
Maurizio Cattelans 'Comedian'-Banane aus Centre Pompidou-Metz gestohlen – Museum erstattet Strafanzeige
Die Banane aus Maurizio Cattelans ikonischem Kunstwerk 'Comedian' wurde am Wochenende aus dem Centre Pompidou-Metz gestohlen. Das Museum erstattete daraufhin erstmals Strafanzeige gegen Unbekannt.
Der Diebstahl
Ein Sicherheitsbeamter des Centre Pompidou-Metz im Nordosten Frankreichs entdeckte die Banane am Samstag, den 30. Mai 2026, als vermisst. Das Museum bestätigte den Vorfall und erstattete Strafanzeige gegen Unbekannt – ein Schritt, den es bei früheren Eingriffen in das Werk nicht unternommen hatte. Museumsvertreter erklärten, die Entscheidung zur Einschaltung der Behörden sei getroffen worden, weil der Täter unbekannt bleibe und somit keine Möglichkeit für ein Gespräch bestehe.
Der Wert des Werkes liegt im Echtheitszertifikat und im Protokoll, das seine Präsentation regelt, nicht in dem verderblichen Element selbst.
Die Banane wurde sofort ersetzt, sodass das Werk wieder in seiner ursprünglichen Form präsentiert werden konnte. Das Museum betonte, dass kein irreversibler Schaden entstanden sei, verurteilte die Tat jedoch als Untergrabung des Respekts vor ausgestellten Werken und vorübergehende Beeinträchtigung des Ausstellungserlebnisses für die Besucher.
Eine Geschichte des Verzehrs
'Comedian' war seit seiner Premiere auf der Art Basel Miami Beach im Jahr 2019 wiederholt Gegenstand von Eingriffen. Der erste Vorfall ereignete sich, als der zeitgenössische Künstler David Datuna die Banane ablöste und aß, wobei er „Respekt, Maurizio!“ rief. Später bezeichnete er sich selbst als „den ersten Künstler, der die Kunst eines anderen Künstlers aß.“ 2023 verzehrte ein koreanischer Student die Banane im Leeum Museum of Art in Seoul und gab an, hungrig zu sein und dass das Werk „zum Essen bestimmt“ sei.
Sie ist besser als andere Bananen.
Im Juli 2025 aß ein Besucher im selben Centre Pompidou-Metz die Banane, aber das Museum verzichtete damals auf eine Anzeige. Der aktuelle Diebstahl ist der zweite Vorfall an diesem Ort.
Das Kunstwerk und sein Markt
Das von dem italienischen Künstler Maurizio Cattelan geschaffene Werk 'Comedian' besteht aus einer mit Klebeband an einer Wand befestigten Banane und existiert in mehreren Editionen. Es soll zum Nachdenken über die Natur und den Wert von Kunst anregen. Es ist derzeit Teil der Ausstellung 'Dimanche sans fin – Maurizio Cattelan and the Centre Pompidou Collection', die bis zum 27. Juni 2026 läuft, wobei einige Quellen auch ein Enddatum des 25. Januar 2027 nennen.
- David Datuna isst die Banane auf der Art Basel Miami Beach und bezeichnet es als Performance.
- Ein koreanischer Student isst die Banane im Leeum Museum of Art in Seoul und gibt Hunger als Grund an.
- Justin Sun kauft eine Edition für 5,2 Millionen US-Dollar und isst die Banane später in Hongkong.
- Ein Besucher isst die Banane im Centre Pompidou-Metz; Museum erhebt keine Anzeige.
- Banane aus Centre Pompidou-Metz gestohlen; Museum erstattet Strafanzeige.
Der Marktwert des Kunstwerks ist drastisch gestiegen. Ursprünglich 2019 für 120.000 US-Dollar angeboten, wurde eine Edition 2024 vom chinesischen Kryptowährungsunternehmer Justin Sun für 5,2 Millionen US-Dollar erworben, wobei einige Quellen von 6,2 Millionen US-Dollar oder 5,88 Millionen Euro berichten. Nach dem Erwerb aß Sun die Banane während einer Veranstaltung in Hongkong und teilte das Video in den sozialen Medien.
Reaktion des Museums und weiterer Kontext
Die Entscheidung des Museums, Strafanzeige zu erstatten, stellt eine Eskalation gegenüber seiner bisherigen Vorgehensweise dar. In seiner Stellungnahme betonte die Einrichtung, dass die Banane zwar ein austauschbarer, verderblicher Bestandteil sei, die Tat jedoch Bedenken hinsichtlich des Respekts vor öffentlich ausgestellten Kunstwerken aufwerfe. Die Ermittlungen laufen, und das Museum versicherte der Öffentlichkeit, dass die Ausstellung ohne Unterbrechung fortgesetzt werde.
Cattelan, bekannt für provokative Werke wie die massivgoldene Toilette 'America', sagte der Art Newspaper 2021, dass 'Comedian' kein Witz sei, sondern ein ernster Kommentar und eine Reflexion darüber, was die Gesellschaft wertschätzt. Das Werk löst weiterhin Debatten über die Absurdität des Kunstmarktes aus, und in den sozialen Medien kursieren hunderte Parodien.


