
Bus stürzt bei Algier in Schlucht – 25 Tote, Präsident Tebboune verhängt dreitägige Staatstrauer
Ein Reisebus auf der Strecke von Sétif nach Algier ist am Freitagmorgen in der Provinz Boumerdès von der Straße abgekommen und in eine tiefe Schlucht gestürzt. Nach Angaben des algerischen Zivilschutzes kamen dabei mindestens 25 Menschen ums Leben, 44 wurden verletzt.
Ein Reisebus mit Familien auf einem Sommerausflug stürzte am Freitag um 9:41 Uhr in der Provinz Boumerdès, etwa 50 Kilometer östlich von Algier, in eine Schlucht. Der algerische Zivilschutz bestätigte eine vorläufige Bilanz von 25 Toten und 44 Verletzten. Die Rettungsarbeiten dauerten den Morgen über an, wobei die Einsatzkräfte 11 Krankenwagen und drei Rettungsfahrzeuge einsetzten, um Dutzende Fahrgäste aus dem Wrack zu befreien.
Flagge auf Halbmast, eiserne Faust gegen Terroristen und Verbrecher der Straße.
Offizielle Reaktion
Präsident Abdelmadjid Tebboune verhängte ab Freitag eine dreitägige Staatstrauer und ordnete an, landesweit die Flaggen auf Halbmast zu setzen. In einer Beileidsbekundung drückte er seine tiefe Trauer über die Tragödie aus und sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus. Tebboune führte den Unfall auf das zurück, was er als Geißel der „Verbrecher und Terroristen der Straße“ bezeichnete, und versicherte, dass die Justiz nach Abschluss der Ermittlungen entschlossen handeln werde.
Premierminister Sifi Ghrieb sowie Innen- und Verkehrsminister Saïd Saïoud reisten zur Unfallstelle, um sich ein Bild zu machen. Anschließend besuchten sie das Universitätskrankenhaus von Boumerdès, wohin einige der Verletzten gebracht worden waren, um sich nach ihrem Zustand zu erkundigen. Der Fernsehsender Ennahar TV zeigte Aufnahmen des Krankenhausbesuchs des Premierministers.
- Bus aus Sétif kommt von der Straße ab und stürzt bei El Karma in der Provinz Boumerdès in eine Schlucht.
- Einsatzkräfte des Zivilschutzes treffen am Unfallort ein und mobilisieren 3 Rettungsfahrzeuge und 11 Krankenwagen.
- Der Zivilschutz gibt eine vorläufige Bilanz von 25 Toten und 44 Verletzten bekannt; Evakuierung in nahegelegene Krankenhäuser läuft.
- Premierminister Sifi Ghrieb und Innenminister Saïd Saïoud besuchen die Unfallstelle und das Universitätskrankenhaus von Boumerdès.
- Präsident Tebboune verhängt eine dreitägige Staatstrauer und ordnet an, die Flaggen auf Halbmast zu setzen.
Was auf der Straße geschah
Der Bus war von Sétif, einer Universitätsstadt im Osten Algeriens, in die Küstenwilaya Boumerdès unterwegs, als er bei El Karma von der Straße abkam. Der Zivilschutz teilte mit, seine Teams seien um 9:40 Uhr (8:40 GMT) vor Ort gewesen. An Bord befanden sich mehrere Familien, darunter Frauen und Kinder. Die Verletzten wurden in nahegelegene Krankenhäuser der Region gebracht.
Eine Reihe tödlicher Unfälle
Der Unfall reiht sich in eine Serie folgenschwerer Busunglücke in Algerien ein. Im August 2025 stürzte ein Bus im Stadtteil El Harrach von Algier nach dem Durchbrechen einer Leitplanke in einen Fluss, 18 Menschen starben, 24 wurden verletzt. Im Juli 2023 kamen 34 Menschen bei einer Kollision zwischen einem Bus und einem Lastwagen nahe Tamanrasset im äußersten Süden ums Leben, gefolgt von einem Großbrand. Im Dezember 2025 überschlug sich ein Bus in der Region Béchar im Südwesten, 14 Menschen starben.
Nach dem Unfall von El Harrach im August 2025 kündigte die Regierung an, Reisebusse, die älter als 30 Jahre sind, innerhalb von sechs Monaten aus dem Verkehr zu ziehen. Das Verkehrsministerium sagte zu, die Ersetzung der ältesten Fahrzeuge zu erleichtern. Die Behörden verschärften zudem den ordnungspolitischen Rahmen für die Verkehrssicherheit; Änderungen der Straßenverkehrsordnung, die zu Beginn dieses Jahres in Kraft traten, sehen strengere Sanktionen für mehrere Verstöße vor.
- Jul 2023 (Tamanrasset)
- 34 Tote
- Aug 2025 (El Harrach, Algier)
- 18 Tote
- Dez 2025 (Béchar)
- 14 Tote
- Jul 2026 (Boumerdès)
- 25 Tote
Düstere Jahreszahlen
Trotz der regulatorischen Bemühungen halten die tödlichen Unfälle an. Die algerischen Straßenverkehrsbehörden verzeichneten im Jahr 2025 insgesamt 26.976 Unfälle mit Personenschaden, ein Anstieg von 2,68 % gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt starben im vergangenen Jahr 3.838 Menschen auf algerischen Straßen, über 37.000 wurden verletzt. Der Unfall vom Freitag hat die Debatte über die Wirksamkeit der nach früheren Tragödien ergriffenen Maßnahmen und über die Sicherheit des Personentransports neu entfacht. Die vorläufige Bilanz könnte noch steigen, da die Rettungs- und Evakuierungsarbeiten andauern.
