
Covenant plant Leipziger Werk zur Produktion von Anthem-Marschflugkörpern ab 2027
Das US-Verteidigungs-Start-up Covenant wird ab 2027 kostengünstige Anthem-Marschflugkörper bei Leipzig produzieren, mit einer anfänglichen Stückzahl von 1.000 im Jahr 2027 und einer Steigerung auf 5.000 bis 2028.
Fertigungsstandort in Sachsen
Das US-amerikanische Verteidigungsunternehmen Covenant gab am 9. September 2026 bekannt, dass es im Raum Leipzig in Sachsen eine Produktionsstätte für seinen Marschflugkörper Anthem errichten wird. Das in Washington ansässige Unternehmen plant, die europäische Fertigung im Jahr 2027 aufzunehmen, um eine kostengünstigere Alternative zu etablierten Langstreckensystemen wie dem amerikanischen Tomahawk zu bieten. Die Anthem-Rakete trägt einen 200-Kilogramm-Gefechtskopf und wurde von Reuters mit einer Einsatzreichweite von über 1.500 Kilometern angegeben, verglichen mit rund 500 Kilometern für die von der Bundeswehr eingesetzten Taurus-Marschflugkörper. Covenant äußerte sich nicht zu der Reichweitenangabe. Das Unternehmen betreibt außerdem ein Fertigungswerk in Dallas, Texas, um das US-Militär zu beliefern.
- Covenant wird in Washington gegründet
- Anthem-Marschflugkörper absolviert seinen ersten Testflug
- Covenant kündigt Fertigungsanlage in Sachsen bei Leipzig an
- Zielproduktion von 1.000 Anthem-Raketen beginnt in Deutschland
- Sächsische Anlage strebt Jahresproduktion von 5.000 Raketen an
Produktionshochlauf und europäische Lieferkette
Covenant strebt einen Preis pro Anthem-Rakete im sechsstelligen Bereich an und hält die Stückkosten unter einer Million Dollar, während vergleichbare Marschflugkörper typischerweise mehrere Millionen Dollar pro Stück kosten. Das Unternehmen hat die sächsische Anlage so ausgelegt, dass im ersten Betriebsjahr 1.000 Raketen gefertigt werden können, mit dem Plan, die Kapazität auf 5.000 Stück jährlich auszubauen.
Unser Ziel ist es, die Marke von 5.000 bis 2028 zu erreichen oder zumindest im Laufe des Jahres 2028 eine entsprechende Produktionsrate zu erzielen.
Um die Anfälligkeit für transatlantische Handels- oder Politikstörungen zu begrenzen, hat Covenant ein autonomes Versorgungsnetz für seine deutschen Aktivitäten aufgebaut. Das Unternehmen erklärte, dass weniger als 5 % der Komponenten für die sächsische Anlage von außerhalb Europas stammen werden.
- 2027 (Jahr 1)
- 1000 Einheiten
- 2028 (Kapazitätsziel)
- 5000 Einheiten
Kundenaufträge und militärische Integration
Covenant bestätigte, dass es bereits einen ersten europäischen Produktionsauftrag erhalten hat, dessen Lieferungen ab dem ersten Quartal 2027 aus Deutschland beginnen sollen. Abigail Denburg, Präsidentin und Chief Growth Officer von Covenant, erklärte, dass der europäische Kunde selbst entscheiden werde, wann er die Vereinbarung öffentlich bekannt gibt. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur dpa führt Covenant auch Gespräche mit der Bundeswehr und dem Beschaffungsamt der Bundeswehr, wobei jedoch keine Seite die Gespräche offiziell bestätigt hat.
Ein Programm für in Europa produzierte Langstreckenraketen ist das fehlende Puzzleteil in unserer Abschreckungsarchitektur.
Die Anthem-Rakete absolvierte ihren Jungfernflug im August 2025. Das europäische Interesse an souveränen Tiefschlagsbeständen nahm nach dem Krieg in der Ukraine und der Entscheidung von US-Präsident Donald Trump zu, die Zusage der Vorgängerregierung zur Stationierung amerikanischer Langstreckenwaffen in Deutschland zurückzunehmen.
Unternehmensfinanzierung und politische Reaktionen
Covenant wurde 2024 gegründet und hat in drei privaten Finanzierungsrunden mehr als 250 Millionen US-Dollar (215 Millionen Euro) eingeworben. Zu seinen Investoren gehört Founders Fund, der vom amerikanischen Milliardär Peter Thiel mitbegründet wurde. Thiel hat in Berlin aufgrund seiner rechtskonservativen Ansichten, seiner Kritik an liberalen Demokratien und seiner engen Verbindungen zu Trump politische Aufmerksamkeit erregt. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hatte zuvor Bedenken hinsichtlich Thiels Investitionen geäußert. Covenant beschäftigt den pensionierten Generalleutnant Andreas Marlow, der bis 2025 stellvertretender Inspekteur des Heeres war und die EU-Ausbildungsmission für ukrainische Streitkräfte leitete, als strategischen Berater.


