
Andrew Burnham wird siebter britischer Premierminister in einem Jahrzehnt – Nachfolger von Starmer mit „Hoffnungs“-Versprechen
Der frühere Bürgermeister von Manchester, Andy Burnham, hat am Montag sein Amt als siebter Premierminister des Vereinigten Königreichs innerhalb von zehn Jahren angetreten. Er nahm die Einladung von König Charles III. zur Regierungsbildung an, nachdem sein Vorgänger Keir Starmer formell zurückgetreten war.
Die Machtübergabe
Die Machtübergabe in London vollzog sich am Morgen des 20. Juli 2026. Der scheidende Premierminister Keir Starmer (63) hielt um 11:00 Uhr Ortszeit seine Abschiedsrede vor der Downing Street Nummer 10 und sagte zur Nation: „Meine Arbeit ist getan, die Veränderungen, die wir vorgenommen haben, gehören allen, ich gehe mit einem stolzen Lächeln auf das, was wir erreicht haben.“ Anschließend reiste er zum Buckingham Palace, um König Charles III., dem Staatsoberhaupt, seinen Rücktritt anzubieten, der diesen formell annahm. Eine Mitteilung des Palastes bestätigte, dass der Abgeordnete Andrew Burnham unmittelbar danach zu einer Audienz empfangen und gebeten wurde, eine neue Regierung zu bilden – ein Angebot, das er annahm.
Seine Majestät empfing den ehrenwerten Andrew Burnham, Mitglied des Parlaments, zu einer Audienz und bat ihn, eine neue Regierung zu bilden. Burnham nahm das Angebot des Königs an.
Starmer blickte auf seine Amtszeit zurück und betonte, dass er Labour von einer historischen Niederlage im Jahr 2019 zu einem Erdrutschsieg bei den Parlamentswahlen 2024 geführt und die Partei nach 14 Jahren konservativer Herrschaft wieder an die Macht gebracht habe. In seinen letzten Worten rief er zudem zu anhaltender Unterstützung für die Ukraine auf und betonte, es sei entscheidend, sich an Großbritanniens Größe im Ausland zu erinnern.
Burnhams Antrittsbotschaft
In Begleitung seiner Frau und seiner Kinder traf der 56-jährige Burnham in der Downing Street ein und wandte sich an eine Menge aus Familie, Verbündeten, Beamten und jubelnden Parteimitgliedern. Er stellte „Hoffnung“, „Einheit“ und „Stabilität“ in den Mittelpunkt seiner Botschaft und wies eindringlich darauf hin, dass er der siebte Premierminister seit dem Beginn von David Camerons zweiter Amtszeit am 13. Juli 2016, wenige Tage nach dem Brexit-Referendum, ist. „Großbritannien muss der Welt zeigen, dass es seine Stabilität wiederfinden kann: Das ist die Herausforderung, vor der wir stehen“, sagte Burnham und fügte hinzu: „Wir müssen es besser machen als in den letzten Jahren, und wir werden es tun.“
Wir waren nicht effektiv genug. Das werden wir in Zukunft sein. Wir werden die größten Veränderungen seit 40 Jahren bringen, ein neues politisches Modell, ein neues Wirtschaftsmodell, nach der negativen Wende der 1980er Jahre.
Er verpflichtete sich, schnell „greifbare“ Ergebnisse bei den Lebenshaltungskosten zu liefern, versprach Entlastung für Briten, die mit Rechnungen zu kämpfen haben, und sprach von einer Reindustrialisierung und einem zehnjährigen Plan für das Land, wobei er klarstellte, dass er selbst nicht verspreche, zehn Jahre im Amt zu bleiben.
Erste politische Schritte und Kabinettsform
Innerhalb weniger Stunden nach Amtsantritt signalisierte Burnham sofortige politische Kehrtwenden. Sein Büro ließ Pläne durchsickern, Starmers umstrittenes Pflichtprogramm für digitale Ausweise zu streichen und eine feindseligere Haltung gegenüber öffentlichen Aufträgen mit großen Technologieunternehmen wie Palantir einzunehmen. Ein eigener stellvertretender Minister für die Entwicklung künstlicher Intelligenz wird ernannt. In der Sozialpolitik wird erwartet, dass er einen progressiveren Kurs als sein Vorgänger einschlägt, einschließlich Maßnahmen zur Stärkung der öffentlichen Kontrolle über bestimmte wesentliche Dienstleistungen.
- Keir Starmer hält Abschiedsrede vor der Downing Street Nummer 10.
- Starmer reist zum Buckingham Palace und reicht König Charles III. seinen Rücktritt ein.
- Andy Burnham trifft am Buckingham Palace ein und nimmt die Einladung des Königs zur Regierungsbildung an.
- Burnham hält Antrittsrede in der Downing Street und beginnt mit der Kabinettsbildung.
- Erste Kabinettsernennungen, einschließlich der wichtigsten Ministerposten, werden voraussichtlich bekannt gegeben.
Kabinettspekulationen und Schlüsselfiguren
Burnham zog in die Downing Street ein, wobei eine Kabinettsankündigung für den späteren Nachmittag erwartet wurde. Lucy Powell, die stellvertretende Labour-Vorsitzende und enge Verbündete Burnhams, gilt weithin als Kandidatin für das Amt der stellvertretenden Premierministerin und Bildungsministerin. Für den entscheidenden Posten des Schatzkanzlers stehen zwei Namen aus der Starmer-Regierung zur Debatte: Innenministerin Shabana Mahmood, eine Hardlinerin in der irregulären Migration, die als akzeptabler für die City of London gilt, und Energieminister Ed Miliband, den die konservative Presse „Red Ed“ getauft hat und dem Wirtschaftskreise angeblich misstrauen. Mehrere Medien deuten darauf hin, dass Miliband stattdessen ins Außenministerium wechseln könnte, um Yvette Cooper zu ersetzen, die ein anderes Kabinettsamt übernehmen würde. Angela Rayner, die ehemalige stellvertretende Premierministerin, die aufgrund einer Kontroverse um ihre Haushypothek zum Rücktritt gezwungen wurde, soll in die Regierung zurückkehren, möglicherweise ins Gesundheits-, Bildungs- oder in ihr früheres Ressort Wohnungsbau und Kommunalverwaltung.
- Lucy Powell (Stellvertretende Premierministerin & Bildung)
- 1
- Shabana Mahmood (Schatzkanzlerin oder Innenministerium)
- 1
- Ed Miliband (Außenministerium oder Schatzkanzler)
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- Angela Rayner (Gesundheit, Bildung oder Wohnungsbau)
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Bedingtes Angebot der Opposition
Die konservative Vorsitzende Kemi Badenoch machte noch vor Burnhams Vereidigung ein bedingtes Unterstützungsangebot von der Oppositionsbank. Sie sagte, die Konservativen würden den neuen Premierminister im Parlament unterstützen, wenn er einen akzeptablen Plan zur Senkung der Sozialausgaben vorlege, die Entscheidung der Labour-Regierung, keine neuen Öl- und Gaslizenzen zu vergeben, rückgängig mache und jegliche Steuererhöhungen ausschließe. Badenochs Bedingungen ziehen klare rote Linien vor den ersten gesetzgeberischen Prüfungen der neuen Regierung.
