
Busfahrer in Łódź suspendiert, nachdem er Fahrgäste am Bahnübergang eingeschlossen hatte
Ein Linienbus in Łódź fuhr am Donnerstag bei Rot über einen Bahnübergang und schloss die Fahrgäste ein, als die Schranke auf das Fahrzeug herabfiel. Der kommunale Verkehrsbetrieb hat den erfahrenen Fahrer suspendiert, während Polizei und Eisenbahnaufsicht ermitteln.
Der Vorfall in der Edwarda-Straße
Am Donnerstag, dem 10. September 2026, gegen 15:00 Uhr, fuhr ein Stadtbus der Linie 58B von MPK Łódź in die Edwarda-Straße ein, nachdem die Warnsignale auf Rot umgeschaltet hatten. Während das Fahrzeug die Gleise zwischen Łódź Widzew und Łódź Marysin überquerte, senkten sich die automatischen Schranken, und eine schloss das Dach des Busses ein. Von Fahrgästen im überfüllten Bus aufgezeichnete Videos zeigten Panik, Geschrei und weinende Kinder, als das Fahrzeug in der Gefahrenzone zum Stillstand kam. Während der Fahrer zögerte, ob er vorwärts oder rückwärts fahren sollte, drängten die Fahrgäste darauf, die Türe zu öffnen, und begannen, sich direkt neben den Gleisen zu evakuieren. Umstehende und bereits ausgestiegene Fahrgäste halfen, die Schranke von Hand anzuheben, damit der Bus die Kreuzung räumen konnte bevor ein herannahender Zug eintraf. Der Triebfahrzeugführer verlangsamte die Lokomotive, sodass der Zug gefahrlos vorbeifahren konnte, ohne dass es zu einer Kollision oder Verletzungen kam.
Reaktion des Betreibers und Suspendierung des Fahrers
Miejskie Przedsiębiorstwo Kommunikacyjne (MPK) in Łódź hat den Fahrer bis zum Abschluss einer internen Untersuchung vom Dienst freigestellt. MPK-Sprecher Piotr Wasiak erklärte, der Fahrer verfüge über mehr als 30 Jahre Berufserfahrung, ohne dass bisherige Disziplinarmaßnahmen gegen ihn verzeichnet seien. Innerhalb des Verkehrsbetriebs wurde eine spezielle Kommission gebildet, um das Ereignis gemeinsam mit dem Eisenbahninfrastrukturbetreiber PKP Polskie Linie Kolejowe (PKP PLK) und der Gemeindepolizei zu analysieren.
Die Situation, die sich am Bahnübergang in der Edwarda-Straße ereignete, ist inakzeptabel. Wir haben ein spezielles Team eingesetzt, um die Einzelheiten dieses Vorfalls zu klären.
Wasiak fügte hinzu, dass erste Auswertungen der Videoüberwachung auf keine direkt erfolgten körperlichen Schäden an den Fahrgästen hinwiesen, das Unternehmen jedoch unverzüglich die Behörden informiert hatte.
Infrastrukturrichtlinien und polizeiliche Ermittlungen
PKP PLK veröffentlichte Überwachungskameraaufnahmen des Vorfalls und kritisierte die Entscheidung des Fahrers, innerhalb des Übergangsbereichs stehen zu bleiben. Der Eisenbahninfrastrukturmanager wies darauf hin, dass der hinter dem Bus folgende Pkw weit genug zurückhaltend gestoppt hatte, um dem Bus ausreichenden Platz zum Rückwärtsfahren aus dem Gleisbereich zu lassen. PKP PLK betonte außerdem, dass die Schranken aus Leichtbaumaterialien (Holz oder Verbundstoffe) hergestellt seien, die bei einem Fahrzeugaufprall im Notfall bersten können. Stellvertretender Aspirant Mateusz Piliński von der Polizeidirektion der Woiwodschaft Łódź teilte mit, die Polizei habe von dem Vorfall erst am Freitag, dem 11. September, erfahren, nachdem sie die Videoaufnahmen erhalten hatte, da am Donnerstag keine Notrufe abgesetzt worden waren. Fahrer, die bei rotem Licht einen Bahnübergang passieren, drohen gemäß der polnischen Straßenverkehrsordnung ein Bußgeld in Höhe von 2.000 PLN und 15 Strafpunkten, mit möglicher Überweisung an ein Gericht, falls der Vorfall als Gefährdung der Verkehrssicherheit eingestuft wird.
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Weiterer Sicherheitskontext und Bewohnerreaktionen
Der Vorfall ereignete sich einen Tag zuvor nach einem tödlichen Zusammenstoß in Sokolniki Suche, bei dem ein Mensch ums Leben kam und die Regierung strengere Regeln für Schienenwege ankünden. Reaktionen auf die Sicherheitsanhängnisse nach jenem Unfall führten zu einem landesweiten, 12-stündigen Protest der Lokomotivführer, der am Freitag, dem 11. September, um 12:00 Uhr endete und die Geschwindigkeit an Schienenüberchen auf 20 km/h reduziert bei allen Bahnübergängen beschränkte. Anwohner des Stadtteilsres Stoki äußerten sich unterschiedlich über die Gefahr an der Edwarda-Straße. Während tägliche Pendler berichteten, dass Autofahrer noch über Kreuzungen beschleunigten, bevor die Schranken schlossen, wies die Anwohnerin Wanda Ostrowska darauf hin, dass der Übergang durch kläre Beschilderung, automatische Schranken und Warnlichter gut gesichert sei.


