Buñol bereitet 150 Tonnen Tomaten für 22.000 Teilnehmer der 79. Tomatina vor
Die spanische Kleinstadt Buñol begrüßt 22.000 Teilnehmer zu ihrer jährlichen einstündigen Tomatenschlacht auf der Straße, verteilt 150.000 Kilogramm Erzeugnisse über sieben Lastwagen und führt gleichzeitig neue Barrierefreiheitsmaßnahmen ein.
Festivalvorbereitungen und Tomatenversorgung
Die Kleinstadt Buñol in der Provinz Valencia veranstaltet am Mittwoch, den 26. August 2026, die 79. Auflage von La Tomatina. Genau 22.000 registrierte Teilnehmer versammeln sich im Stadtzentrum, um 150.000 Kilogramm (150 Tonnen) reife Birnentomaten durch die Straßen zu werfen. Diese Gesamtmenge bedeutet eine Steigerung von 30.000 Kilogramm im Vergleich zum Vorjahr. Die für das Fest ausgewählten Früchte wurden von landwirtschaftlichen Genossenschaften in Don Benito, Provinz Badajoz, angebaut. Die Organisatoren besorgten Tomaten, die aufgrund ästhetischer Unregelmäßigkeiten oder geschmacklicher Faktoren nicht den kommerziellen Kriterien für den direkten menschlichen Verzehr entsprechen. Die Erzeugnisse wurden über Nacht auf Haufen im unteren Stadtteil von Buñol gelagert und bewacht, bevor sie auf sieben Verteilungslaster verladen wurden, die durch die engen zentralen Hauptstraßen fahren.
Regeln, Zeitplan und Straßenbetrieb
Das Fest beginnt am Morgen mit dem traditionellen „Palo Jabón“, einem Eröffnungswettbewerb, bei dem die Teilnehmer versuchen, eine hohe, eingefettete Holzstange zu erklimmen, um einen daran befestigten spanischen Schinken zu erobern. Die offizielle Tomatenschlacht beginnt pünktlich um 12:00 Uhr, angekündigt durch den Start eines jubelnden Feuerwerkskörpers, der vor Ort als „Carcasa“ oder „Chupinazo“ bekannt ist. Genau eine Stunde lang werfen die Anwohner auf den Lastwagen die Erzeugnisse in die Menge, und die Teilnehmer bewerfen sich gegenseitig mit zerdrückten Tomaten, bis die Frucht vollständig zu rotem Saft geworden ist. Sicherheitsvorschriften verlangen, dass die Teilnehmer jede Tomate vor dem Werfen von Hand zerdrücken, um Verletzungen anderer zu vermeiden. Um 13:00 Uhr markiert das Abfeuern eines zweiten Böllers das sofortige Ende der Schlacht. Städtische Reinigungstrupps, unterstützt von Anwohnern und Teilnehmern, waschen die Straßen anschließend mit Wasserschläuchen, um das Fruchtfleisch zu entfernen.
- Die Teilnehmer versuchen, eine eingefettete Stange zu erklimmen, um einen Schinken zu holen – der traditionelle Palo Jabón
- Der erste Böller ertönt und eröffnet offiziell die einstündige Tomatenschlacht
- Der zweite Böller signalisiert das Ende des Kampfes; die Reinigungstrupps beginnen, die Straßen zu waschen
Internationale Medienberichterstattung und Herkunft der Teilnehmer
Die jährliche Straßenversammlung in Valencia erregt weltweite Aufmerksamkeit und lockt Reisende aus mehreren Kontinenten an. Mehr als 400 akkreditierte Journalisten und Medienfachleute aus 45 Nachrichtenorganisationen berichten vor Ort aus Buñol. Obwohl das Fest als lokale Feier entstand, hat es sich zu einer internationalen Teilnehmerbasis entwickelt, mit starkem Besucherzuspruch aus Australien und Indien sowie Menschenmengen aus Europa, Nordamerika und Ostasien. Der Erste stellvertretende Bürgermeister und Stadtrat für das örtliche Fest, Sergio Galarza, beschrieb die internationale Mischung in der Gemeinde vor dem Mittagsstart.
Australier, Amerikaner, Japaner, Chinesen und – gerade jetzt – viele aus Indien kommen.
Das breitere Profil der Veranstaltung geht auf das Jahr 1983 zurück, als der spanische Fernsehjournalist Javier Basilio die Versammlung für die RTVE-Sendung „Informe Semanal“ in einem Sonderbericht mit dem Titel „Buñol, a tomatazo limpio“ begleitete und die lokale Tradition dem spanischen Publikum als „Schlacht des Friedens“ vorstellte.
Barrierefreiheitsmaßnahmen und Ausbau des Nahverkehrs
Die Ausgabe 2026 enthält spezifische Infrastruktur, um die Zugänglichkeit zu verbessern und das Fest für Teilnehmer mit Behinderungen einladender zu gestalten. Die Organisatoren stellten ein verstärktes Kontingent an freiwilligen Helfern zur Verfügung, um Teilnehmer mit besonderen Bedürfnissen im gesamten abgesperrten Veranstaltungsort zu begleiten. Der Stadtrat installierte außerdem beschreibende Piktogramme entlang der Umzäunung und gab spezielle „+ ACCESSIBLE“-Erkennungsarmbänder aus, um die Fortbewegung zu erleichtern. Um den Reisebedarf von Zehntausenden Besuchern in die Stadt zu decken, fügte der nationale Bahnbetreiber Renfe 1.700 Sitzplätze in seinem Cercanías-Nahverkehrsnetz hinzu. Dieser Ausbau der Verbindungen stützt sich auf sieben verstärkte Züge, darunter drei Abfahrten ab Valencia und vier Rückfahrten ab Buñol.
- Valencia
- 3 Züge
- Buñol
- 4 Züge


