
Bulgarien untersucht Explosion und Brände in EMCO-Munitionslager
Die bulgarischen Behörden in Gabrovo haben eine Brandstiftungsuntersuchung eingeleitet, nachdem am 11. September 2026 eine Explosion und Brände ein EMCO-Munitionslager nahe Gorni Varpishta getroffen hatten. Es ist der zweite Depotbrand des Unternehmens seit August.
Explosion im Lager von Gorni Varpishta
Am Abend des Freitags, 11. September 2026, ereigneten sich eine Explosion und anschließende Brände in einem Munitionslager nahe Gorni Varpishta in Zentralbulgarien. Die Anlage wird von dem privaten bulgarischen Rüstungshersteller EMCO betrieben, dessen Munition in der Ukraine eingesetzt wird. Rettungskräfte und Polizei evakuierten Mitarbeiter aus dem Gelände und errichteten einen Sicherheitskordon um die Anlage. Beamte bestätigten am 12. September 2026, dass die Explosion keine Opfer forderte und das nächste Dorf mehr als einen Kilometer vom Depot entfernt liegt.
Ermittlungen und Reaktion des Staates
Die Staatsanwaltschaft in der Stadt Gabrovo leitete eine Untersuchung wegen des Verdachts der Brandstiftung ein, um die Ursache des Feuers zu ermitteln. Der bulgarische Innenminister Ivan Demerdzhiev erklärte während einer Pressekonferenz, es bestehe keine Gefahr, dass sich das Feuer auf andere Lagereinheiten oder über die Grenzen der Anlage hinaus ausbreite. Demerdzhiev merkte an, dass die Lagerstätten gewisse Sicherheitsmängel aufgewiesen hätten, die Ermittler jedoch mehrere Ansätze verfolgten.
Alle Hypothesen werden in Betracht gezogen und wir prüfen sie sorgfältig.
Präsidentin Iliana Iotova gab am Samstag bekannt, dass sie erwäge, den Nationalen Sicherheitsrat einzuberufen, ein beratendes Gremium aus hochrangigen politischen, Verteidigungs- und Militärbeamten, als Reaktion auf die wiederholten Anlagenbrände.
Fälle von Explosionen in Munitionsdepots sind häufiger geworden.
Streit über Anlagensicherheit und Sabotagevorwürfe
EMCO wies Vorwürfe betrieblicher Versäumnisse zurück und betonte, dass das Depot regelmäßig von Aufsichtsbehörden inspiziert werde und alle geltenden Standards erfülle. In einer offiziellen Stellungnahme erklärte der Hersteller, dass die Sicherung von Bereichen außerhalb von Verteidigungsanlagen weiterhin in der Verantwortung staatlicher Stellen liege. Das Unternehmen schloss menschliches Versagen als möglichen Faktor aus und erklärte, die jüngsten Vorfälle seien von externen Kräften orchestriert worden. Es beschuldigte Regierungsbeamte der Untätigkeit angesichts von Sabotageakten gegen Verteidigungsanlagen.
Die nachlässige Haltung von Staatsvertretern gegenüber diesen Sabotageakten ermutigt die Täter und ermöglicht ihnen, ungestraft weiterzumachen.
Muster von Störungen europäischer Verteidigungseinrichtungen
Der Brand ist der zweite Brand in einer EMCO-Anlage seit August 2026, als in einem anderen Depot des Unternehmens in derselben Region ein Feuer ausbrach. EMCO gehört dem Rüstungsunternehmer Emilian Gebrev, der 2015 gemeinsam mit seinem Sohn und einem Manager einen Vergiftungsanschlag überlebte. In diesem Fall klagte die bulgarische Staatsanwaltschaft drei russische Staatsangehörige an. Die bulgarischen Behörden hatten zuvor sechs russische Staatsbürger wegen Terrorismus im Zusammenhang mit vier ferngezündeten Explosionen in bulgarischen Verteidigungseinrichtungen zwischen 2011 und 2020 angeklagt. Die Staatsanwaltschaft brachte diese mit Versuchen in Verbindung, Waffenlieferungen an Georgien und die Ukraine zu unterbrechen. Der Vorfall reiht sich in andere Sicherheitsvorfälle in Europa ein, darunter eine Explosion im August 2026 in einem KNDS-Munitionswerk bei Rom, Brandsätze, die Anfang September 2026 in der Nähe von Münchner Verteidigungsbüros geworfen wurden, sowie Vorwürfe der deutschen Behörden im Sommer 2026 über einen geplanten explosiven Drohnenangriff, der Russland zugeschrieben wird.
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