
- 24.10.Übergabe des Amtsstabs an die Figur des Cristo de Medinaceli
- 25.10.Rücktritt wird wirksam
- 28.10.Misstrauensvotum angesetzt
Die Ankündigung
José Ignacio Landaluce, der Algeciras nach Angaben von El Mundo seit 15 Jahren führt, erklärte in einem auf seinen Social-Media-Kanälen veröffentlichten Video, er werde sein Amt am Sonntag, 25. Oktober, niederlegen. Er stellte die Entscheidung als Folge des Entzugs politischer Unterstützung und eines für den 28. Oktober angesetzten Misstrauensvotums dar. Vor seinem Rücktritt will er am Samstag, 24. Oktober, den Amtsstab an die Figur des Cristo de Medinaceli übergeben, was er als seine letzte Amtshandlung als Bürgermeister bezeichnete. El Mundo berichtet, die volkstümlich Señor de Algeciras genannte Figur solle bei einer Zeremonie im María-Cristina-Park zum immerwährenden Regidor der Stadt ernannt werden, gefolgt von einer außerordentlichen Prozession. Nach der Übergabe will er seinen förmlichen Rücktritt einreichen.
„Ich möchte erneut betonen, dass die mir zugeschriebenen Tatsachen vollkommen falsch sind, und ich weiß, dass die Wahrheit ans Licht kommen wird.“
Die Vorwürfe
Landaluce sieht sich Anzeigen wegen mutmaßlicher sexueller Nötigung gegenüber, die eine junge Frau erhoben hat, die Mitglied der Nuevas Generaciones ist, der Jugendorganisation der PP. Europa Press und ABC beschreiben den Fall als einen, an dem zwei PP-Mitglieder beteiligt seien. El País berichtet, ein Gericht für Gewalt gegen Frauen in Algeciras habe ihn für den 23. Oktober als Beschuldigten zu einer Aussage vorgeladen, wegen eines mutmaßlichen Vorfalls am 10. Juni in seinem Büro. LaSexta berichtet, die Frau sage, der Bürgermeister habe sie im Juli in seinem Büro an der Brust berührt, während er ihr angeblich die Selbstuntersuchung der Brust erklärt habe. Die Berichte nennen unterschiedliche Daten für den mutmaßlichen Vorfall, und die Vorwürfe sind bislang nicht bewiesen. Landaluce hat sie zurückgewiesen und erklärt, er werde sich vor Gericht verteidigen.
„Ich werde mich vor den Gerichten verteidigen und darum kämpfen, meine Unschuld zu beweisen.“
Politische Folgen
Das Misstrauensvotum wird in den einzelnen Medien unterschiedlich beschrieben. Europa Press und ABC zufolge haben PP und Vox es eingebracht, während El País PSOE und Vox nennt. Alle Medien datieren es auf den 28. Oktober, drei Tage nach dem Rücktrittstermin. El Mundo berichtet, die PP, Landaluces eigene Partei, habe ihn zum Rückzug aufgefordert. Jacinto Muñoz, bislang erster stellvertretender Bürgermeister, würde bei Erfolg des Antrags oberste kommunale Instanz der Stadt. Landaluce erklärte, die Übergabe der Befugnisse werde geordnet erfolgen, damit den Interessen des Stadtrats kein Schaden und kein Stillstand entstehe.
Die Reaktion der Anzeigenerstatterin
Die junge Frau antwortete in einem offenen Brief, den die Zeitung Europa Sur veröffentlichte, sie habe mit der Anzeige gewartet, weil sie gefürchtet habe, was folgen würde. Sie schrieb, einige dieser Befürchtungen seien eingetreten, und bat die Menschen, den Schaden zu bedenken, den ihre Worte anrichten könnten. Sie erklärte, sie kenne Landaluce seit 15 Jahren und hätte sich nie vorstellen können, dass ihr so etwas widerfahre. Sie zeigte sich zudem betrübt über Äußerungen anderer Frauen, die sie verurteilten, ohne ihre Geschichte zu kennen. Der Brief folgt auf ihre Vorladung zur Aussage vor der Richterin des zweiten Gerichts für Gewalt gegen Frauen in Algeciras, das die Anzeige untersucht.