
Converse zieht Chuck-70-X-Sneaker-Werbung nach Kritik an Bildsprache zurück
Der Schuhhersteller Converse hat eine Werbeanzeige für seinen Chuck-70-X-Sneaker entfernt und sich entschuldigt, nachdem öffentliche Kritik laut wurde, das Bild ähnele Ku-Klux-Klan-Gewändern und Lynching-Ikonografie.
Rücknahme und Unternehmensentschuldigung
Der Schuhhersteller Converse hat eine internationale Sneaker-Werbeanzeige von seinen digitalen Plattformen entfernt, nachdem öffentliche Kritik an visuellen Ähnlichkeiten zur Ku-Klux-Klan-Ikonografie aufgekommen war. Die amerikanische Marke gab am 18. September 2026 eine formelle Entschuldigung heraus und erklärte, dass die Komposition ein Fehler gewesen sei, und bestätigte Bemühungen, das Foto aus allen Vertriebsnetzen zu entfernen. Das Unternehmen reagierte auf Nutzerbeschwerden, nachdem das Bild auf seinem offiziellen Instagram-Account verbreitet wurde und online Verurteilung hervorrief.
In seiner formellen Erklärung zur Begründung der Entscheidung räumte Converse die negative Reaktion auf das Werbebild ein.
Wir verstehen, warum dieses Bild zutiefst verletzend ist, und erkennen an, dass wir hier einen Fehler gemacht haben.
Converse erklärte, dass es das Foto von seinen eigenen Kanälen entfernt habe und aktiv daran arbeite, es überall dort zu entfernen, wo es erschienen sei. Die Marke schloss ihre Erklärung mit dem Hinweis, dass die Situation nicht hätte passieren dürfen, und verpflichtete sich zu einer besseren Kontrolle bei zukünftigen Kampagnen.
Visuelle Elemente hinter der Kritik
Die Kontroverse drehte sich um ein Foto, das die untere Hälfte einer Person in weißer Kleidung zeigt, die ein Paar schwarze Turnschuhe hält. Kommentatoren stellten fest, dass die Beleuchtung im Bild einen langen, sich verjüngenden dreieckigen Schatten erzeugte, der stark an die spitze weiße Kapuze von Ku-Klux-Klan-Mitgliedern erinnerte. Die Komposition ließ die schwarzen Schuhe zudem in der Luft schweben, was von Betrachtern mit der visuellen Darstellung eines Lynchopfers verglichen wurde.
Öffentliche Reaktionen erschienen kurz nach der internationalen Verbreitung der Kampagne in sozialen Medien. Kendall Peacock, der das Education Firm Nachhilfe- und Mentoringprogramm in Atlanta leitet, bezeichnete das Werbebild als anstößig.
Als schwarzer Mann und jemand, der Converse-Schuhe liebt, finde ich das sehr unsensibel und geschmacklos.
Die Social-Justice-Fotografin Stephanie Schwartz bemerkte online, dass erfahrene Studiofotografen die genaue visuelle Wirkung solcher Licht- und Inszenierungsentscheidungen verstehen würden. Converse gab weder die Kreativagentur noch das interne Team bekannt, das für die endgültige Freigabe des Artworks verantwortlich war.
Kampagnenhintergrund und Botschafterpartnerschaft
Das zurückgezogene Foto wurde im Rahmen eines globalen Werbeschubs für das Schuhmodell Chuck 70 X produziert. Converse startete die Kampagne am 27. August 2026 international mit Werbeaufnahmen mit der südkoreanischen Sängerin Karina, die als Mitglied des K-Pop-Quartetts aespa auftritt. Karina war dem Sportbekleidungsunternehmen im Juni 2026 als offizielle globale Botschafterin beigetreten.
- Converse ernennt K-Pop-Sängerin Karina zur globalen Markenbotschafterin
- Chuck-70-X-Schuhkampagne startet international auf verschiedenen Plattformen
- Converse gibt formelle Entschuldigung heraus und beginnt mit der Entfernung der Werbeanzeige
- Die Marke bestätigt die fortlaufende Entfernung des Werbebildes aus allen Kanälen
Die Marketinginitiative zeigte Karina in mehreren separaten Anzeigen, wie sie die Schuhlinie trug und in der Hand hielt. Vertreter der südkoreanischen Sängerin gaben keine Stellungnahme zu der Kontroverse oder dem Rückzug des spezifischen Bildes ab. Converse setzte die administrativen Bemühungen fort, das Asset am 19. September 2026 aus Werbeflächen Dritter zu entfernen.
Markengeschichte und Unternehmensstruktur
Converse wurde im frühen 20. Jahrhundert in Massachusetts gegründet und produzierte zunächst Gummischuhe, bevor das Unternehmen in die Sportausrüstung einstieg. Das Unternehmen brachte 1917 seinen ersten in Massenproduktion gefertigten Basketballschuh auf den Markt und etablierte ein Design, das jahrzehntelang auf amerikanischen Plätzen zum Standard wurde. Der Stil erhielt seinen gebräuchlichen Namen, Chuck Taylors oder Chucks, vom Basketballspieler Chuck Taylor, der als reisender Verkäufer und Promoter zum Unternehmen stieß.
Nike übernahm Converse im Jahr 2003 und integrierte das Schuhlabel in sein breiteres multinationales Bekleidungsportfolio. Trotz des Unternehmensübergangs behielt Converse seine traditionelle Produktpalette bei und brachte weiterhin Variationen seiner klassischen High-Top-Sneaker durch zeitgenössische Modekooperationen heraus.


