
Cyberangriff auf Online-Wahlplattform der französischen Linken bei Vorwahl
Nach Angaben der Organisationskommission haben Bots die Wahlplattform e-votez seit der Öffnung der ersten Runde am Freitag, dem 9. Oktober, um 8:00 Uhr überflutet. Die Organisatoren erklären, die Abstimmung sei ohne Unterbrechung fortgesetzt worden und die erfassten Stimmen seien nicht kompromittiert.
Der Angriff
Die Online-Wahlplattform für die erste Runde der Mitte-links-Vorwahl zur Präsidentschaftskandidatur wurde ab ihrer Öffnung am Freitag, dem 9. Oktober, um 8:00 Uhr angegriffen. Die Plattform wird vom Anbieter e-votez betrieben, und die Organisationskommission beschrieb den Angriff als eine Flut fiktiver Verbindungen, die von Bots erzeugt wurden. Nach Angaben der Kommission war das Ziel, die Zahl der gleichzeitigen Verbindungen auf ihr Maximum zu treiben, wodurch ein Teil der Wählerschaft an der Stimmabgabe gehindert wurde. Patrick Mennucci, Präsident der Organisationskommission, sagte, die gefälschten Verbindungen hinderten einige Wähler an der Stimmabgabe.
- Die Abstimmung auf der Plattform e-votez beginnt, während der Cyberangriff einsetzt
- Die Organisationskommission gibt den Angriff bekannt und erklärt, die Integrität der Abstimmung sei nicht kompromittiert
- Die erste Runde der Abstimmung endet
Was die Organisatoren sagen
Mennucci erklärte, die Plattform sei zu keinem Zeitpunkt unterbrochen worden, und die Erklärung der Kommission enthält dieselbe Aussage über die Abstimmung. Die Kommission erklärt, die Integrität der bereits erfassten Stimmen sei nicht kompromittiert.
Zu keinem Zeitpunkt wurde die Wahlplattform unterbrochen, und die Abstimmung konnte seit ihrer Öffnung ohne Unterbrechung fortgesetzt werden.
Die Kommission erklärte, es seien alle notwendigen Maßnahmen ergriffen worden, um die Abstimmung am Laufen zu halten und jedem Wähler die Stimmabgabe zu ermöglichen.
Die Abstimmung läuft weiter
Die erste Runde soll bis Samstag um 20:00 Uhr laufen. Rund 140.000 Menschen sind zur Stimmabgabe aufgerufen, und Ouest France beziffert die Zahl der registrierten Teilnehmer auf 140.282. Die Wähler entscheiden zwischen fünf Kandidaten: Raphael Glucksmann, Europaabgeordneter von Place publique; Olivier Faure, 58, Abgeordneter für Seine-et-Marne und Erster Sekretär der Sozialistischen Partei; Segolene Royal, ehemalige Präsidentschaftskandidatin von 2007; Jerome Guedj, sozialistischer Abgeordneter; und Emmanuel Maurel, Abgeordneter der Gauche republicaine et socialiste (GRS). Eine von den drei organisierenden Parteien betriebene Hotline bleibt für Wähler aktiv, die Verbindungsprobleme haben, und die Wähler werden daran erinnert, dass die Abstimmung über zwei Tage läuft.
Politische Reaktion
Die Sozialistische Partei, Place publique und die Gauche republicaine et socialiste verurteilten den Versuch, den demokratischen Prozess zu stören. Die drei Parteien erklärten, sie würden den Angriff den Gerichten vorlegen. Das Kommuniqué der Organisatoren stellt den Angriff als einen gezielten Versuch dar, die Abstimmung zu behindern, und nicht als technisches Versagen.


