet Bestätigung des Endergebnisses (ungefähres Datum).
Internationale Reaktionen
Der US-Präsident Donald Trump hatte De la Espriella in den letzten Wochen unterstützt, und mehr in den Vereinigten Staaten lebende Kolumbianer gingen zur Stichwahl als zur ersten Runde. Außenminister Marco Rubio gratulierte De la Espriella auf X.
Die Trump-Administration freut sich auf eine enge Zusammenarbeit mit Ihrer Regierung, um die regionale Sicherheitskooperation voranzutreiben, die illegale Einwanderung in die USA zu beenden und unsere wirtschaftlichen Beziehungen zu stärken.
Auch der argentinische Präsident Javier Milei übermittelte Glückwünsche. Die linke Hälfte der kolumbianischen Wählerschaft hat die Einmischung von außen in die Wahl angeprangert.
Wie es weitergeht
Cepeda hat angekündigt, die langsamere detaillierte Auszählung abzuwarten und das Ergebnis aus 33.000 Wahllokalen anzufechten. Der Wahlrat wird voraussichtlich innerhalb weniger Tage das Ergebnis bestätigen. Sollte De la Espriellas Vorsprung halten, wird Kolumbien nach vier Jahren linker Regierung unter Petro eine scharfe Rechtswende vollziehen, mit unmittelbaren Auswirkungen auf die regionale Diplomatie, die Migrationspolitik und den internen Konflikt des Landes.


