
Bukarester Stadtrat setzt Behindertenbeihilfe von 500 Lei bis 2030 aus, um Schulden von 689 Millionen Lei zu tilgen
Der Bukarester Generalrat stimmte am 28. August 2026 mit 28 zu 4 Stimmen dafür, die monatliche Behindertenbeihilfe für Erwachsene in Höhe von 500 Lei bis zum 1. November 2030 auszusetzen und stattdessen monatlich 250 Lei zu zahlen, um aufgelaufene Rückstände in Höhe von 689 Millionen Lei zu tilgen.
Abstimmung des Rates und Schuldenrestrukturierung
Am 28. August 2026 genehmigte der Generalrat der Stadt Bukarest eine Umstrukturierung der kommunalen Sozialleistungen. In einer geheimen Abstimmung stimmten 28 Ratsmitglieder für und 4 gegen den von Bürgermeister Ciprian Ciucu vorgelegten Vorschlag. Die Entscheidung setzt die monatliche Eingliederungsbeihilfe von 500 Lei für Erwachsene mit Behinderungen bis zum 1. November 2030 aus. Während dieser Aussetzung nimmt die Gemeinde keine neuen Anträge an und zahlt stattdessen 250 Lei pro Monat an bestehende registrierte Leistungsempfänger, um aufgelaufene Rückstände zu tilgen. Die gesamten kommunalen Schulden für Sozialhilfeprogramme belaufen sich auf 689 Millionen Lei.
- Dafür
- 28 Stimmen
- Dagegen
- 4 Stimmen
Finanzieller Rückstand und Programmkosten
Begleitdokumente zur Ratsentscheidung zeigen, dass die Rückstände bis zum 31. Juli 2026 650 Millionen Lei überstiegen, was etwa 25 Monaten unbezahlter Beihilfen für rund 52.000 Leistungsempfänger entspricht. Die monatlichen Kosten des Erwachsenen-Behindertenprogramms beliefen sich auf etwa 26 Millionen Lei. Die Zahlungen waren de facto im November 2025 eingestellt worden, als die zugewiesenen Haushaltsmittel erschöpft waren. Bürgermeister Ciucu erklärte, dass die Gemeinde derzeit Heizrechnungen an Termoenergetica aus dem Dezember 2025 bezahle, was keinen finanziellen Spielraum für die Anhäufung neuer Sozialverbindlichkeiten lasse.
Die erste Voraussetzung dafür, dass ein Sozialprogramm der Bevölkerung zugutekommt, ist seine haushalterische Nachhaltigkeit. Und im Moment ist es nicht nachhaltig. Der heute gefasste Beschluss ermöglicht es uns, den haushalterischen Spielraum zu schaffen, damit diese Zahlungen konstant und ununterbrochen erfolgen.
Breitere Sozialhilfekürzungen und Zeitplan
Das Restrukturierungspaket ändert auch andere kommunale Hilfsprogramme in Bukarest. Der Materna-Gutschein, der unter der ehemaligen Bürgermeisterin Gabriela Firea Müttern über 18 Jahren eine medizinische Unterstützung von 2.000 Lei nach der Geburt bot, wurde vollständig gestrichen. Die Unterstützung für Neugeborene wurde gesenkt und auf bestimmte Kategorien beschränkt, während die finanzielle Hilfe für Kinder mit Behinderungen nach Behinderungsgrad differenziert wurde. Bürgermeister Ciucu erklärte, dass die letzte Rate der 689 Millionen Lei Schulden im Oktober 2030 ausgezahlt werde, wonach die reguläre Antragsbearbeitung am 1. November 2030 wieder aufgenommen werde. Jährlich traten etwa 10.000 neue Leistungsempfänger in das Programm ein.
- De-facto-Einstellung der Barzahlungen nach Erschöpfung der Haushaltsmittel
- Aufgelaufene Rückstände erreichen über 650 Millionen Lei über 25 Monate
- Generalrat setzt 500-Lei-Beihilfe aus und genehmigt monatliche Schuldentilgung von 250 Lei
- Voraussichtliche Auszahlung der letzten Schuldenrate
- Aussetzung endet und normale Programmabwicklung wird wieder aufgenommen
Politischer Streit zwischen PNL und PSD
Die Entscheidung führte zu politischen Spannungen zwischen der Nationalliberalen Partei (PNL) und der Sozialdemokratischen Partei (PSD). Daniel Băluță, Bürgermeister des 4. Sektors und Vorsitzender der PSD Bukarest, kritisierte den Rückzahlungsplan und argumentierte, dass schutzbedürftige Gruppen nicht die Kosten von Haushaltsanpassungen tragen sollten. Băluță war zuvor gegen Ciucu für das höchste Verwaltungsamt der Hauptstadt angetreten. Ciucu entgegnete, dass ohne eine formelle Aussetzung neuer Anträge die anfallenden Strafen und Verbindlichkeiten in Höhe von rund 700 Millionen Lei die Gemeindefinanzen überfordern würden.
Eine Stadt wird nicht nur aus Beton, Asphalt und Infrastrukturprojekten gebaut. Eine Stadt besteht vor allem aus den Menschen, die in ihr leben. Und die Fürsorge für die Schwachen kann nicht als Ausgaben abgetan werden, auf die wir verzichten können.


