Hamburger CDU reicht Beschwerde ein: Senat verweigert Angaben zu Gewichtsverstößen auf der Köhlbrandbrücke
Antonia Goldner hat eine Beschwerde bei der Hamburger Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit eingereicht, nachdem der Senat keine Angaben zu Lkw gemacht hatte, die das 44-Tonnen-Limit auf der Köhlbrandbrücke überschritten haben.
Streit um Gewichtsbeschränkungen für Schwerlastverkehr
Der Hamburger Senat steht wegen fehlender Aufzeichnungen über Verstöße auf der Köhlbrandbrücke in der Kritik der CDU-Bürgerschaftsfraktion. Die Brücke verbindet den westlichen und östlichen Teil des Hamburger Hafens und führt gewerblichen Verkehr über die Wasserstraße. Seit Mai untersagen kommunale Verkehrsvorschriften Lastkraftwagen mit einem Gewicht von mehr als 44 Tonnen die Überfahrt, um die Tragfähigkeit des Bauwerks zu schützen. Antonia Goldner, hafenpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, reichte eine schriftliche parlamentarische Anfrage ein, um die genaue Zahl der Verstöße gegen die Gewichtsbeschränkung zu erfahren. In seiner Antwort an die Fraktion nannte der Senat keine Zahlen darüber, wie oft Fahrzeuge das Verbot missachtet hatten. In früheren parlamentarischen Schreiben hatte der Senat lediglich mitgeteilt, dass gewerbliche Lastwagen die 44-Tonnen-Grenze nur vereinzelt überschreiten.
Oppositionsbeschwerde an die Bürgerschaftsspitze
Nachdem der Senat die Herausgabe konkreter Verstoßdaten verweigert hatte, reichte Goldner formelle Beschwerde bei der Hamburger Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD) ein. Goldner argumentierte, dass die Verwaltung technisch in der Lage sei, die genaue Einhaltungsquote auf der Brücke zu ermitteln. Eine spezialisierte automatische Messanlage registriert das Gewicht aller Fahrzeuge, die die Brücke überqueren, und der Senat räumte ein, dass eine nachträgliche Analyse dieser erhobenen Daten möglich sei. Goldner zufolge verhindert die Zurückhaltung dieser Aufzeichnungen eine öffentliche Kontrolle der kommunalen Brückensicherheitsüberwachung.
Diese Antwort des Senats ist ein Eingeständnis des Scheiterns.
Goldner erklärte, dass das Versäumnis, vorhandene technische Messwerte in verwertbare Verstoßdaten umzuwandeln, ein institutionelles Versagen darstelle.
Dies ist kein Datenproblem, sondern ein eklatantes Versagen von Kontrolle und Transparenz.
Verwaltungsreaktion und technische Systeme
In ihrer offiziellen Antwort erklärte die Senatsverwaltung, das automatische Messsystem sei installiert worden, um die statischen Lasten der Brücke zu überwachen, nicht um Straßenverkehrsvorschriften durchzusetzen. Die Erfassung von Verkehrsverstößen sei nicht das ursprüngliche Ziel der Installation der Überwachungsgeräte gewesen. Der Senat deutete jedoch an, dass die städtischen Behörden die aufgezeichneten Messdaten künftig nutzen könnten, um nicht konforme Schwerlasttransporte zu erkennen und zu ahnden. Vertreter der Hamburg Port Authority und der Hamburger Polizei führen laufende Gespräche, um mögliche Vollzugsabläufe zu entwickeln. Auch die Innenbehörde wird sich an der Ausarbeitung dieser Verfahren beteiligen, die verwaltungsinternen Beratungen sind jedoch noch nicht abgeschlossen.
Infrastrukturerneuerung und künftiger Hafenanschluss
Die bestehende Köhlbrandbrücke wurde in den 1970er Jahren errichtet und leidet unter fortgeschrittener baulicher Abnutzung nach jahrzehntelangem schwerem Hafenbetrieb. Die Stadtplaner haben festgelegt, dass das Bauwerk durch einen komplett neuen Brückenzug neben der bestehenden Brücke ersetzt werden muss. Nach Zeitplanangaben der Stadtbehörden soll die neue Brücke bis Ende der 2030er Jahre in Betrieb genommen werden. Der Ersatzneubau wird eine deutlich größere lichte Höhe aufweisen als die ursprüngliche Brücke aus den 1970er Jahren. Diese erhöhte Durchfahrtshöhe soll es größeren und schwereren Handelsschiffen ermöglichen, unter der Brücke hindurchzufahren und das direkt südlich der Brücke gelegene Containerterminal Altenwerder zu erreichen.
- Die ursprüngliche Köhlbrandbrücke wird gebaut, um die östlichen und westlichen Hafenteile zu verbinden
- Verbot für schwere Lastkraftwagen über 44 Tonnen tritt in Kraft
- CDU reicht Beschwerde bei der Bürgerschaftspräsidentin über fehlende Verstoßdaten ein
- Zielzeitfenster für die Inbetriebnahme der höheren Ersatzbrücke


