
Morningstar DBRS hebt Kreditausblick für Griechenland auf positiv an, behält BBB-Rating bei
Morningstar DBRS beließ das Kreditrating Griechenlands am 4. September 2026 bei BBB, hob den Ausblick jedoch von stabil auf positiv an, unter Berufung auf stetigen Schuldenabbau und primäre Haushaltsüberschüsse.
Bestätigung des Ratings und Änderung des Ausblicks
Die Ratingagentur Morningstar DBRS bestätigte am 4. September 2026 das langfristige Kreditrating Griechenlands bei BBB und revidierte den Ausblick von stabil auf positiv. Gleichzeitig bestätigte die Agentur die kurzfristigen Fremd- und Inlandswährungsratings des Landes bei R-2 (hoch) und hob ebenfalls deren Trend auf positiv an. Die Entscheidung spiegelt die Erwartung wider, dass die griechische Staatsverschuldung in den kommenden Jahren weiterhin stetig sinken wird. Morningstar DBRS stellte fest, dass das BBB-Rating durch laufende Strukturreformen, die verbesserte finanzielle Gesundheit des heimischen Bankensektors, einen glaubwürdigen makroökonomischen Rahmen und die institutionelle Verankerung Griechenlands in der Europäischen Union und der Eurozone gestützt wird.
Wachstumsprognosen und wirtschaftliche Treiber
Nach Angaben der Europäischen Kommission, die von Morningstar DBRS zitiert werden, wird das reale Bruttoinlandsprodukt Griechenlands im Jahr 2026 um 1,8 % und im Jahr 2027 um 1,6 % wachsen. Beide Werte übertreffen die erwartete wirtschaftliche Expansion im gesamten Euroraum, wo das reale BIP für 2026 um 0,9 % und für 2027 um 1,2 % prognostiziert wird. Die griechische Wirtschaft absorbierte anfängliche Schocks bei den Energiekosten, unterstützt durch eine starke Aktivität im Tourismussektor, wo die internationalen Besucherzahlen in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 im Jahresvergleich um 15,4 % zunahmen. Allerdings wird das Wachstum voraussichtlich nachlassen, da anhaltende Inflation die Kaufkraft der Haushalte dämpft und den privaten Konsum reduziert. Darüber hinaus wird erwartet, dass die Investitionen in Anlagevermögen bis 2026 stark bleiben und dann nachlassen, wenn die Zuschüsse der Aufbau- und Resilienzfazilität auslaufen. Abwärtsrisiken für diese Wachstumsbasis umfassen die mögliche Eskalation geopolitischer Spannungen.
- Griechenland 2026
- 1.8 %
- Euroraum 2026
- 0.9 %
- Griechenland 2027
- 1.6 %
- Euroraum 2027
- 1.2 %
Haushaltskonsolidierung und Schuldenpfad
Eine solide Haushaltsentwicklung bleibt ein Haupttreiber der positiven Ratingänderung. Im Jahr 2025 verzeichnete Griechenland einen primären Haushaltsüberschuss von 4,9 % des BIP, während die Mitgliedstaaten der Europäischen Union ein durchschnittliches primäres Defizit von 1,0 % aufwiesen. Das Haushaltsergebnis wurde durch Ausgabenzurückhaltung getrieben, insbesondere bei den öffentlichen Gehältern und Sozialleistungen, sowie durch Einnahmensteigerungen durch Strukturreformen, die die Steuerkonformität erhöhten und die Steuerbasis verbreiterten. Selbst mit jüngsten fiskalischen Maßnahmen wie der Senkung der Einkommensteuer werden die öffentlichen Konten voraussichtlich solide bleiben. Die Europäische Kommission schätzt, dass Griechenland 2026 einen primären Überschuss von 4,0 % des BIP und 2027 von 3,7 % erzielen wird. Darüber hinaus ist Griechenland das einzige Land unter neun Eurostaaten, für das bis 2030 ein Rückgang der Zinsausgaben prognostiziert wird, und zwar um 0,2 Prozentpunkte gegenüber 2025.
Morningstar DBRS erläuterte den Zusammenhang zwischen Wachstum, Überschüssen und dem Abbau der Staatsverschuldung.
Die Europäische Kommission prognostiziert, dass die Bruttostaatsverschuldung von 143,5 % des BIP im März 2026 auf 134,4 % bis Ende 2027 sinken wird, da die wirtschaftliche Wachstumsdynamik voraussichtlich relativ stark bleiben wird.
Politische Stabilität und Herbstprüfungskalender
Obwohl Meinungsumfragen darauf hindeuten, dass die Bildung einer Regierungskoalition nach den Parlamentswahlen im nächsten Jahr kompliziert sein könnte, bewertete Morningstar DBRS das unmittelbare politische Risiko als gering und verwies auf einen breiten Konsens unter den etablierten politischen Parteien über grundlegende Wirtschaftspolitiken. Der positive Ausblick schafft das Potenzial für eine Anhebung des Staatsratings selbst in einem bevorstehenden Prüfungszyklus. Die Ankündigung eröffnet eine Herbstrunde von Staatsprüfungen für Griechenland. Die deutsche Ratingagentur Scope Ratings und die US-amerikanische Moody's werden beide am 18. September 2026 Entscheidungen treffen, wobei Scope Griechenland derzeit mit BBB und Moody's mit Baa3 bewertet. Standard & Poor's und Fitch, die Griechenland beide ein BBB-Rating zuweisen, werden ihre Bewertungen am 23. Oktober 2026 bzw. 6. November 2026 veröffentlichen.
- Morningstar DBRS bestätigt BBB-Rating und hebt Ausblick auf positiv an
- Scope Ratings und Moody's veröffentlichen aktualisierte Ratingüberprüfungen
- Standard & Poor's gibt Staatsratingentscheidung bekannt
- Fitch veröffentlicht Bewertung der Staatskreditwürdigkeit


