Kurz gefasst
Vier salvadorianische Luftfahrttechniker werden seit einem Hinterhalt am Sonntag, dem 18. Oktober, nahe Croix-des-Bouquets vermisst.
Am Mittwoch, dem 21. Oktober, kündigte Nayib Bukele eine Militäroperation an und warnte die Banden, es werde ein härterer Schlag folgen, sollten die vier nicht lebend befreit werden.
Die GSF bestätigte, dass seit Sonntag bei Zusammenstößen mehrere mutmaßliche Bandenmitglieder getötet wurden, während vier ihrer Angehörigen verwundet wurden.
Der GSF sind 1.563 uniformierte Kräfte unterstellt, genehmigt sind 5.550 durch den Sicherheitsrat, dessen Mandat bis März 2027 verlängert wurde.
- 18.10.Gepanzertes Fahrzeug in Croix-des-Bouquets angegriffen; vier salvadorianische Kräfte werden vermisst
- 20.10.Die vier Männer bleiben weiterhin unauffindbar
- 21.10.Bukele kündigt Rettungsoperation an; GSF bestätigt Tod mehrerer mutmaßlicher Bandenmitglieder
Der Hinterhalt in Croix-des-Bouquets
Vier salvadorianische Luftfahrttechniker, die im Einsatz für die Gang Suppression Force (GSF) stehen, werden seit einem Hinterhalt am Sonntag, dem 18. Oktober, im Gebiet Croix-des-Bouquets außerhalb von Port-au-Prince vermisst. Bewaffnete griffen ihr gepanzertes Fahrzeug an, das von Sprengstoff getroffen wurde und Feuer fing. Das salvadorianische Militär erklärte, die vier Männer hätten das brennende Fahrzeug verlassen können, doch seitdem habe niemand mehr von ihnen gehört. Berichten zufolge waren sie auf dem Rückweg von einem Supermarkt zu ihrer Basis, als der Angriff geschah; keine Gruppe hat sich bislang zu der Tat bekannt.
Bukeles Warnung und die Rettungsoperation
Am Mittwoch, dem 21. Oktober, kündigte der salvadorianische Präsident Nayib Bukele an, eine Militäroperation zur Rettung der vier Männer sei angelaufen. Er wandte sich direkt an die Anführer der Banden und forderte, die Salvadorianer lebend und unversehrt zurückzugeben. Bukele betonte, die Männer seien keine Kombattanten, und unterstrich, das salvadorianische Kontingent bestehe aus Piloten und technischem Personal, deren Hauptaufgabe medizinische Evakuierungen seien. Vier Tage lang hatte er sich nicht öffentlich zu dem Vorfall geäußert, bevor er seine Botschaft verbreitete. Einer mit der Sache vertrauten Person zufolge erwog er zudem, weitere Truppen zur Unterstützung der Rettungsbemühungen zu entsenden.
Er warnte, sollte den Männern nicht die Freiheit geschenkt werden, werde eine weit härtere Antwort folgen.
„Der heutige Angriff ist nichts im Vergleich zu dem, was kommt, wenn sie die vier Geiseln nicht lebend freilassen. Und halten Sie unsere Worte nicht für leere Drohungen.“
Zusammenstöße und Opfer
Seit Sonntag führt die GSF im Gebiet Santo von Croix-des-Bouquets Suchoperationen am Boden mit scharfer Munition und Luftunterstützung durch Hubschrauber durch. In einer Erklärung bestätigte die Truppe, dass bei den Zusammenstößen mehrere mutmaßliche Bandenmitglieder getötet wurden. Vier GSF-Angehörige wurden verwundet und werden medizinisch behandelt. Die Truppe forderte die Bewohner von Santo und benachbarter Gemeinden zudem auf, in ihren Häusern zu bleiben und Gebiete zu meiden, in denen die Operationen andauern. Sowohl die GSF als auch die haitianische Nationalpolizei haben Einsätze in der Zone bestätigt, in der das salvadorianische Personal angegriffen wurde.
Truppenstärke und die weitere Unsicherheit
Der GSF sind derzeit 1.563 uniformierte Kräfte im Einsatzgebiet unterstellt, weit weniger als die 5.550 vom Sicherheitsrat genehmigten, dessen Mandat kürzlich bis März 2027 verlängert wurde. Andere Angaben beziffern die Truppe auf mehr als 2.000 Soldaten, zu den Beitragenden zählen Tschad, Jamaika, Guatemala, Bangladesch, die Mongolei, Sri Lanka und El Salvador. Eine von The Miami Herald genannte Zahl besagt, dass in den kommenden Monaten weitere 4.000 Soldaten erwartet werden. Schätzungen zufolge kontrollieren die Banden 70 % von Port-au-Prince. In seiner Ansprache vor dem Sicherheitsrat warnte UN-Gesandter Carlos Ruiz Massieu, die Banden passten ihre Taktik an, während die Operationen zunehmen, mit mehr Geiselnahmen und Repressalien gegen die Zivilbevölkerung. Haiti bereitet zudem die ersten allgemeinen Wahlen seit mehr als einem Jahrzehnt vor, und die Gewalt droht diese zu stören.
- Eingesetzt
- 1563 Personal
- Vom Sicherheitsrat genehmigt
- 5550 Personal
Daten aus dem Artikeltext
Rechtlicher Rahmen und nächste Schritte
Anfang Oktober verabschiedete El Salvador ein Gesetz, das die Beteiligung seiner Streitkräfte an der Truppe um ein Jahr verlängert. Das Gesetz erlaubt der Mission zudem, ziviles und militärisches Personal nach Bedarf zu entsenden, was über die Rolle der medizinischen Evakuierung hinausgeht, die die Regierung betont hat. Bukele hat erklärt, sollten die vier Männer nicht lebend befreit werden, werde die Operation erheblich härter ausfallen. Nach den jüngsten Berichten waren die vier Männer noch nicht gefunden.