
Spanien sucht nach weiteren Leichen nach Migrantenwelle in Ceuta – mindestens 67 Tote
Die spanischen Behörden durchkämmen das Meer vor Ceuta nach weiteren Opfern, nachdem schätzungsweise 50.000 bis 60.000 Migranten versucht hatten, die nordafrikanische Exklave zu erreichen. Mindestens 67 Tote sind bestätigt, und eine Einrichtung für bis zu 200 Leichen wird vorbereitet.
Der Ansturm
Am Donnerstag und Freitag erreichten schätzungsweise 50.000 bis 60.000 Migranten die spanische Exklave Ceuta von Marokko aus, viele schwammen über das Mittelmeer. Der Massenansturm überforderte die Behörden und löste Panik aus. Mindestens 67 Menschen starben nach Angaben der spanischen Regierung, aber Beamte warnen, dass die Zahl wahrscheinlich steigen wird. Unter den ersten geborgenen Leichen waren zwei Menschen, die sich noch an den Händen hielten.
Es gibt mehr Tote im Meer.
Suche und Bergung
Die Guardia Civil durchkämmt die Gewässer vor der Küste Ceutas nach weiteren Opfern. Bis Samstag waren 67 Leichen geborgen worden. Die Stadt bereitet eine Einrichtung vor, die bis zu 200 Leichen aufnehmen kann, berichtete El País. Unter den Toten sind viele Jugendliche und junge Erwachsene.
Die Opfer sind etwa zwischen 13 und 35 Jahre alt.
Die meisten Toten sind Männer, bisher ist nur eine Frau bestätigt. Die Behörden glauben, dass die Mehrheit in einer Massenpanik ums Leben kam, entweder zerquetscht oder ins Meer gestoßen und ertrunken.
Menschen, die nicht schwimmen konnten, wurden ins Wasser gestoßen.
Andere starben auf der Mole, als dort Panik ausbrach. Einige Leichen wurden von Wind und Strömung an die marokkanische Küste getrieben. Fernsehbilder am Sonntagmorgen zeigten eine ruhige See, keine neuen Überquerungsversuche waren sichtbar.
Grenzbarriere und rechtlicher Kontext
Als Reaktion installiert Spanien eine 500 Meter lange aufblasbare orangefarbene Barriere und eine Bojenkette mit einem bis zu einem Meter tiefen Netz entlang der Mole. Die Maßnahme soll eine Lücke schließen, die durch ein Urteil des spanischen Obersten Gerichtshofs entstanden ist. Das Gericht hatte entschieden, dass Migranten, die unregelmäßig über einen unbefestigten Abschnitt wie das Meer einreisen, Anspruch auf eine individuelle Asylprüfung haben, was sofortige Zurückweisungen verhindert. Durch die Schaffung einer physischen Barriere will Spanien eine befestigte Grenze wiederherstellen und Zurückweisungen ermöglichen. Am Freitag hatte die Guardia Civil die aufblasbare Barriere bereits eingesetzt; am Sonntag waren Arbeiter beim Installieren von Bojen zu sehen.
Identifizierung und Bestattung
Geborgene Leichen werden in das forensische Labor der Guardia Civil gebracht, wo Ermittler Fingerabdrücke, Fotos und DNA-Proben nehmen sowie Kleidung und persönliche Gegenstände dokumentieren, um eine spätere Identifizierung zu ermöglichen. Hilfsorganisationen und das örtliche Bestattungsinstitut erhalten zahlreiche Anrufe von Menschen, die den Kontakt zu Angehörigen verloren haben. Auch die Lokalzeitung El Faro de Ceuta wird von Familien kontaktiert, die Vermisstenanzeigen veröffentlichen möchten. Wenn ein Opfer identifiziert wird, ordnet ein spanischer Richter die Überführung in das Heimatland an. Diejenigen, die unidentifiziert bleiben, werden in Ceuta mit einer Nummer statt einem Namen beerdigt.
- Migrantenansturm beginnt; Zehntausende versuchen, Ceuta zu erreichen.
- Guardia Civil warnt vor weiteren Toten; Einrichtung für 200 Leichen vorbereitet.
- Suche geht weiter; Bojeninstallation läuft.


