
Maja Chwalińskas Märchenlauf geht weiter: Polnische Qualifikantin schockt Sakkari und erreicht Achtelfinale von Roland Garros
Die polnische Qualifikantin Maja Chwalińska (24, Rang 114) besiegte am Samstag die ehemalige Nummer 3 der Welt, Maria Sakkari, mit 1:6, 6:3, 6:2 und zog damit ins Achtelfinale von Roland Garros ein – ihr dritter Überraschungssieg gegen eine Spitzenspielerin in Folge.
Ein historischer Lauf in Paris
Maja Chwalińskas Märchen bei den French Open 2026 geht in die zweite Woche: Die polnische Qualifikantin drehte einen Satzrückstand gegen die Griechin Maria Sakkari und gewann in der dritten Runde. Die 24-Jährige aus Dąbrowa Górnicza, die sich erst durch drei Qualifikationsmatches für das Hauptfeld qualifizieren musste, hat nun nacheinander Olympiasiegerin Qinwen Zheng, die an Nummer 23 gesetzte Elise Mertens und die ehemalige Weltranglistendritte Sakkari ausgeschaltet. Damit reiht sie sich in die Elite des polnischen Tennis ein: In der Open Era hatten nur Iga Świątek und Agnieszka Radwańska zuvor die zweite Woche des Sandplatz-Majors erreicht.
Ich bin glücklich und stolz. Ich weiß gar nicht, wie ich das kommentieren soll, weil wir nicht damit gerechnet haben, dass sie so weit kommt.
Die Wende gegen Sakkari
Das Match auf dem Court Simonne Mathieu begann für Chwalińska desaströs: Mit 14 unerzwungenen Fehlern verlor sie den ersten Satz klar mit 1:6. Ihr Trainer Jaroslav Machovsky bemerkte, dass ihren Schlägen Energie und Tempo fehlten. Die Wende kam zu Beginn des zweiten Satzes, als Sakkari mehrere Fehler machte und Chwalińska ihre Taktik anpasste: Sie spielte mehr durch ihre Vorhand und bestimmte das Spiel. Im dritten Satz zeigte sich die Griechin sichtlich frustriert, gestikulierte in Richtung ihrer Box, während Chwalińskas Selbstvertrauen und Präzision wuchsen. Die Polin wehrte drei Breakbälle beim Stand von 2:1 im Entscheidungssatz ab, gewann fünf Punkte in Folge zum Aufschlagspiel, breakte erneut und verwandelte ihren ersten Matchball.
Ich habe mich etwas besser gefühlt, als ich im zweiten Satz mit 3:2 führte. Ich bin irgendwie besser ins Match gekommen. Das war der Moment, als ich anfing, aggressiver zu spielen und die Bedingungen zu diktieren.
Physische und mentale Widerstandsfähigkeit
Chwalińska hat nun unter extremen Bedingungen in zwei Wochen sechs Matches in Paris bestritten – die Stadt leidet unter einer schweren Hitzewelle. Ihr Coach Machovsky, sichtlich emotional und verschwitzt nach dem Match, staunte über ihre Regenerationsfähigkeit. „Ich weiß nicht, wie ein so kleiner Organismus so schnell Energie zurückgewinnen kann“, sagte er. Die Spielerin selbst gab zu, sich im ersten Satz „tot“ gefühlt und während des gesamten Matches mit sich selbst gekämpft zu haben. Samstag sollte der letzte Tag extremer Hitze sein; Chwalińska begrüßte den Ruhetag am Sonntag zur Erholung vor dem Achtelfinale am Montag.
Ich bin überglücklich. Ich glaube nicht, dass ich einen anderen Menschen in ihrem Alter kenne, der so oft wieder aufgestanden ist und so viele schwierige Momente in seiner Karriere überstanden hat.
Die Fernbetreuung des Trainers und der Stolz der Mutter
Chwalińskas Zusammenarbeit mit Trainer Tomasz Ryszczuk – der hauptsächlich mit Iga Świątek arbeitet – erfolgt größtenteils aus der Ferne, mit täglichem Kontakt und persönlichen Sessions, die um seine Hauptverpflichtungen herum geplant werden. Ryszczuk betonte, die entscheidende Veränderung sei Chwalińskas neu gewonnener Glaube daran, dass ihr Spiel mit jeder mithalten kann. Ihre Mutter Marcela, die ihr erstes hochklassiges Turnier besucht, gab zu, dass sie bei früheren Matches vor Nervosität den Platz verlassen musste, beim Sakkari-Match jedoch durchhielt. Sie gelobte, in Paris zu bleiben, solange ihre Tochter spielt – und solange ihr Chef sie freistellt.
Unterstützung durch Sponsor und Ausblick
Nachdem Chwalińska in einem Interview nach dem Match scherzte, sie hoffe, genug Geld für einen längeren Aufenthalt zu haben, reagierte der polnische Sportgetränkehersteller Oshee – Sponsor von Iga Świątek – auf Instagram, buchte ihr ein Hotel und kümmerte sich um die Unterkunft für ihre Mutter. „Maja, konzentriere dich auf das Spiel, um den Rest kümmern wir uns“, schrieb das Unternehmen. Chwalińska steht in der Live-Wertung virtuell auf Rang 75, was ihr den erstmaligen Einzug in die WTA-Top-100 garantiert. Ihre nächste Gegnerin wird entweder die an Nummer sechs gesetzte Amerikanerin Amanda Anisimova oder die Französin Diane Parry sein – Einsatz ist ein Platz im Viertelfinale.
- Beginnt Qualifikationskampagne in Roland Garros
- Gewinnt drittes Qualifikationsmatch und zieht ins Hauptfeld ein
- Besiegt Olympiasiegerin Qinwen Zheng 6:4, 6:0 in der ersten Runde
- Besiegt die an Nummer 23 gesetzte Elise Mertens 6:4, 6:0 in der zweiten Runde
- Besiegt die ehemalige Nummer 3 der Welt, Maria Sakkari, 1:6, 6:3, 6:2 in der dritten Runde
- Achtelfinale gegen Diane Parry oder Amanda Anisimova


