
Andy Burnham gewinnt Nachwahl in Makerfield – ebnet Weg für Herausforderung an Keir Starmer um den Labour-Vorsitz
Andy Burnham, der frühere Bürgermeister von Greater Manchester, hat eine entscheidende Nachwahl im Wahlkreis Makerfield gewonnen, ist damit ins Parlament zurückgekehrt und hat den Weg frei gemacht, um Keir Starmer um den Vorsitz der Labour-Partei und das Amt des britischen Premierministers herauszufordern.
Die Nachwahl in Makerfield
Andy Burnham, der frühere Bürgermeister von Greater Manchester, errang bei der Nachwahl in Makerfield am 19. Juni 54,8 Prozent der Stimmen. Sein Kontrahent von der Reform UK, Robert Kenyon, lag mit 34,5 Prozent zurück – ein Abstand von knapp 10.000 Stimmen bei rund 45.000 abgegebenen Stimmen. Das Ergebnis bescherte Labour einen erhöhten Stimmenanteil im Wahlkreis, etwa zehn Prozentpunkte mehr als die 45 Prozent bei der Unterhauswahl 2024.
Der heutige Abend könnte der Wendepunkt sein. Dies ist die letzte Chance auf Veränderung.
Burnham war als Bürgermeister von Manchester zurückgetreten, um für den Sitz zu kandidieren, den Labour seit über 120 Jahren hält. Die Nachwahl war durch eine Vakanz ausgelöst worden und wurde zu einem Test für seine persönliche Anziehungskraft gegen die aufstrebende Reform UK.
- Andy Burnham (Labour)
- 54.8
- Robert Kenyon (Reform UK)
- 34.5
- Andere Kandidaten
- 10.7
Burnhams Weg an die Parteispitze
Der Sieg räumt ein zentrales Hindernnis für jeden Labour-Herausforderer von Starmer aus dem Weg: Nur amtierende Abgeordnete können für den Parteivorsitz kandidieren. Burnham, der vor mehr als einem Jahrzehnt zwei Führungswahlen verlor, erfüllt nun diese Voraussetzung. Er benötigt die Unterstützung von 81 Labour-Abgeordneten, um einen formellen Wettbewerb auszulösen. Kulturministerin Lisa Nandy sagte, sie sei zuversichtlich, dass diese Zahlen erreicht werden könnten.
Ich habe im Unterhaus noch unerledigte Aufgaben. Ich werde Makerfield zum Synonym für den Wandel machen, den dieses Land braucht.
Burnhams Rede enthielt keine direkte Kampfansage, aber seine Wortwahl und die Dynamik hinter ihm deuten auf eine unmittelbar bevorstehende Herausforderung hin. Der „König des Nordens“ hat sich in Manchester einen Ruf für Reformen im öffentlichen Dienst erarbeitet, und viele Abgeordnete sehen in ihm die beste Hoffnung der Partei, sich von einem Umfragetief und schlechten Ergebnissen bei den Kommunalwahlen im Mai zu erholen.
- Unterhauswahl 2024
- 45 %
- Nachwahl 2026
- 54.8 %
Starmer bleibt standhaft
Premierminister Keir Starmer gratulierte Burnham zu seinem „sehr guten“ Sieg, bestand jedoch darauf, dass er nicht zurücktreten werde. Er sagte Reportern, dass er bei einem Führungs-wettbewerb kandidieren werde, und wies Forderungen von Kabinettsministern zurück, die ihm laut britischen Zeitungen gesagt hätten, dass seine Zeit abgelaufen sei.
Ich werde nicht weglaufen. Wenn es eine Herausforderung gibt, werde ich mich ihr stellen.
Der Premierminister wartete vier Stunden nach einem kurzen Glückwunschbeitrag auf X, bevor er vor der Kamera Stellung nahm. Seine Haltung lässt die Partei vor einem verlängerten internen Kampf stehen, bei dem die Schwelle von 81 Abgeordneten nun im Fokus rivalisierender Fraktionen steht.
Wer ist Andy Burnham?
Burnham wurde 1970 in Liverpool geboren und trat der Labour-Partei im Alter von 14 Jahren bei, nachdem ihn das BBC-Drama „Boys from the Blackstuff“ bewegt hatte. Er studierte Englisch in Cambridge und war später Abgeordneter und Minister, bevor er 2017 Bürgermeister von Greater Manchester wurde. Zu seiner Amtszeit als Bürgermeister gehören die Rückführung von Busdiensten unter öffentliche Kontrolle und ein prominentes Eintreten für den NHS während der Pandemie.
Das Land braucht grundlegende Veränderungen in den Bereichen Wirtschaft, Industrie, Migration und die Neugewichtung des Nordens.
Seine Unterstützer zeichnen das Bild eines Politikers, der am besten für Regionen spricht, die vom wachstumsorientierten London zurückgelassen wurden.
Wie es weitergeht
Die kommenden Tage werden zeigen, ob Burnham die notwendigen Unterschriften ohne Verzögerung sammeln kann. Das Regelwerk der Labour-Partei erlaubt eine Herausforderung des amtierenden Vorsitzenden, sobald die Schwelle erreicht ist. Während Starmer entschlossen ist, seine Position zu verteidigen, deutet der Aufschwung der Unterstützung für Burnham darauf hin, dass die Partei auf ihren öffentlichkeitswirksamsten Machtkampf seit der Rückkehr an die Regierung zusteuert.


