
Continental unterzeichnet Verkauf von ContiTech an Lone Star für 4 Mrd. Euro und wird zu reinem Reifenhersteller
Continental AG hat einen Vertrag zum Verkauf seiner Industriesparte ContiTech an den US-Investor Lone Star Funds für 4 Milliarden Euro unterzeichnet, zuzüglich bis zu 250 Millionen Euro an Earn-outs, und vollzieht damit den Wandel zu einem reinen Reifenhersteller.
Deal nach monatelangen Verhandlungen unterzeichnet
Continental AG hat am 4. Juli einen Kaufvertrag zum Verkauf seiner Industriesparte ContiTech an die US-Private-Equity-Gesellschaft Lone Star Funds unterzeichnet. Der Deal bewertet ContiTech mit 4 Milliarden Euro, zuzüglich eines zusätzlichen Earn-outs von bis zu 250 Millionen Euro, falls das Geschäft in den kommenden Jahren die Erwartungen übertrifft. Der Unterzeichnung gingen die Zustimmungen des Vorstands und des Aufsichtsrats am 3. Juli voraus, als Continental bestätigte, dass man sich in der Endphase der Verhandlungen befinde. Zu diesem Zeitpunkt lag noch keine verbindliche Vereinbarung vor, doch die Unternehmen handelten schnell, um die Bedingungen abzuschließen.
Was ContiTech macht und warum es verkauft wird
ContiTech stellt Gummi- und Kunststoffprodukte für industrielle Anwendungen her, darunter Förderbänder und Luftfedern. Die Sparte beschäftigt weltweit mehr als 20.000 Mitarbeiter, davon rund 7.700 in Deutschland. Continental verkauft die Einheit, um sich wieder auf sein Kerngeschäft mit Reifen zu konzentrieren und ein reiner Reifenhersteller zu werden. Die Sparte stand unter Druck, und im Mai kündigte Continental 3.000 Stellenstreichungen an (davon 1.600 in Deutschland), um ab 2028 die jährlichen Kosten um 150 Millionen Euro zu senken.
Finanzielle Details und Aktionärsrenditen
Continental erwartet einen Mittelzufluss von rund 3,1 Milliarden Euro aus der Transaktion. Das Unternehmen plant, den Erlös zur Reduzierung seiner Finanzschulden zu verwenden und rund 2,5 Milliarden Euro an die Aktionäre zurückzugeben, entweder durch eine Sonderdividende oder eine Kombination aus Aktienrückkäufen und einer Sonderdividende. Die endgültigen finanziellen Auswirkungen hängen von den üblichen Abschlussanpassungen ab. Continental prüft auch die Auswirkungen des Deals auf seine Prognose für das laufende Jahr und wird diese später aktualisieren; der Ausblick für die Sparte Reifen bleibt unverändert.
Zeitplan und regulatorische Hürden
Der Deal unterliegt behördlichen Genehmigungen, insbesondere der kartellrechtlichen Freigabe, und soll bis Ende 2026 abgeschlossen werden. Continental hatte ursprünglich einen Preis von über 5 Milliarden Euro angestrebt, wie mit der Sache vertraute Personen sagten, sich aber auf die Bewertung von 4 Milliarden Euro geeinigt. Die Transaktion wurde zuerst von der Börsen-Zeitung gemeldet. Lone Star hatte auf Anfrage von Reuters am 3. Juli zunächst keinen Kommentar.
- Continental bestätigt Verhandlungen in der Endphase und Zustimmung des Vorstands; noch keine verbindliche Vereinbarung.
- Kaufvertrag mit Lone Star Funds zu einem Unternehmenswert von 4 Milliarden Euro unterzeichnet.
- Erwarteter Abschluss, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen.


