Wirtschaft · Katowice
Polens CYBERSEC 2026: KI-Deepfakes, 15-jährige Hacker und eine 3-Mrd.-Euro-Gigafactory definieren den Moment der digitalen Verteidigung
Auf der CYBERSEC Expo & Forum in Katowice zeichneten Experten das Bild eines technologisch versierten, aber verwundbaren Landes, das mit einer Welle von Angriffen, einer überhasteten NIS2-Umsetzung und dem Wettlauf um eine 3-Mrd.-Euro-KI-Gigafactory kämpft.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Rzeczpospolita und wnp.pl. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Über 272.000 Cybersicherheitsvorfälle wurden 2025 in Polen verzeichnet, ein Anstieg um 44 % gegenüber dem Vorjahr; tägliche Angriffsversuche liegen zwischen 2.000 und 4.000.
Die Diskussionsteilnehmer betonten, dass Technologie zwar verfügbar ist, der Mensch aber das schwächste Glied bleibt; viele Organisationen reagieren nicht auf Warnsysteme oder bewältigen Angriffe nicht ordnungsgemäß.
62 % der Mitarbeiter nutzen KI-Tools, doch nur 27 % der Unternehmen haben formelle KI-Richtlinien; Deepfakes, personalisiertes Phishing und automatisierte Betrügereien sind wachsende Bedrohungen.
Neue Regeln werden direkt etwa 20.000 Einheiten abdecken, mit Auswirkungen auf die Lieferkette für Zehntausende weitere; die Haftung nach einem Verstoß hängt von den Verfahren ab, nicht nur vom Ergebnis.
Regierungsvertreter befürworten eine Diversifizierung der Lieferkette auf europäischer Ebene, während ein Mitglied des Präsidialrates auf nationaler digitaler Souveränität beharrt.
Polen bewirbt sich um eine 3-Mrd.-Euro-KI-Gigafactory mit 100.000 GPUs und 200–300 MW Leistung; eine Ausschreibungsentscheidung wird in den kommenden Monaten erwartet, ein Start 2028 ist möglich.
- 16.06.CYBERSEC 2026 Panel diskutiert Polens Gigafactory-Bewerbung; Ausschreibung für das gemeinsame EU-Beschaffungsabkommen in den kommenden Wochen erwartet
- September 2026Entscheidung über das Gastland, drei Monate nach Abschluss der Ausschreibung
- Juni 2028Geplantes Startdatum für die Gigafactory in Polen, 18 Monate nach der Entscheidung
Die Bedrohung eskaliert, und der Mensch ist das schwächste Glied
Knapp ein Jahr nach einem Rekordanstieg bei Sicherheitsvorfällen war die Stimmung auf der CYBERSEC Expo & Forum 2026 ungeschönt. Der stellvertretende Digitalisierungsminister Dariusz Standerski berichtete von über 272.000 registrierten Vorfällen im Jahr 2025, ein Anstieg um 44 % gegenüber dem Vorjahr. Täglich treffen 2.000 bis 4.000 Cyberangriffe auf polnische Systeme; 99 % werden abgewehrt, doch das Volumen allein ist erschütternd. Marcin Dudek, Leiter von CERT Polska, erklärte, sein Team bearbeite wöchentlich mehrere Ransomware-Fälle, wobei die Angreifer ihre Lösegeldforderungen zunehmend an die finanzielle Realität der Opfer anpassen. Business Email Compromise (BEC), Ransomware und Datenlecks bleiben das Trio des unternehmerischen Leids. Maciej Jan Broniarz, Experte für Incident Response, merkte an, dass vor Jahren gestohlene Daten immer noch für neue Betrugsmaschen recycelt werden, während Agata Ślusarek, eine CTI-Spezialistin, auf einen dreisten Trend hinwies: Einige Cyberkriminellen-Gruppen werden von Teenagern im Alter von nur 15 Jahren geleitet.
„Wir haben heute kein Technologieproblem mehr. Die Technologien sind verfügbar. Das Problem ist, ob jemand weiß, wie man sie einsetzt, ob er die Bedrohungen versteht und ob die Organisation angemessen reagieren kann.“
KI: Schutzschild und Speer, aber oft unreguliert
Ein Bericht von ESET und DAGMA IT Security ergab, dass 62 % der polnischen Arbeitnehmer bereits KI-basierte Werkzeuge bei der Arbeit nutzen, jedoch nur 27 % der Organisationen über eine formelle Richtlinie für diese Nutzung verfügen. Diese Lücke vergrößert die Angriffsfläche. Marcin Kowalski, Leiter der KI-Forschung an der Militärischen Technischen Universität, warnte vor immer überzeugenderen Deepfakes, personalisiertem Phishing und automatisierten Betrügereien. „Sehr bald wird es extrem schwierig sein, echte Inhalte von generierten zu unterscheiden“, sagte er. Das Panel war sich einig, dass KI einen geschäftlichen Mehrwert schaffen muss, nicht nur Hype. Doch Prof. Dariusz Szostek, Richter am Verfassungsgerichtshof, betonte die Reihenfolge: „Zuerst die Cybersicherheit des Unternehmens, dann die KI. Wir haben einen Himalaya an Problemen mit der Sicherheit gewöhnlicher Algorithmen, Lieferketten und IT-Systeme.“
„Zuerst die Cybersicherheit des Unternehmens, dann die KI. Wir haben einen Himalaya an Problemen mit der Sicherheit gewöhnlicher Algorithmen, Lieferketten und IT-Systeme.“
NIS2-Überarbeitung: 20.000 Unternehmen unter Druck
Die Umsetzung der EU-NIS2-Richtlinie durch das polnische KSC-Gesetz wurde als die größte Cybersicherheitsreform seit Jahrzehnten beschrieben. Direkt werden etwa 20.000 Einheiten – Energieunternehmen, Krankenhäuser, Verkehrsbetriebe, öffentliche Einrichtungen – unter die neuen Regeln fallen, wobei Lieferketten-Kaskaden Zehntausende weitere betreffen werden. Die Prüfung nach einem Angriff wird sich von der Tatsache eines Verstoßes darauf verlagern, ob ordnungsgemäße Verfahren und Risikomanagement vorhanden waren. Eine hitzige Debatte drehte sich um Bestimmungen für Hochrisiko-Lieferanten, die laut einigen Diskussionsteilnehmern für bis zu 42.000 Einheiten einen kostspieligen Infrastrukturaustausch erzwingen könnten. Mirosław Wróblewski, Leiter der Datenschutzbehörde UODO, stellte eine Verdoppelung der Meldungen über Verletzungen des Schutzes personenbezogener Daten auf über 22.000 pro Jahr fest, was die regulatorischen Einsätze unterstreicht.
Die Souveränitätsdebatte: National oder europäisch?
Das Eröffnungspanel zur technologischen Souveränität legte eine Spaltung offen. Vize-Minister Standerski argumentierte, dass kein 40-Millionen-Einwohner-Land eine gesamte digitale Lieferkette allein aufbauen könne und dass Souveränität heute Diversifizierung auf europäischer Ebene bedeute. Tomasz Zdzikot, stellvertretender Vorsitzender des Sicherheits- und Verteidigungsrates des Präsidenten, widersprach und nannte das Gerede von „EU-Souveränität“ gefährlich: „Kapital hat seine Nationalität und seine Interessen, und die Interessen der Verbündeten gehen manchmal auseinander. Lassen Sie uns zuerst über Polens digitale Souveränität sprechen.“ Die Sitzung, die unter dem diesjährigen Motto „Wir sind die Firewall“ stand, machte deutlich, dass Technologieentscheidungen heute geopolitisch sind.
„Als Gesellschaft sind wir unvorbereitet. Wie oft klicken wir auf: akzeptieren, fortfahren, Passwort eingeben – und haben keine Ahnung, was passiert?“
Eine Gigafactory-Bewerbung und der Horizont 2028
Inmitten der Sicherheitsgespräche enthüllte Krzysztof Szubert vom Institut für Kommunikation Polens Ambition, eine der von der Europäischen Kommission geplanten KI-Gigafactories zu beherbergen. Das Projekt sieht 100.000 GPUs, eine private Investition von 3 Mrd. Euro und 200–300 MW Leistung vor – ein Energiebedarf, der mit dem einer großen Stadt vergleichbar ist. Das Gastland würde 17 % der Kapazität für fünf Jahre garantieren, die Kommission weitere 17 %, was die Nachfrage für ein Drittel der Produktion sichert. Eine gemeinsame Ausschreibung wird in den kommenden Wochen erwartet, eine Entscheidung drei Monate später, und dann 18 Monate für den Bau, was einen Start im Juni 2028 in Polen in greifbare Nähe rückt.
„Wir kämpfen dafür, dass dieses Projekt gelingt. Wir sprechen von einer Infrastruktur mit 100.000 GPUs und einer Investition in der Größenordnung von 3 Mrd. Euro sowie einem Strombedarf von 200-300 MW, was eine ziemlich große Stadt benötigt. Wir sind im Spiel.“
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- RzeczpospolitaFundament bezpieczeństwa to ludzie
- RzeczpospolitaPolska bez szans na cyfrową niezależność? Są obszary, w których możemy zbudować przewagę
- wnp.plFirmy wdrażają AI, choć często nie wiedzą gdzie. "Sztuczna inteligencja ma zarabiać, a nie być modnym dodatkiem"
- wnp.plGrupami cyberprzestępczymi kierują już dziś nawet 15-latkowie. Ataków przybywa
- Dariusz Standerski
- Stellvertretender Digitalisierungsminister Polens, berichtete von 272.000 Cybersicherheitsvorfällen im Jahr 2025.
- Marcin Dudek
- Leiter von CERT Polska bei NASK, warnte davor, dass menschliche Reaktionsfehler die verfügbare Sicherheitstechnologie untergraben.
- Tomasz Zdzikot
- Stellvertretender Vorsitzender des Sicherheits- und Verteidigungsrates beim Präsidenten von Polen, plädiert für nationale digitale Souveränität.
- Mirosław Wróblewski
- Präsident des polnischen Amtes für den Schutz personenbezogener Daten (UODO), stellte eine Verdoppelung der Meldungen über Datenpannen auf über 22.000 jährlich fest.
- Gabriela Bar
- Rechtsberaterin für neue Technologien, Gründerin von Gabriela Bar Law & AI, spricht über KI-Governance.
- Dariusz Szostek
- Richter am Verfassungsgerichtshof und Direktor des Cyber Science Centre an der Universität Schlesien, betont Cybersicherheit vor KI.
- Marcin Kowalski
- Leiter des KI-Forschungsteams an der Militärischen Technischen Universität, beschreibt KI-gestützte Deepfakes und Phishing.
- Maciej Jan Broniarz
- Experte für Cyber-Incident-Response, diskutiert die Langlebigkeit gestohlener Daten in der Cyberkriminalität.
- Agata Ślusarek
- CTI-Expertin, weist auf das junge Alter und die Dreistigkeit moderner Anführer von Cyberkriminalitätsgruppen hin.
- Krzysztof Szubert
- Bevollmächtigter des Direktors des Instituts für Kommunikation, erläutert Polens KI-Gigafactory-Bewerbung.
- Wojciech Saługa
- Marschall der Woiwodschaft Schlesien, warnt davor, dass die Gesellschaft auf Cyberbedrohungen unvorbereitet ist.
- Wojciech Kuśpik
- Präsident der PTWP-Gruppe, Organisator der CYBERSEC Expo & Forum 2026.
- Aleksandra Helbin
- Chefredakteurin von WNP.pl, moderiert die Eröffnung der Konferenz.
- Orte
- Katowice
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